Joersfelder Segel-Club e.V.  
1907 - 2007  
1
00 Jahre Tradition und Moderne  
Joersfelder Segel-Club e.V.  
907 - 2007  
00 Jahre Tradition und Moderne  
1
1
Geleitwort des Vorsitzenden  
Die Chronik eines Vereins zu erstellen, der auf 100 Jahre Geschichte  
zurückblickt, ist ein spannendes Unterfangen. Beim Durchforsten der  
glücklicherweise erhaltenen historischen Dokumente und clubeigenen  
und privaten Fotoalben erfährt man viel über das Leben, das sport-  
liche Miteinander und auch die Schwierigkeiten in unserem Verein  
im Laufe der wechselvollen Geschichte. Tatsachen, Anekdoten und  
Legenden ergänzen sich zum Gesamtbild eines all die Jahre hindurch  
aktiven Sportvereins.  
Unsere Vorfahren hatten kurz nach der Gründung des Clubs den wei-  
sen Entschluss getroffen, ein eigenes Grundstück mit einem Clubhaus  
zu kaufen und später das Grundstück durch Zukäufe noch vergrößert.  
Sehr wenige Segelvereine können auf solch soliden Grundlagen auf-  
bauen. Die Arbeit eigener Hände und auch großzügige Gaben ermög-  
lichten es neben vielem ehrenamtlichem Engagement das zu erschaf-  
fen, was die heutige Generation der Joersfelder stolz ihren JSC nennt.  
Es wird deutlich, dass es zu jeder Zeit bedeutende Personen im JSC  
gab, die sowohl für den Club als auch für den gesamten Berliner und  
deutschen Segelsport Beachtliches geleistet haben.  
Von Beginn an wurden Regattasegeln und Fahrtensegeln mit groß-  
em Ehrgeiz und oft herausragendem Erfolg betrieben. Der JSC setzte  
dabei schon früh Schwerpunkte in der Förderung der Jugend. Das  
zeigt nicht nur bereits die Satzung von 1929 mit eigener Jugendord-  
nung, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des  
Clubs. Die Auszeichnung mit dem „Grünen Band für herausragende  
Talentförderung“ im Jahr 2000 und die Erfolge unserer jungen Segler  
verdeutlichen, dass dies Grundlage für den Fortbestand eines Sport-  
vereins sein muss.  
Die schönen Jahre, die jeder von uns im JSC verbracht hat, sind Ver-  
mächtnis, für das Wohl der kommenden Generationen einzustehen.  
Tradition heißt nicht, die Asche zu bewundern, sondern die Flamme  
weiterzugeben. Joersfelder verstanden es stets, Tradition zu bewah-  
ren und offen für das Moderne zu sein. Den Herausforderungen der  
Zukunft können wir uns so gemeinsam und zuversichtlich stellen.  
Bernd-Leopold Käther  
1
. Vorsitzender  
5
Grußwort des  
Deutschen Seglerverbandes  
Liebe Mitglieder des Joersfelder Segel-Clubs,  
mit großer Freude gratuliere ich Ihnen zum einhundertjährigen Be-  
stehen ihres Vereins. Herzlichen Glückwunsch zu diesem beeindru-  
ckenden Jubiläum! Sie und Ihre Vorgänger haben die Geschichte des  
deutschen Segelsports seit Beginn des 20. Jahrhunderts aktiv mitge-  
staltet und geprägt.  
Der Joersfelder Segel-Club ist weit über die Berliner Stadtgrenzen  
hinaus bekannt für sein erfolgreiches Engagement im Regatta- und  
Fahrtensegeln. In den vergangenen Jahrzehnten hat der an der Havel  
beheimatete Verein zusätzlich den Ruf einer echten Talentschmie-  
de erworben. Rund dreißig Prozent der Mitglieder sind Jugendliche  
und Junioren, die in zahlreichen Trainingsgruppen auf vereinseige-  
nen Booten hervorragend ausgebildet werden. Entsprechend große  
Erfolge werden regelmäßig bei nationalen und internationalen Meis-  
terschaften erzielt. Zurzeit startet sogar ein Mitglied des Joersfelder  
Segel-Clubs als Crewmitglied des „United Team Internet Germany“  
beim 32. America’s Cup vor Valencia/Spanien.  
Aber nicht nur die jungen Leute, sondern auch die Erwachsenen des  
Joersfelder Segel-Clubs bringen starke Leistungen als Regatta- und  
Fahrtensegler und zeigen ihr seglerisches Können auf deutschen und  
internationalen Gewässern. Als Veranstalter von hochrangigen Re-  
gatten hat sich der Verein ebenfalls einen Namen gemacht – zum  
Beispiel als Mitausrichter der Warnemünder Woche. Darüber hinaus  
haben sich die Mitglieder mit viel ehrenamtlicher Arbeit eine schöne  
Clubanlage auf einem vereinseigenen Gelände im Norden Berlins ge-  
schaffen.  
Der Joersfelder Segel-Club hat es verstanden, Tradition und Moderne  
des Segelsports unter einem Dach zu vereinen. Und dies seit 100  
Jahren. Hut ab vor dieser Leistung! Solche aktiven Vereine braucht  
der deutsche Segelsport, um weiter erfolgreich seinen Kurs zu steu-  
ern. Dafür bedanke ich mich im Namen aller Segler.  
Mast- und Schotbruch für das nächste Jahrhundert!  
Ihr  
Rolf Bähr (Präsident)  
7
Grußwort des  
Berliner Seglerverbandes  
Mit großer Freude gratuliere ich den Mitgliedern des Joersfelder-Se-  
gel-Club zu ihrem 100-jährigen Bestehen. Herzlichen Glückwunsch  
aller Berliner Segler zu diesem beeindruckenden Jubiläum!  
Der Joersfelder Segel-Club zählt zu den traditionsreichen und ältesten  
Vereinen in Berlin, die ihren Ursprung in Tegel haben. Ihre Mitglieder  
haben sich über viele Generationen und unter teilweise widrigen Um-  
ständen für den Segelsport in Berlin und über Berlins Grenzen hinaus  
engagiert und damit ein Stück Segelgeschichte geschrieben.  
Seit Beginn ist der Joersfelder Segel-Club im Regatta- und Fahrtense-  
gelsport sehr aktiv. Diese Kontinuität ist besonders bemerkenswert,  
da in ihrer 100-jährigen Geschichte die gesellschaftlichen Verhält-  
nisse sich stetig veränderten. Dennoch gelang es den Mitgliedern des  
Joersfelder Segel-Clubs in den vergangenen Jahrzehnten ein blü-  
hendes Clubleben aufzubauen. Dank ihres großartigen Engagements  
ist der Verein heute in der Bundesrepublik und darüber hinaus be-  
kannt und beliebt.  
Wie so viele Vereine, die sich in der damaligen Zeit gründeten, war  
das erste Domizil ein Restaurant. Schon bald wurde der Wunsch  
wahr, ein eignes Grundstück und einen eignen Hafen für den noch  
jungen Club zu beschaffen. Fleißiger Händearbeit ließen ein Clubhaus,  
einen Bootsschuppen, und wie es aussieht, auch ganz nebenbei sechs  
Klassenboote entstehen, die für die weitere sportliche Entwicklung  
benötigt wurden.  
Der JSC als Berliner Segelverein bildet mit seinen Mitgliedern eine  
Gemeinschaft, die sich als Schwerpunkt ihrer sportlichen Aktivitäten  
dem Fahrtensegeln, der Jugendausbildung und dem Regattasegeln  
verschrieben hat. Diese Aktivitäten werden in Jahrzehnten durch  
Erfolge auf den Regattabahnen national und international, durch  
Àeißige Arbeit, wie der Erweiterungsbau des Clubhauses und die Aus-  
übung von Ehrenämtern auf Berliner und nationaler Ebene zeigen,  
begründet.  
Für die Zukunft wünsche ich den Mitgliedern des Joersfelder Segel-  
Clubs ein weiterhin so glückliches Händchen und hoffe, dass sie den  
Segelsport noch viele Jahre lebendig mitgestalten.  
Mast- und Schotbruch  
Ihr Winfried Wolf  
9
Grußwort des  
Landessportbundes  
Es ist immer etwas Besonderes für einen Verein, wenn ein so großes  
Jubiläum gefeiert werden kann, und 100 Jahre sind nun wirklich ein  
Grund zum Feiern. Ich möchte dem Joersfelder Segel-Club e. V. – ge-  
gründet 1907 – meine allerherzlichsten Glückwünsche zu diesem Ju-  
biläum aussprechen.  
Feiert ein Sportverein seinen 100. Geburtstag, so beweist das zu al-  
lererst seine Vitalität und seine Fähigkeit, alle Höhen und Tiefen der  
Vergangenheit, die Generationswechsel in seiner Mitgliedschaft und  
die unzähligen Veränderungen im Sportgeschehen aktiv zu überdau-  
ern. Mit Stolz kann der JSC auf seine 100-jährige Geschichte zurück-  
blicken, in der sich stets Tradition und Moderne mit dem Ziel und  
Zweck der Förderung des Segelsports ergänzten.  
Sportvereine wie der Ihre bieten ein Umfeld mit Sport und Sozialkon-  
takten in einer besonderen Art und Weise. Ich wünsche mir, dass dies  
so bleibt, und dass der Verein auch in Zukunft seinen Mitgliedern ein  
zweites Zuhause bieten kann.  
Mein persönlicher Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Vorstands-  
mitgliedern, Übungsleitern, Helfern und Betreuern. Ohne sie ist ein  
Vereinsleben über einen so großen Zeitraum nicht möglich. Ich bin  
sicher, der Joersfelder Segel-Club wird auch künftig seinen Beitrag  
leisten für das Ansehen der Sportstadt Berlin.  
Ihnen allen wünsche ich auf diesem Wege ein schönes und unver-  
gessenes Fest, dem Verein weiterhin sportliche Erfolge und seinen  
Mitgliedern für die Zukunft alles erdenklich Gute und weiterhin viel  
Freude am Segelsport.  
Peter Hanisch  
(
Präsident)  
1
1
Grußwort der  
Bezirksbürgermeisterin  
Liebe Vereinsmitglieder, liebe Segelfreunde, liebe Gäste,  
auf 100 Jahre Vereinsgeschichte kann der Joersfelder Segel-Club nun  
zurückblicken.  
In Ihrer nunmehr 100-jährigen Zeit des Bestehens haben Sie es trotz  
widriger Umstände geschafft, sich zu einem tatkräftigen Sportclub zu  
entwickeln und zahlreiche Meisterschaftstitel vorzuweisen.  
Der Sport hat heute einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft  
und Sportvereine wie Ihrer haben einen maßgeblichen Anteil daran.  
Der Joersfelder Segel-Club bietet seinen Mitgliedern, egal ob jung  
oder alt, Gelegenheit, Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit zu  
erfahren. Das Mit¿ebern bei Wettkämpfen überbrückt die Altersun-  
terschiede innerhalb der Gemeinschaft.  
Ich möchte mich bei allen Verantwortlichen und Mitgliedern bedan-  
ken, die den Segelclub zu einem beständigen Element des öffent-  
lichen Lebens gemacht haben, denn uns Reinickendorfern liegt der  
Wassersport am Herzen und im Blut.  
Ich wünsche dem Joersfelder Segel-Club für die Zukunft viel Erfolg  
sowie allen Mitgliedern, Freunden und Gästen viel Freude bei den  
Jubiläumsfeierlichkeiten, ein weiterhin so lebendiges Vereinsleben  
sowie auch in den kommenden Jahren den verdienten sportlichen  
Erfolg.  
Herzlichst  
Ihre  
Marlies Wanjura  
Bezirksbürgermeisterin  
1
3
Grußwort des  
Bezirksstadtrates für Sport  
Liebe Segelfreunde,  
sehr geehrte Damen und Herren,  
00 Jahre Joersfelder Segel-Club - auf diesen Geburtstag kann der  
1
Verein über alle Maßen stolz sein und ich möchte ihm zu diesem Jubi-  
läum alle guten Wünsche und meine Anerkennung für diese langjäh-  
rige Beständigkeit aussprechen.  
Am 14. Juli 1907 haben die 10 Gründungsmitglieder einen sehr so-  
liden Grundstein gelegt, denn nur so lässt es sich erklären, dass der  
Joersfelder Segel-Club in diesem Jahr ein so beachtliches Jubiläum  
feiert. Sein Heimathafen liegt von Anbeginn in Konradshöhe und von  
dort aus hat sich der Verein als eines der „Flaggschiffe“ des Reini-  
ckendorfer Segelsports ein Jahrhundert lang durch Höhen und Tiefen,  
Stürme und Wellen manövriert und auf seinem Weg viele Erfolge und  
Preise errungen.  
Bei dieser ereignisreichen Fahrt nicht nur auf den heimischen Ge-  
wässern, sondern auch auf den Weltmeeren standen stets seine Mit-  
glieder im Mittelpunkt, die durch ihr beipielhaftes Engagement den  
Segel-Club in all den Jahren weit über die Bezirks- und Landesgren-  
zen hinaus bekannt gemacht haben.  
Trotz seines stattlichen Alters ist der Verein alles andere als „betagt“,  
denn der Verein hat sich die Jugendarbeit ganz groß auf die Segel  
geschrieben. Die Erfolge sprechen für sich: Die hervorragende Nach-  
wuchsförderung wurde mit der Verleihung des „Grünen Bandes“ be-  
lohnt und die Kinder und Jugendlichen machen rund 30 % der über  
2
00 Mitglieder aus. Dank dieses enormen Einsatzes sind die Voraus-  
setzungen für ein weiterhin beständiges Vereinsleben und einen gu-  
ten Zusammenhalt geschaffen und ich wünsche Ihnen allen für die  
Zukunft alles Gute und weiterhin eine gute Fahrt!  
Ihr  
Frank Balzer  
1
5
Die ersten 25 Jahre  
Seine Entstehung verdankt der JSC weniger einem inneren Bedürfnis  
als einem äußeren, außerhalb des Segelsports liegenden Anlaß. Im  
Restaurant von Krüger in Joersfelde verkehrten im Jahre 1907 meh-  
rere junge Leute, die dort regelmäßig zusammenzukommen pÀegten.  
Der Gastwirt Krüger hatte nur eine beschränkte Schankkonzession,  
und um diese auszudehnen, brauchte er einen ständig bei ihm  
tagenden Verein. So bestimmte er die jungen Leute, die wassersport-  
lich interessiert waren, sich zu einem Klub zur PÀege des Segelns zu-  
sammenzuschließen. So wurde der JSC am Biertisch gegründet und  
trat zunächst als freie Vereinigung, noch nicht als eingetragener Ver-  
ein, ins Leben. Von den damaligen Gründern des Clubs gehören heute  
noch dem JSC die Kameraden Willi Seyring und Franz Schelenz an,  
während zwei weitere, die Kameraden F. Bath und Felix Loesch sen.  
dem Club bereits durch den Tod entrissen worden sind. Die of¿zielle  
Clubgründung ging am 14.Juli 1907 mit 10 Mitgliedern unter dem  
Namen „Segelklub Vereinigte Joersfelder Segelfreunde“ vor sich. Der  
erste Vorsitzende des Klubs war der Kam. Schmerler.  
1
907  
Die Mitglieder brachten, da es sich meist um junge Leute handel-  
te, mehr Idealismus und Begeisterung als Geld mit und so war der  
Bootsbestand des jungen Klubs sehr klein.  
Das erste Boot war die „Felicitas“ des Kam. Loesch sen., eine derbe,  
solide Klinkerjolle, der die „Samru“ des Kam. Schelenz, ebenfalls eine  
geklinkerte Jolle von 6m Länge, folgte. Der Club führte zunächst ei-  
links: Willi Seyring,  
1
1
. Vorsitzender 1908 - 1919  
und 1922 - 1924  
rechts: Franz Schelenz,  
. Vorsitzender 1924 - 1928  
1
7
Der Gründungsort des  
Joersfelder Segel-Clubs  
nen Stander, der dem heutigen, aber ohne Kreis und „J“ entsprach.Als  
sich herausstellte, daß dies der Stander des schon länger bestehen-  
den Segelclubs „Rhe“ in Königsberg war, wurde der heutige Stander  
gewählt. Über die ersten Jahre des Bestehens vermag der Chronist  
wenig zu berichten. Auf Kam. Schmerler folgte Kam. Seyring als Vor-  
sitzender. Nur langsam entwickelte sich der Club aufwärts. Nach wie  
vor wurden die Sitzungen regelmäßig im Lokal von Krüger abgehal-  
ten. Die Zahl der Jollen vergrößerte sich. Es kamen die Jollen „Sumpf-  
huhn“ des Kam. Guritz, die „Lotte“ des Kam. Wenzig, die „Forelle“ der  
Gebr. Fisch und weitere hinzu. An die Anschaffung von Kreuzern war  
damals noch nicht zu denken. Interessant ist, daß schon damals Boo-  
te auf dem Grundstück instandgesetzt wurden, auf dem sich heute  
unser Bootsschuppen be¿ndet. Im Jahre 1909 nimmt der Club den  
Namen „Joersfelder Segel-Club“ an, den er noch heute führt. Das  
sportliche Selbstbewußtsein der auf die Zahl 20 angewachsenen Mit-  
glieder war unterdessen so gestiegen, daß der Club in diesem Jahre  
den Antrag auf Aufnahme in den „Deutschen Segler-Verband“ stellte.  
Damals war der Verband der alleinige Repräsentant des deutschen  
Segelsports, hatte sich aber lediglich die PÀege des Rennsportes zur  
Aufgabe gesetzt. Er wollte auf deutschen Gewässern Segelregatten  
nach einheitlichen Grundsätzen zur Durchführung bringen. Ein An-  
1
909  
1
8
schluß an den Verband konnte dem jungen Club in sportlicher Bezie-  
hung nur dienlich sein. Bisher hatte man sich auf interne Regatten  
beschränkt. Aber wider Erwarten zeigte der Verband die kalte Schul-  
ter. Zum Verbandsverein waren die „Joersfelder“ noch zu jung und zu  
klein. Sie wurden an den bereits im Verband aufgenommen Segelclub  
Frithjof“ verwiesen, mit dem schon freundschaftliche Beziehungen  
bestanden. Der Club mußte sich also allein vorwärts bringen und hat  
dies auch in den nächsten Jahren mit Erfolg getan.  
Inzwischen hatte die zunehmende Ausdehnung des Segelsports, ins-  
besondere auf den Berliner Gewässern, neue Wünsche und Forde-  
rungen zu Tage treten lassen. Da der Deutsche Segler-Verband nach  
wie vor ausschließlich Regattasport pÀegte, die Unterhaltung inter-  
nationaler Beziehungen zu seiner Spezialaufgabe machte und zudem  
stark repräsentativen Charakter trug, wurde der Ruf nach einer Or-  
ganisation immer lauter, die auch die Fahrtensegelei und die PÀe-  
ge eines nationalen Regattasports auch auf Binnengewässern in ihr  
1
9
Programm aufnehmen sollte. So kam es auf Betreiben Robert Höfers  
vom „Seglerklub Oberspree“ im Jahre 1912 zur Gründung des „Deut-  
schen Segler-Bundes“. Zu seinen Mitbegründern darf sich der JSC,  
verkörpert in den Namen Seyring, Schelenz und Schmidt, zählen. Mit  
dem Eintritt in den „Bund“ setzte eine starke Aufwärtsbewegung des  
Clubs ein. Die Mitglieder betrachteten es als eine EhrenpÀicht, sich an  
allen Bundesregatten zu beteiligen. Dieses Bestreben sicherte dem  
Club bald eine hervorragende Stellung im Bunde.  
Das Jahr 1912 sollte aber noch ein weiteres bedeutsames Ereignis für  
die Entwicklung des Clubs bringen, seine Vereinigung mit dem Segel-  
club „Union“. Im Jahre 1912 tauchte zum ersten Male der Gedanke  
des Zusammenschlusses von Union mit dem Joersfelder Segel-Club  
auf. Beide Vereine hatten bisher zwar gesellschaftliche Beziehungen  
miteinander gepÀogen, waren aber sportlich bis auf einige Freund-  
schaftsregatten nur wenig zusammengekommen. Die sinkende Mit-  
gliederzahl von Union - es waren jetzt nur noch 19 Mitglieder vorhan-  
den, ferner die Schwierigkeiten, die die Wasserbau-Inspektion der  
Errichtung eines Steges vor dem Clublokal in Tegelort machte, ließen  
einen Zusammenschluß mit dem aufstrebenden Joersfelder Segel-  
Club vorteilhaft erscheinen. Beide Clubs zusammen hatten eher Aus-  
sicht, den beim einzelnen Club noch in ferner Zukunft liegenden Plan  
eines eigenen Clubgrundstückes und Clubhauses zu verwirklichen. In  
der Sitzung des SC Union vom 5. September 1912 wurde der Zusam-  
menschluß mit den Joersfeldern beschlossen. Zwar gab es verein-  
zelte Außenseiter, die gegen den Anschluß waren, aber die Mehrheit  
sah die Vorteile ein. Man gab jedoch dem Vorsitzenden Quast auf  
den Weg, peinlich darauf zu achten, daß die alte Tradition von Union  
nicht gänzlich in dem neuen Club untergehen möge. Nachdem der  
Joersfelder Segel-Club ebenfalls den Zusammenschluß beschlossen  
hatte, fand am 12. September 1912 die erste gemeinsame Sitzung  
beider Clubs statt. Zur Debatte stand zunächst die Frage des Na-  
mens und des Standers. Man einigte sich nach lebhafter Rede und  
Gegenrede schließlich auf den Namen „Joersfelder Segel-Club Union“  
und trug damit den früheren Namen beider Clubs Rechnung. Als sich  
später herausstellte, daß der neugewählte Name und Stander bereits  
von einem Weseryachtclub geführt wurde, ging erneut ein erbitterter  
1
912  
2
0
Kampf um Namen und Stander los. Schließlich nahm man den al-  
ten Namen „Joersfelder Segel-Club“ mit dem heutigen Stander an.  
Damit hatte Union Name und Stander vor dem JSC gestrichen. Das  
bedeutete für die Unionisten unter den Mitgliedern einen schweren  
Verzicht, da sie damit äußerlich jede Erinnerung an ihr früheres Be-  
stehen verschwunden sahen. Aber gleichzeitig stellte dieses Opfer  
ihrer Entsagung das beste Zeugnis aus und ehrte sie. Im Winter 1912  
fanden sich die Mitglieder, damit der Zusammenhalt in der stillen Zeit  
nicht verloren ging, regelmäßig bei einem Stammtisch in der Braue-  
rei Königstadt zusammen. Während sich im Vorsitz bisher die beiden  
Vorsitzenden des JSC und von Union vertreten hatten, wurde im Feb-  
ruar 1913 Seyring als 1.Vorsitzender des vergrößerten JSC gewählt.  
Kamerad Quast erhielt den Posten des 2.Vorsitzenden. Der Stander  
2
1
des Clubs wurde jetzt in Joersfelde, im Lokal von Krüger, und gleich-  
zeitig in Tegelort gehißt, wo man das bisherige Clubzimmer von Union  
beibehielt.  
Zu der damaligen Zeit war es für in Berlin wohnenden Mitglieder nicht  
so einfach wie heute, von Berlin aus den Club aufzusuchen. Eine Fahrt  
nach Joersfelde oder Tegelort kostete viel Zeit und konnte unter Um-  
ständen mühevoll werden. Mit der Straßenbahn gelangte man nur  
bis Tegel. Für den weiteren Weg war man auf die Wasserverbindung  
angewiesen. Der Dampferverkehr der Stern-Gesellschaft setzte aber  
erst mit dem Himmelfahrtstage ein. Vorher und im Winter blieb nur  
der zwar schöne, aber anstrengende Marsch auf Schusters Rappen  
durch den Tegeler Forst übrig, der über eine Stunde erforderte. Kos-  
tete die Dampferfahrt vor dem Krieg von Tegel nach Tegelort bereits  
2
0 Pfennig, so wurde mit der Inbetriebnahme von Motorbooten die  
Fahrt billiger. Der Konkurrenzkampf zweier Unternehmer bewirkte,  
daß man schließlich für 5 Pfennig mit dem Motorboot nach Tegelort  
gelangen konnte. Die Verkehrsverhältnisse besserten sich, als im  
Jahre 1912 durch die Gemeinde Heiligensee eine Straßenbahnlinie  
von Tegel nach Tegelort eröffnet wurde. Es war allerdings ein Ge-  
päckgeschwindmarsch vonnöten, mit dem die an der Endhaltestelle  
der Berliner Straßenbahn in Tegel ankommenden Fahrgäste zu der  
Abfahrtsstelle der Tegelorter Straßenbahn eilten. Wer am schnellsten  
rennen konnte, bekam noch einen Sitzplatz. Nach der Eingemeindung  
Tegelorts nach Berlin wurde die Straßenbahn durchgelegt und damit  
eine schnelle und bequeme Verbindung zum Club geschaffen.  
Auch das Jahr 1914 sah Seyring mit Quast als Stellvertreter an der  
Spitze des Clubs. Die drohende Kriegsgefahr warf im Sommer 1914  
noch keinen Schatten auf das sportliche Leben des JSC. Dieses ging  
langsam, aber rüstig aufwärts. Dann kam der Krieg und mit ihm er-  
losch jede Clubtätigkeit. Am 22.Oktober 1914 fand die letzte Sitzung  
während des Krieges statt, in der die Beitragsfreiheit für alle im Heeres-  
dienst stehenden und erwerbslosen Kameraden beschlossen wurde.  
1
914  
Das Clubinventar wurde den bewährten Händen des Kameraden Mohr  
anvertraut, der diese Aufgabe durch die lange Kriegsdauer hindurch  
2
2
vorbildlich erfüllte. Er fand sogar  
Zeit, sich um die zu dauerndem  
Sommer- und Winterschlaf ver-  
urteilten Boote der Kameraden  
zu kümmern. Glücklicherwei-  
se kamen die Clubboote um die  
drohende Fortnahme der be-  
reits beschlagnahmten BleiÀos-  
sen herum. Verödet lag jetzt die  
Oberhavel da. Kein Wimpel, kein  
weißes Segel Àatterte auf der  
blauen Fläche. Die Verteidigung  
des Vaterlandes ließ für frohen  
Segelsport keine Zeit.  
Der JSC mußte im Kriege den Tod  
der Kameraden Arthur Schmidt,  
Oskar Falck, Karl Pawelzik und  
Walter Lorenz betrauern, die ihr  
Leben für die Heimat ließen. Wir  
haben sie durch einen Gedenk-  
stein in unserem Clubgarten ge-  
ehrt, der ihre Namen trägt.  
Ehre ihrem Andenken!  
Das of¿zielle Wiedererwachen des  
Clubs aus der Starre der Kriegs-  
zeit fand am 14. Januar 1919 in  
einer Sitzung statt, zu der sich  
2
3
die der Fahne treu gebliebenen und aus dem Kriegsdienst heimge-  
kehrten Mitglieder versammelten. Man legte ein Art Rütlischwur ab  
und gelobte sich, mit allen Kräften am Wiederaufbau des Clubs tätig  
zu sein. Den Vorsitz übernahm Kamerad Werner, während man den  
Kameraden Quast zum Ehrenvorsitzenden wählte. Mit dieser Tagung  
begann eine Epoche, auf die der Club mit berechtigtem Stolz zurück-  
blicken kann. In den Jahren 1919 bis 1921 erstand unser schönes  
Anwesen mit dem Clubheim, der Hafenanlage und dem Bootsschup-  
pen.  
1
919  
Schon 1919 bot sich dank der aufopfernden Bemühungen der Kame-  
raden Quast und Seyring Gelegenheit, den bereits vor dem Kriege  
gehegten Wunsch nach einem eigenem Clubheim zu verwirklichen.  
Da der Club über eigenes Kapital nicht verfügte, wurde eine G.m.b.H.  
mit einem Stammkapital von 40.000 Mark gegründet. Die Gesell-  
schafteranteile wurden aus Mitgliederkreisen aufgebracht. Nicht ge-  
nug kann der hierin sich ausdrückende Idealismus dieser Kameraden  
gerühmt werden, da auf eine Verzinsung des hingegebenen Geldes  
kaum gerechnet werden konnte.  
Die G.m.b.H. erwarb das Grundstück Roonstraße 19 in Tegelort, das  
sich, am Wasser gelegen, besonders gut für die Zwecke des Clubs  
eignete. Das daneben gelegene unbebaute Grundstück Roonstraße  
Arbeiten vor dem neuen Boots-  
schuppen mit Slipbahn  
2
4
1
8 wurde erst später für den Club erworben. Unter dem Vorsitz des  
für 1920 wiedergewählten Kameraden Werner konnte im Frühjahr  
920 die Einweihungsfeier und Standerhissung vor sich gehen. Aber  
1
noch viel war zu tun. Das Gebäude war zum Teil von Mietern bewohnt,  
die infolge der Wohnungsnot und Zwangswirtschaft ein anderes Un-  
terkommen nicht ¿nden konnten und geduldet werden mußten. Noch  
waren keine Einrichtungsgegenstände, kein Casino vorhanden. Aber  
die Opferwilligkeit der Mitglieder trug Stück für Stück zusammen.  
Bald konnte die Clubgeselligkeit im eigenen Heim gepÀegt werden.  
Doch weitere wichtige Aufgaben harrten der Mitglieder.  
Kaum war der JSC ins eigene Haus eingezogen, da wurde schon mit  
dem Bau der von Kameraden Quast projektierten Hafenanlage be-  
gonnen. Während die Eckdalben von der Sterngesellschaft und die  
Grundpfähle von den Pionieren gerammt wurden, schufen die Mitglie-  
der in eigener Arbeit mit vorbildlichem Eifer den gesamten Bohlen-  
belag. Auch den Transport der im Walde aufgekauften und gefällten  
Bäume führten sie allein durch. Jede freie Stunde wurde dem Aufbau  
der Hafenanlage gewidmet und in dieser Zeit war der Club in des  
Wortes wahrster Bedeutung eine einzige Familie. Nie ist der Zusam-  
menhang unter den Kameraden inniger gewesen als damals.  
Im Jahre 1921 wurde die Aufbauarbeit weiter fortgesetzt, nachdem  
inzwischen die notwendigen Mittel durch Ausgabe von Spareinlagen  
aufgebracht worden war. Die Veranda, die sehr baufällig war, wurde  
erneuert und der Kellerraum als Gaststätte ausgebaut, wobei sich  
Kam. Schäfer hervorragend betätigte. Sodann wurde das Grundstück  
Roonstraße 18 hinzugekauft und damit das Clubgelände vorteilhaft  
abgerundet.  
Nun hatten die Joersfelder Platz, um den inzwischen dringend not-  
wendig gewordenen Bootsschuppen errichten zu können. Da mit den  
vorhandenen Mitteln sparsam umgegangen werden mußte, wurde  
die zum Abriß gestellte alte Badeanstalt in Tegelort und ein früherer  
Munitionsschuppen auf der gegenüberliegenden Havelseite aufge-  
kauft. Die Mitglieder ließen es sich nicht nehmen, den Abriß selbst  
vorzunehmen und schreckten nicht einmal vor Nachtwachen in Zelten  
zurück, um Diebstähle an dem damals so kostbaren Holze zu verhin-  
2
5
dern. Auf hochbeladenen Pontons brachten sie sodann die abgeschla-  
genen Balken und Bretter zum Clubgrundstück, wobei sich häu¿g  
gefährliche Situationen ergaben. Und jetzt begann ein eifriges Sägen  
und Hämmern, bis schließlich zur allgemeinen Befriedigung unser  
Bootsschuppen ohne den heutigen Zusatzbau entstand. Und wieder  
durften sich die Kameraden den Hauptanteil hieran selbst zumessen.  
Nicht unerwähnt darf an dieser Stelle das Wirken der Kameraden  
Seyring und Quast bleiben, die unermüdlich die Leitung dieser Arbei-  
ten übernahmen, immer von neuem den Eifer unter den Mitgliedern  
anstachelten und keine Mühe und Zeit scheuten. An die Errichtung  
des Bootsschuppens schloß sich die Anlage eines Slips an und damit  
war der Club von fremden Werften und Liegeplätzen unabhängig ge-  
worden.  
In gleichem Schrittmaß bewegte sich der sportliche Aufstieg. Der auf  
diesem Gebiet sehr rege Kamerad Schelenz führte im Winter 1920/21  
die Beaufsichtigung eines Serienbaues von 6 Booten durch und schuf  
damit dem Club wirkliche moderne Klassenfahrzeuge, die sich rege  
an allen Vereins- und Bundesregatten beteiligten.  
1
921  
Bei dem Erwerb des Clubgrundstücks mußte ein Übelstand in Kauf  
genommen werden, der darin lag, daß ein Streifen des Ufergeländes  
für den öffentlichen Verkehr freigehalten werden mußte. So sehr man  
auch das Interesse des Publikums an einer Uferpromenade anerken-  
nen muß, so machte sich diese Trennung zwischen Clubgrundstück  
und Clubhafen doch störend bemerkbar. Dieser Umstand führte im  
Sommer 1921 erstmalig zur Errichtung einer dauernden Nachtwache,  
die von Mitgliedern gestellt wurde, um die Sicherheit des Bootsmate-  
rials gegen Diebstähle zu gewährleisten. Auch hierbei zeigte sich die  
Opferwilligkeit der Kameraden für ihren geliebten Sport im besten  
Lichte; denn nicht immer waren die Nächte milde, oft prasselte ein  
Dauerregen herunter oder Nachtkühle ließ die nach dem warmen La-  
ger sich sehnenden Glieder schauern. Die wachsenden Schwierigkei-  
ten der Wachausübung durch Mitglieder, die zumeist im beruÀichen  
Leben standen, führten schließlich in der Saison 1925 dazu, diese  
von bezahlten Kräften ausüben zu lassen. Mit der Saison 1928 ¿el die  
Wache ganz fort.  
2
6
In den Jahren 1921 bis 1923 hatte der Club schwer mit den InÀati-  
onserscheinungen zu kämpfen. Die Beiträge mußten schließlich mo-  
natlich neu festgesetzt werden. Trotzdem stieg die Mitgliederzahl von  
Monat zu Monat. Im Juli 1922 wurde das 100. ordentliche Mitglied  
aufgenommen und die Zahl der Fahrzeuge stieg auf 51. Für 1922 gab  
Kam. Werner den Vorsitz an Kam. Seyring ab, der dieses Amt auch  
Nach einer Sitzung im Weißen Saal  
der Germania Säle  
1. Reihe oben:  
Wenzig, Lücke, Seyring, Schobert,  
Eisen, Schumann, Führer,  
Skutsch jun., H. Schmidt jun., Mohr  
1
923 und 1924 bekleidete.  
Über der regen Regattabeteiligung wurde in diesen Jahren das ge-  
sellschaftliche Clubleben nicht vernachlässigt. Besonders der rührige  
Vorsitzende Seyring war es, der mit nie versagender Fröhlichkeit im-  
mer wieder die Kameraden zusammenbrachte und den gemeinsamen  
Veranstaltungen zuführte. Unvergessen werden allen Teilnehmern die  
Fahrten des An- und Absegelns bleiben, die meist nach Papenberge  
oder Heiligensee führten und oft so feuchtfröhlich endeten, daß auf  
2. Reihe:  
Rademann, Seiritz, Schäfer, Ma-  
thes, Hannemann, Flick, Jeromin,  
Freitag  
2
7
Schleppzug nach Oberspree  
der Rückfahrt bisweilen Zickzackkurse eingeschlagen wurden. Die  
Not der Nachkriegszeit war damals nicht so spürbar. Die Gemüter  
waren sorgloser und unbeschwerter und die Trinklieder bei den ge-  
meinsamen Kommersen kamen freier aus den Kehlen. Schöne Erin-  
nerungen bilden auch die Waldfeste der damaligen Zeit, bei denen die  
Kameraden mit ihren Booten die Havel hinaufzogen, einen idyllischen  
Lagerplatz suchten und mit ihren Damen ein lustiges Lagerleben bei  
Bier und Würstchen aufführten. Damals waren die Havelufer, beson-  
ders auf der Spandauer Seite, an den Vormittagen noch menschen-  
leer. Damals konnten ohne lästige Zuschauer noch Gesellschaftsspie-  
le veranstaltet, Blinde Kuh und Plumpsack gespielt werden. Damals  
gab es noch keine Wochenendbewegung, kein Zeltleben, keine Padd-  
lermassen wie heute. Damals gehörte die Havel und ihre Ufer noch  
allein den freien Seglern.  
In diesem Zusammenhang müssen auch die sommerlichen Garten-  
feste erwähnt werden, mit denen die Joersfelder eine gewisse Be-  
rühmtheit erwarben. Das ausgedehnte Clubgrundstück eignete sich  
hervorragend zur Abhaltung solcher Feste.  
In den Jahren 1921 bis 1926 konnte es sich der Club noch leisten,  
bekannte Militärkapellen zu engagieren, die schon am Nachmittag  
2
8
ihre Märsche und Weisen erklingen ließen, während sich die Mitglie-  
der und ihre Gäste unter den dichten Kastanien des Clubgartens bei  
Kaffee und Kuchen wohl sein ließen. Korsofahrten der Motor- und  
Segelboote vor dem festlich geschmückten Garten, Wassersportspie-  
le, Lanzenstechen und andere Belustigungen, zu denen der benach-  
barte Kanuklub Borussia seine Mithilfe lieh, schufen prächtige Bilder.  
Wenn abends die farbigen Lampions aufÀammten und den Garten  
in bunte Lichter hüllten, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt.  
Den Abschluß solcher Feste bildete regelmäßig ein Ball in einem be-  
nachbarten Lokal. In den letzten Jahren, als die Not Einschränkungen  
erforderte und die Kapellen kleiner wurden, wurde der Abschluß des  
Festes in unserem ausgeräumten und geschmückten Bootsschuppen  
verlegt, was der Gemütlichkeit keinen Abbruch tat.  
Ausgelassene Fröhlichkeit  
beim Waldfest des JSC  
2
9
Die Aufzählung der festlichen Veranstaltungen des Clubs wäre unvoll-  
ständig, wenn wir nicht auch der stimmungsvollen Weihnachtsfeiern  
Erwähnung tun wollten, die alljährlich an einem der Feiertage statt-  
fanden. Im engsten Kreise fanden sich da die Mitglieder mit ihren  
Kindern zusammen, um gemeinsam Bescherung zu halten.  
Wenn hier das elektrische Licht erlosch und auf allen Tischen die  
Wachskerzen auÀeuchteten, wenn Kamerad Quast im langwallenden  
Barte oder Kamerad Schobert auf der Bühne erschienen ihre Ka-  
puzinerpredigten an Kleine wie an Große richteten, und schließlich  
die zusammengeströmten Gaben aus dem großen Sacke verteilten,  
herrschte echte Weihnachtsstimmung.  
Mit Ende des Jahres 1922 war die Mitgliederzahl auf den Rekordstand  
von 119 gestiegen. Jetzt war  
die Zeit gekommen, die Last der  
G.m.b.H., die nur auf einem be-  
schränkten Kreise von Mitgliedern  
ruhte, auf breitere Schultern zu  
verteilen. Es wurde eine Umlage  
beschlossen, die als Baufonds zur  
Ablösung eines großen Teiles von  
G.m.b.H.-Anteilen verwendet wur-  
de. Ein großer Teil der Kameraden  
stellte auch in selbstloser Weise  
seine Anteile dem Club zur Verfü-  
gung. Damit bekam der Club die  
überwiegende Mehrheit der An-  
teile in seine Hand und entzog die  
Die „Stipper“ des Kameraden Max  
Mothes an der Uferpromeade vor  
der Sechserbrücke in Tegel  
G.m.b.H. allen privaten Bestrebungen. Gleichzeitig wurde erreicht,  
daß die zahlreichen neuen Mitglieder ihr ScherÀein zu dem großen  
Werk der Schaffung eines Clubheimes, des Hafens und Schuppens  
beitrugen. Mit der Erhöhung der Mitgliederzahl in den Jahren 1922 bis  
1
924 hielt die sportliche Entwicklung gleichen Schritt. Der Joersfelder  
Stander war auf allen Bundesregatten stark vertreten.  
Der Club machte damals sportlich eine Glanzperiode durch. Un-  
vergessen wird das Andenken an Kam. Loesch jr. bleiben, der auf  
3
0
Muckerle“, L 7, die erste Bundesmeisterschaft holte und sich mit  
Kam. Schelenz, dem Sieger in unzähligen Regatten, die Lorbeeren  
teilte. Wem steigen nicht weiter Erinnerungen an Kam. Max Mothes  
mit seinem unbesiegbaren „Stipper“, an Hans Werk mit „Pandora“,  
an Max Hoppe mit „Frechdachs“ und an Weinspachs „Heti“ auf. Sie  
alle sorgten dafür, daß der JSC überall, wo er auftauchte, geachtet,  
aber auch gefürchtet wurde. Wer erinnert sich nicht weiter der Re-  
gattakommission der damaligen Jahre, in der als ruhende Pole in der  
Erscheinungen Flucht die Kameraden Skutsch sen. und Rietsch ihren  
Mann standen. Besonders Kam. Skutsch sen., unser „Papa“, war es,  
der bis zum heutigen Tage der Regattasegelei sein Hauptinteresse  
zuwandte und neben Kam. Amberg organisatorisch tätig war.  
1925  
In gleichem Maße wie die SeglerÀottille wuchs auch die Zahl der Mo-  
torboote. Anfangs von den Seg-  
lern ungern gesehen, verstanden  
es die Eigner doch bald, sich dem  
seglerischen Hauptinteresse ein-  
zuordnen. Bei Regatten, wenn sie  
die Wettfahrtkommission an Ort  
und Stelle brachten, bei Flauten,  
wenn sie einen stilliegenden Seg-  
ler in Schlepp nahmen, wurden  
sie sehr geschätzt. Später kam es  
sogar zur Bildung einer eigenen  
Motorbootsabteilung unter einem  
Obmann.  
Clubhafen am Abend  
Im Winter 1925 mußte sich der  
Club zu seinem Bedauern dazu  
entschließen, dem Deutschen  
Segler-Bund, dem er so viele Jah-  
re mit Hingabe gedient hatte und  
an dessen Gründung er hervorra-  
gend beteiligt war, den Rücken zu  
kehren. Die Gründe lagen in der  
damaligen Leitung des Bundes,  
3
1
mit der der Club nicht konform gehen konnte. Führend in der Oppo-  
sition gegen die Bundesleitung war der Segelclub Oberspree, dessen  
Vorgehen sich der JSC anschloß. Dieses damalige Schulter an Schul-  
ter kämpfen mit dem SCO führte zu einer innigen Verbindung beider  
Vereine, die sich trotz der weit auseinander liegenden Reviere bis auf  
den heutigen Tag erhalten hat. Mit dem SCO trat der JSC aus dem  
Bund. Schwer ¿el uns allen dieser Entschluß, jedoch blieb uns keine  
andere Wahl. Nachdem der JSC einige Monate ohne Anschluß an eine  
Organisation geblieben war, trat er im März 1926 dem Deutschen  
Segler-Verband bei. An der Spitze des Verbandes stand damals Ge-  
heimrat Dr.h.c. Professor Busley, eine Persönlichkeit, die weit über  
die Grenzen des Verbandes Achtung genoß und den deutschen Se-  
gelsport sehr gefördert hat. Er wandte sofort unserem in Verbands-  
kreisen noch fremden Club reges Interesse zu. Einen Ehrentag in  
der Geschichte des Clubs wird die Preisverteilung im November 1927  
bilden, zu der Geheimrat Busley mit den Herren Deter und Kapitän  
Weniger erschienen war. Persönlich überreichte er in seiner bekannt  
liebenswürdigen Weise unseren Siegern die Preise und hinterließ bei  
uns allen einen unvergeßlichen Eindruck. Wir sahen ihn damals zum  
letzten Male. Auf einer Weltreise, die er im Frühjahr 1928 trotz seines  
hohen Alters unternahm, ereilte ihn der Tod.  
1
927  
Der JSC ließ es sich nicht nehmen, sogleich im Verbande eifrig mit-  
zuwirken. Er entsandte zu den Seglertagen in Berlin, München und  
Wien einen Vertreter und nahm auch alle Sitzungen des ständigen  
Ausschusses der Berliner Verbandsvereine wahr. Im Tegeler Revier  
schloß er sich an die Segler-Vereinigung Tegel und den Segelklub  
Frithjof an, die außer ihm in diesem Revier Verbandsvereine waren.  
Gemeinsame Wettfahrten festigten den Zusammenhang unter den 3  
Vereinen. Die alljährlich im Herbst veranstaltete Tegeler Woche zog  
zahlreiche Vertreter anderer Verbandsvereine heran.  
Der Joersfelder Stander wurde damals siegreich über alle Wettfahrten  
von der 20 qm Rennjolle „Magrefh“ getragen, zu deren Anschaffung  
für die Jugendabteilung des Clubs Kam. Kuke hochherzig anläßlich  
der Preisverteilung im November 1927 den größten Teil gestiftet  
hatte. Unter der bewährten Führung der Kameraden Leonhardt und  
Wenzig brachte die „Magrefh“ zahlreiche Preise nach Hause. Die Mit-  
gliederzahl war unterdessen stark gestiegen. Im Januar 1924 betrug  
3
2
sie 125, um im Januar 1925 auf 110 und im Januar 1927 auf 86 zu  
sinken. Das Jahr 1927 bescherte dem Clubhaus einen neuen Anstrich  
und der Schuppen erhielt durch eine elektrische Lichtanlage eine er-  
höhte Gebrauchsfähigkeit.  
Am Horizont des Clubhimmels tauchte damals eine schwarze Wol-  
ke auf, die glücklicherweise schnell vorüberzog. Es handelte sich um  
das Projekt, vom Restaurant Leuchtturm in Tegelort nach Spandau-  
Rust eine Brücke zu schlagen. Eine solche hätte jedes größere segle-  
rische Leben unseres Clubs zum Erliegen gebracht und hätte ihm ein  
Weiterbestehen nur als Motorbootclub gestattet. Aber die fehlenden  
Mittel erlaubten schon damals die Verwirklichung dieses Planes nicht  
und wird es auf absehbare Zeit auch nicht tun.  
Durch die Notwendigkeit, eine auf dem Clubgrundstück ruhende Hy-  
pothek abzulösen, entstanden Schwierigkeiten in der Geldbeschaf-  
fung. Zwar wurde erreicht, daß die Stadt Berlin für eine neue Hypo-  
thek die Bürgschaft übernahm, jedoch konnte selbst daraufhin kein  
Geld zu annehmbaren Bedingungen aufgetrieben werden. Schließlich  
gab eine Versicherungsgesellschaft das Geld, aus dem neben der Ab-  
Malpertus“ im Hafen von  
Rönne (Bornholm)  
3
3
lösung der Hypothek die Betonierung des Bootsschuppens bestritten  
wurde, womit ein langgehegter Wunsch der Bootseigener Erfüllung  
fand.  
Im Geschäftsjahr 1928 übernahm Kam. Gneomar Müller der Vorsitz.  
Schon damals machte sich die Verschlechterung der wirtschaftlichen  
Lage im Clubleben bemerkbar. Während sich der Mitgliederbestand  
noch auf der alten Höhe halten konnte, gingen die Einnahmen aus  
Beiträgen und aus dem Kasinobetrieb, hervorgerufen durch die Be-  
schäftigungslosigkeit zahlreicher Mitglieder, erheblich zurück. Auch  
im Bootsbestand zeigten sich verschiedene Lücken.  
1
928  
Inzwischen erfuhr unser Klubheim durch eine Stiftung unserer Kam.  
Die neue Schifferstube nach der  
Renovierung  
Erich Kuke und Albert Buller, beide Ehrenmitglieder des JSC, eine  
wertvolle Bereicherung. Der Kellergastraum wurde zu einer richtigen  
holzgetäfelten Schifferstube umgewandelt und damit ein so behag-  
licher Raum geschaffen, daß in ihm stets Kameraden zu ¿nden sind,  
die hier männiglichen Umtrunk halten. Im Winter warme ZuÀucht, im  
Sommer kühlen Aufenthalt bietend, hat unsere Schifferstube manche  
gemütliche Stunde miterlebt, hat manchen Zecherkreis bis in den  
Morgen hinein tagen sehen und ist wohl der am meisten besuchte  
3
4
Raum unseres Clubheimes. Jedoch auch die übrigen, insbesondere  
die oberen Räume wurden nicht vernachlässigt. In späteren Jahren  
vereinigte man die beiden Zimmer des 1. Stockwerkes zu einem und  
schuf damit einen kleinen, für intime Festlichkeiten, für Sitzungen  
und Kommerse gut geeigneten Saal, der eine Zierde unseres Hauses  
mit seiner geschmackvollen Ausstattung bildet. Auch in dieser Bezie-  
hung hat sich der JSC von fremden Räumlichkeiten und Lokalen frei-  
machen können. Im obersten Stockwerk wurde ein Vorstandszimmer  
und ein Schlafraum für Mitglieder und Gäste eingerichtet.  
Im September 1929 erhielt endlich unsere Jugendabteilung die An-  
erkennung des Deutschen Seg-  
ler-Verbandes und des Reichs-  
ausschusses für Leibesübungen.  
Damit waren einer weiteren  
Ausbreitung  
dieser  
Abteilung  
die Wege bereitet. Es muß stets  
Ehrenaufgabe eines Segelclubs  
sein, die Ausbildung des segle-  
rischen Nachwuchses zu pÀegen,  
dem Sport stets neue, frohe und  
freie Menschen zuzuführen, und  
sie zu echter Kameradschaft zu  
erziehen. Dieser Aufgabe ist sich  
der JSC immer bewußt gewesen.  
Leider mußten die Pläne auf einen  
großzügigeren Ausbau unserer  
Jugendabteilung noch zurück-  
gesteckt werden, da hierfür die Mittel und Persönlichkeiten fehlten.  
Neuerdings scheint sich jedoch eine Besserung durch die Aufnahme  
von Schülern des Werner-Siemens-Realgymnasiums anzubahnen,  
denen der Club für ihre Ruderriege Gastfreundschaft gewährt hat.  
Die Jugendabteilung  
Ein Zeichen der Zeit war es, daß ein Teil der Mitglieder dem teuren,  
ständig Neubauten erfordernden Rennsport den Rücken kehrte und  
sich der Wandersegelei zuwandte. Kam. Koenig rief eine Gruppe der  
Wandersegler ins Leben, die unter seiner Leitung zahlreiche Fahrten  
3
5
in die nähere und weitere Umgebung unternahm. Auch früher waren  
schon von einzelnen Fahrzeugen größere Touren durchgeführt wor-  
den. So hatte sich Kam. Dehmel mit seiner Mannschaft auf dem Fünf-  
undsiebziger „Hansa IV“, Kam. Girschner auf „Sonnenkind“, Kam.  
Werk auf „Pandora“ und Kam. Schäffer auf „Tümmler“ Salzwasser um  
die Ohren spritzen lassen. Und jetzt führte Kam. Koenig den Joersfel-  
der Stander bis nach Kopenhagen. Daß trotzdem die Regattensegelei  
nicht zu kurz kam, dafür sorgten schon die Kameraden Leonhardt,  
Wenzig, Gabert, Schäffer, Beck und Gasde.  
Das Jahr 1929 stellte unseren Kameraden Willi Führer an die Spitze  
des Clubs, der schon jahrelang das Amt des 2. Vorsitzenden bekleidet  
hatte. Auch er trat wie sein Vorgänger Müller sein Amt nicht unter den  
besten Auspizien an. Das Hauptaugenmerk mußte darauf gerichtet  
1
929  
Malpertus“ und „Reidun“ im Hafen  
von Sassnitz  
3
6
werden, den Clubetat den augenblicklichen Verhältnissen anzupas-  
sen. Daß ihm dies zusammen mit einem sorgfältig zusammengesetz-  
ten Vorstand gelungen ist, beweist das unerschütterte Fortbestehen  
des Clubs bis auf den heutigen Tag.  
Einen stimmungsvollen Abschluß fand die Segelsaison 1929 mit  
einem Absegeln, das in Form einer Fuchsjagd veranstaltet wurde.  
Als Fuchs bei den Seglern diente die von Kam. Wenzig gesteuerte  
Magrefh“, die trotz eifrigen Suchens nicht gestellt werden konnte.  
Dagegen mußte sich der „Molch“, das Motorboot des Kam. Schobert,  
aufstöbern lassen. Das traditionelle Stiftungsfest 1929 wurde im glei-  
chen Rahmen wie 1928 mit einem Festessen und nachfolgendem Ball  
im Hotel Prinz Albrecht begangen.  
Im November 1929 mußte der Club das plötzliche Ableben eines sei-  
ner beliebtesten Mitglieder, des Kam. Willi Schreiber, betrauern. Ge-  
schlossen folgten wir seiner Bahre und legten Zeugnis von dem Ka-  
meradschaftsgefühl ab, das uns mit dem Verstorbenen verband.  
Kam. Schreiber hat es sich zu seinen Lebzeiten zur Aufgabe gesetzt,  
den Kriegsgefallenen des Clubs zu einem würdigen Ehrenmal zu ver-  
helfen. Eine von ihm ein geleitete Sammlung von Geldspenden hatte  
bereits namhafte Ergebnisse gezeitigt. Sein so jäh unterbrochenes  
Werk wurde in seinem Sinne dank der Opferwilligkeit vieler Kame-  
raden, besonders der Herren Kuke und Frei, zu Ende geführt und so  
konnte im Februar 1930 im Beisein befreundeter Vereine und vieler  
ehemaliger Kameraden ein Gedenkstein enthüllt werden, der auf ei-  
ner Bronzeplatte die Namen der gefallenen Kameraden trägt. Der  
Stein hat im hinteren Teile des Clubgartens einen ebenso würdigen  
wie stillen Platz gefunden.  
Die Segelsaison des Jahres 1930 sah den Club wieder auf allen Regat-  
ten des Verbandes. In vieler Erinnerung wird noch jene Herbstregatta  
auf dem Müggel sein, bei der der Sturm 3 Tage hintereinander wütete,  
schwere Fahrzeuge von den Bojen losriß und auf das Ufer als Wrack  
setzte. Bei dieser Regatta glänzte unser „Puck V“ des Kam. Gabert unter  
Leonhardts Führung, dem es als einzigem Boot seiner Klasse gelang,  
3
7
die ganze Bahn zu absolvieren. Nach dem Bericht von Augenzeu-  
gen muß es ein wunderbares Bild gewesen sein, zu sehen, wie unser  
Puck“ halb aus dem Wasser herausgehoben die großen Boote über-  
holte und wie ein Àiegender Holländer durch die Wellen schoß. Eine  
von den Verbandsvereinen des Tegeler Reviers gemeinsam veran-  
staltete Preisverteilung beschloß  
die Saison. Trotz vieler widriger  
Umstände stand auch 1931 der  
Club sportlich seinen Mann. Wir  
beteiligten uns bei dem Kämp-  
fen um den Robert-Höfer-Erin-  
nerungspreis und bei dem Jubi-  
läumspreis des V.S.a.M. Wenn  
hierbei unsere Segler auch nicht  
als Sieger zurückkehrten, so  
waren sie doch in den vorders-  
ten Reihen zu ¿nden.  
Wenn 1930 schon als Krisenjahr  
im Clubleben zu bezeichnen  
war, so wurden die Verhältnisse  
1
931 noch schlechter. Es war  
nicht leicht, das SchifÀein des  
JSC durch alle wirtschaftlichen  
Fährnisse glücklich hindurch-  
Herbstregatta“ auf der Müggel  
zusteuern. Die Beschränkungen, die der Einzelne sich auferlegen  
mußte, wirkten naturgemäß auf das Ganze zurück. Durch starke Ein-  
nahmeausfälle waren die Club¿nanzen auf das äußerste angespannt.  
An Rücklagen, Neuanschaffungen und Verbesserungen war nicht zu  
denken. Alle Kraft mußte darauf gerichtet werden, das Bestehende  
zu erhalten. Und doch ergaben sich zwangsläu¿g immer wieder neue,  
unvorhergesehene Ausgaben. Im Herbst 1930 mußte die von einer  
Zille beschädigte Slipanlage, soweit sie unter Wasser lag, neu verlegt  
werden. 1931 konnte die Erneuerung der übrigen Slipanlagen und die  
Anschaffung einer neuen Winde nicht länger hinausgeschoben wer-  
den. Auch im Deutschen Segler-Verbande machte sich die schlech-  
te Wirtschaftslage bemerkbar. Der für 1931 vorgesehene Seglertag  
mußte ausfallen.  
1
930  
3
8
Schwer traf den Club der Verlust von dreien seiner Mitglieder, die mit  
ihm eng verbunden waren. Im Mai 1931 ging nach schwerem Kran-  
kenlager Kam. Julius Schäffer an den Folgen eines Unfalls von uns.  
Im November folgte ihm unser Ehrenmitglied Felix Loesch, der zu den  
Gründern des Klubs gehört hatte. Und im Januar 1932 mußten wir  
Herrn Hermann Hille den letzten Gruß erweisen, der lange Jahre dem  
Club treu gedient hatte und erst kurz vor seinem Tode ausschied.  
Der Club hat nunmehr sein 25. Lebensjahr hinter sich. Als einer  
der äußersten Exponenten im nördlichen Segelrevier Berlins hat er  
schwer um seinen Aufbau ringen müssen. Aber er hat diese 25 Jahre  
lang bewiesen, daß er existenzberechtigt ist. Stolz kann er auf das  
bisher Erreichte zurückblicken und trotz aller Nöte und Fährnisse darf  
er mit Vertrauen in das zweite Vierteljahrhundert seines Lebens ein-  
treten. Mehr denn je stellt heute der alte Spruch „Mens sana in cor-  
pore sano“ eine Forderung dar, die zu verwirklichen dem Segelsport  
nicht in letzter Linie zugewiesen  
1
932  
Jubiläumsfeier  
25 Jahre Joersfelder Segel-Club  
ist. Und so wollen wir unserem  
JSC zu seinem Jubeltage zurufen,  
daß er weiterhin unentwegt und  
treu die Aufgaben erfüllen möge,  
die er die ersten 25 Jahre seines  
Bestehens im deutschen Segel-  
sport erfüllt hat.  
3
9
4
0
Das Vereinshaus zur Gründerzeit  
4
1
Die Jahre 1933 bis 1945  
Ein Segelclub kann wie der Sport insgesamt nicht unberührt bleiben  
von den gesellschaftlichen Ereignissen, die um ihn herum statt¿nden.  
So war es auch 1933, als die Nationalsozialisten in Deutschland die  
Macht ergriffen. Die Gleichschaltung, die Hitler nach der Verabschie-  
dung des Ermächtigungsgesetzes im März 1933 vorantrieb, nahm  
auch die Sportbewegung in Deutschland in den Griff. Sport wurde im-  
mer mehr zur politisch verordneten Volksertüchtigung, zur Erziehung  
der Jugend – vor allem des männlichen Teils – zur Wehrfähigkeit. Die  
großen Sportverbände wurden diesem Ziele verpÀichtet, zur dessen  
Durchsetzung wurden „Führer“ an die Spitze der Verbände gestellt,  
die für die Realisierung der nationalsozialistischen Vorgaben zu sor-  
gen hatten. Der Deutsche Seglerverband existierte zwar noch, wurde  
aber dem „NS-Reichsbund für Leibeserziehung“ unterstellt. Der Ver-  
bandsführer war ein Oberstleutnant. Dies zeigt die enge VerÀechtung  
sportlicher und militärischer Ziele im „Dritten Reich“.  
1
1
933 -  
945  
Im Clubleben machte sich diese Ausrichtung nach und nach konkret  
bemerkbar. Der Vorsitzende hatte jetzt „Vereinsführer“ zu heißen,  
die Jugendlichen hießen „Jungmannen“, die Versammlungen muss-  
ten mit dem „deutschen Gruß“ beendet werden. Das Amt des „Diet-  
warts“ wurde verpÀichtend eingeführt. Er hatte dafür zu sorgen, dass  
die Versammlungen in „völkischer Haltung“ über die Bühne gingen  
und die „richtigen“ Lieder ge-  
Slippen ist geschafft!“  
sungen wurden. Deshalb gab  
es bei Clubversammlungen im-  
mer den Tagesordnungspunkt  
„Völkische Aussprache“. Im Jo-  
ersfelder Segel-Club hielt sich  
diese „völkische“ Erziehung in  
Grenzen. In den Protokollen der  
Versammlungen aus jener Zeit  
ist meist vermerkt, dass der Ta-  
gespunkt entfallen müsse, weil  
der Dietwart nicht erschienen  
war. Jugendmitglieder des Clubs  
mussten der Hitlerjugend ange-  
hören. Jugendliche Segler wähl-  
ten damals oft die Marine-HJ,  
4
2
weil sie dann im Dienst immer noch die Möglichkeit hatten, ihrem  
Hobby zu frönen. Männliche Mitglieder im wehrfähigen Alter wurden  
zum Militärdienst eingezogen und kämpften ab 1939 an der Front.  
Der JSC schickte seinen Soldaten Feldpostpäckchen, um ihnen das  
Leben an der Front zu erleichtern und ihnen ein Stück Heimatgefühl  
zu vermitteln. Die Feldpostbriefe der Kameraden wurden bei den Mit-  
gliederversammlungen verlesen.  
1
938 wurden vorübergehend Sudentendeutsche im Clubhaus einquar-  
Schärenkreuzer R 39  
des Kameraden L. Kluge  
tiert. Sie waren wegen der Zuspitzung der ethnischen Auseinander-  
setzungen in der Tschechoslowakei ins „Reich“ umgesiedelt worden.  
Clubmitglieder beschwerten sich über sie, weil sie es anscheinend mit  
fremdem Eigentum nicht so genau nahmen.  
Im Oktober 1939 stellte der Joersfelder Segel-Club seine Räume dem  
Bezirksamt zur Verfügung, um darin ein Kinderheim einzurichten.  
Da viele Familien durch den Kriegseinsatz der Väter und die Arbeits-  
pÀicht der Mütter auseinander gerissen waren, wurden Kinder oft in  
Heimen untergebracht, wo sie natürlich die „nationale“ Erziehung  
des Staates erhielten.  
1
940 wurde dem JSC eine Einheitssatzung verordnet - gültig für alle  
4
3
Sportvereine. Darin war festgelegt, dass alle Abstimmungen nur noch  
einstimmig“ zu erfolgen hatten. Gleichschaltung auf Clubebene. Das  
NS-Regime verordnete, dass während des Krieges keine Neuwahl des  
Vereinsführers“ erfolgen durfte. Auch alle anderen Mitglieder, die ein  
Amt ausübten, mussten auf ihrem „Posten“ bleiben.  
Das Clubleben war während der NS-Zeit sehr stark durch die Maß-  
nahmen zur „Wehrertüchtigung“ bestimmt. Diesem Zweck dienten  
auch die „P¿ngsttage der deutschen Leibesübungen“. So wurden die  
Segler im Bezirk Tegel 1942 durch den Bezirkswettfahrtobmann auf-  
gefordert, an der „Propagandafahrt“ der Boote von der Strandpro-  
menade in Tegel bis nach Havelgemünd teilzunehmen. Die Fahrt hat-  
te als Geschwaderfahrt im Kielwasser des Flaggschiffes zu erfolgen.  
Sehr beliebt scheint diese Zwangsveranstaltung nicht gewesen zu  
sein, weil der Obmann in seinem Rundschreiben die Clubs eindring-  
lich ermahnt, die Fahrt ja nicht vorzeitig zu beenden.  
Ein wichtiger Bestandteil der Gleichschaltung der Nazis war die so  
genannte Arisierung. Auch Sportvereine blieben davon nicht ver-  
schont. Ab 1937 sollten jüdische Mitglieder ausgeschlossen werden,  
um eine homogen „arische“ Mitgliedschaft zu garantieren. Die Haken-  
kreuzfahne durfte nicht mehr auf Booten gehisst werden, auf denen  
sich ein jüdischer Segler befand. In den Unterlagen des JSC ¿ndet  
sich ein Brief, der zeigt, wie die Ausgrenzung der Juden begann. Der  
JSC-Kamerad Helmut Diederich beteiligte sich 1938 mit seinem See-  
fahrtkreuzer „Elvira III“ am „Fahrtenwettbewerb See“ des Deutschen  
Segler-Verbandes. Aufgrund seiner herausragenden Leistung hätte  
ihm ein Preis gebührt. Der Verbandsführer des Deutschen Seglerver-  
bandes, Oberstleutnant a. D. Kewisch, teilte ihm jedoch mit, dass er  
trotz der „Spitzenleistung“ keinen Preis bekommen könne, weil seine  
Frau Jüdin sei. Der Kamerad Diederich nahm diesen Vorfall zum An-  
lass, Deutschland 1939 zu verlassen und in die USA zu emigrieren.  
Von dort aus blieb er bis in die 1990er Jahre mit dem Kameraden  
Werner Richter in Verbindung und schwärmte in seinen Briefen von  
den „stürmischen Regatten“ seiner Seglerzeit und von der Gesellig-  
keit im JSC.  
4
4
4
5
Wie sah unter den Bedingungen der Gleichschaltung und während  
des Krieges das Clubleben aus? Es wurde immer noch gesegelt, ge-  
feiert und das gesellige Leben gepÀegt. Im Oktober 1938 fand eine  
„Herrenpartie“ statt, ein BusausÀug zum befreundeten Ruppiner Se-  
gel-Club. Dabei ging es, wenn man dem Bericht eines Kameraden  
glauben darf, feucht-fröhlich zu. Die Versorgungslage der Bevölke-  
rung war, weil die Wirtschaft schon auf den Krieg ausgerichtet war,  
karg. Genussmittel gab es nur noch auf Bezugsschein. So wurde ab  
1
939 in der Gastronomie des Clubs kein reiner Bohnenkaffee mehr  
ausgeschenkt, sondern nur noch eine „Mischung“. Der „Kasinowirt“  
räumte den Mitgliedern jedoch die Möglichkeit ein, mitgebrachten  
echten Kaffee in der Küche brühen zu lassen. Dafür wurden pro 1»4  
Liter 25 Pfennig, einschließlich Milch und Zucker, berechnet. Auch  
Ansegelfeiern gab es damals noch, aber auch sie unter erschwerten  
Bedingungen. Zur Ansegelfeier 1942 in der „Gaststätte Dannenberg“  
in Heiligensee musste jeder Kamerad die 50-g-Fleischmarke mitbrin-  
gen, um am Essen teilnehmen zu können. Die Absegelfeier 1943 im  
eigenen Clubhaus wurde mit „Haustrunk“ bestritten. So nannte man  
damals die Spirituosen, die man von zu Hause mitbrachte.  
Auch die Überholungsarbeiten an den Booten litten unter der schlech-  
ten Versorgungslage. So wird berichtet, dass im Winter 1942/43 von  
den bestellten 80 kg Lacken und Farben nur 55 kg zugeteilt wurden.  
1
943 verlangte die Rüstungsinspektion vom Club eine Aufstellung  
über die vorhandenen Motorboote,  
um sie notfalls für den militärischen  
Einsatz requirieren zu können.  
Vom 27. Juli bis 31. Juli 1938 fand in  
Breslau das „Reichssportfest“ (vor-  
mals „Deutsches Turn- und Sport-  
fest“) statt. Vom Joersfelder Segel-  
Club beteiligten sich die Kameraden  
Scheller, Amberg und Luther an den  
Wettkämpfen der Segler. Dabei ge-  
wann der Kamerad Günter Luther  
bei den Olympia-Jollen den Punkt-  
preis, was als besonderer Erfolg zu  
werten ist.  
4
6
Von der Nachkriegszeit  
bis zum 75. Jubiläum  
Mit Kriegsende 1945 – der Club blieb mit seinen Einrichtungen von  
Bombenschäden verschont – wurde das Grundstück beschlagnahmt.  
Ebenso die vorhandenen Boote, die zum Teil von der französischen  
Besatzungsmacht vom Grundstück entfernt wurden. Im Clubhaus  
gab es Zwangseinweisungen von ausgebombten Mitbürgern oder  
Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten. Die Versorgungslage  
war noch schlechter als wäh-  
1
1956  
945  
-
rend des Krieges, weil es die  
Besatzungsmächte nach dem  
Zusammenbruch des Nazi-Re-  
gimes noch nicht schafften, die  
Wirtschaft wieder in Gang zu  
bringen. Selbsthilfe war deshalb  
angesagt. Ältere Clubmitglieder  
erinnern sich noch sehr gut dar-  
an, dass auf dem Clubgelände  
Schweine und Hühner gehalten  
wurden,diederSelbstversorgung  
der Menschen dienten. Auch die  
Schifferstube soll als Ziegenstall  
zweckentfremdet worden sein.  
Allmählich kam das normale  
Clubleben wieder in Gang. Am  
2
2. September 1946 fand die  
erste Mitgliederversammlung  
nach dem Zweiten Weltkrieg  
statt. Für die Rechtsnachfolge  
des beschlagnahmten Grundstü-  
ckes wurden fünf Kameraden des  
JSC benannt. 1947 erfolgte die  
Neuanmeldung des Vereins und  
die Vorlage einer neuen Satzung.  
Die Versammlungen mussten bei  
der französischen „Kommandan-  
tur“ zehn Tage vorher angemel-  
det werden. Dabei waren Wohnort und Staatsangehörigkeit des Red-  
ners anzugeben.  
Schärenkreuzer R 52 „Reidun“  
des Kameraden Schiele  
4
7
Am 14. Januar 1949 wurde den fünf benannten Mitgliedern des Joers-  
felder Segel-Clubs im Bezirksamt Reinickendorf von Stadtrat Paul die  
Wiederzulassungsurkunde überreicht. Damit wurde aus der „Segels-  
parte Tegel – Gruppe 5“, so der Name zu Beginn der Besatzungszeit,  
wieder der Joersfelder Segel-Club. Die erste Jahreshauptversamm-  
lung fand am 18. Februar 1949 im Restaurant „Lichtburg“ statt.  
Ab 1948 machte sich die ideologische Teilung der Stadt im Leben der  
Berliner bemerkbar. Ab Juni 1948 gab es in Berlin zwei Währungen, in  
den drei Westsektoren die DM und im Ostsektor die Mark der DDR, im  
Volksmund „Ostmark“. Der JSC trug diesem Umstand dadurch Rech-  
nung, dass er am 31. Oktober 1948 den Clubbeitrag auf eine Mark  
West und fünf Mark Ost festlegte. Im Juli 1953 – einen Monat nach  
dem gescheiterten Arbeiteraufstand in der DDR – wurde der in der  
DDR beheimatete „Wassersportclub Hohenschöpping“ als korporati-  
4
8
ves Mitglied aufgenommen. Diese Aufnahme kann man als einen Akt  
der Solidarität und der sportlichen Verbundenheit über ideologische  
Grenzen hinweg interpretieren.  
Nach der Neugründung Anfang 1949 ging es mit dem Club rapide  
bergauf. Einem Protokoll aus dem Jahre 1951 kann man schon Park-  
platzsorgen für abgestellte PKW entnehmen. Der Lebensstil der ame-  
rikanischen Besatzungsmacht färbte auf die Berliner und auch auf  
die Joersfelder ab. So sprach sich bei einer Clubversammlung ein Ka-  
merad „in einem sehr engagierten Vortrag“ (Versammlungsprotokoll)  
gegen das „Tragen dieser neumodischen Cowboy-Hemden“ aus. Die  
maritimen Farben seien immer noch Weiß und Blau. Der Geselligkeit  
tat dieser Kleiderstreit keinen Abbruch. Nach dem Motto „Die trüben  
„Piratenüberfall“ des TSC 1948  
4
9
Kamerad Godidek in H 161  
Zeiten sind vorbei!“ nahm das gesellige Leben im Club wieder zu.  
1951 wurde Ostern mit einem „Eiersuchen“ für die Kleinen gefeiert.  
Anschließend wurde getanzt.  
Am 2. April 1955 beschloss die damalige Hauptversammlung nach  
langer grundsätzlicher Diskussion ein an das Clubgelände in nörd-  
licher Richtung angrenzendes Grundstück, den sog. Kohlenplatz, zu  
kaufen (damals Roonstraße 16/17). Der „Kohlenplatz“ war ein Depot  
gewesen, in dem für die dampfgetriebenen Schiffe Kohlen gebunkert  
wurden. Im Zuge der Umstellung der Binnenschiffe auf Diesel war  
das Geschäft mit Kohle nicht mehr rentabel, so dass der damalige  
Betreiber des Platzes, Kittel, sein Grundstück zum Verkauf anbot. Es  
war 1.900 qm groß und kostete 16.500.- DM. Dieser Kauf war wie  
auch schon die früheren Grundstückskäufe Roonstr. 19 und 18 eine  
weise Entscheidung, die sich heute noch im wörtlichen Sinne „aus-  
zahlt“, weil der JSC dadurch von den ständig steigenden Pachtzinsen  
für Vereinsgrundstücke verschont bleibt. Der „Kohlenplatz“ war mit  
einem Holzhaus und dem noch heute vorhandenen Kellerschuppen  
bebaut. Es gab damals einen gepÀegten Obstbaumbestand nebst  
einem Walnussbaum. In der Nachkriegszeit hatten viele Mitglieder  
daran ihre Freude, indem sie die Obstbäume ernteten. Das Holzhaus  
wurde in den Sommermonaten bis zu seinem Abriss von Clubmitglie-  
5
0
dern bewohnt. 1956 wurde die „Seglerhaus GmbH“, deren Gesell-  
schafter Mitglieder des JSC waren und die schon für den Erwerb der  
Grundstücke 19 und 18 gegründet worden war, aufgelöst.  
1
1982  
957  
Das 50-jährige Jubiläum wurde 1957 mit einer eigens ausgeschrie-  
benen Jubiläumsregatta mit 185 startenden Booten aus 31 Berliner  
Vereinen sportlich gewürdigt. Beim großen Festball feierten die Joers-  
felder zusammen mit den Ehrengästen aus Verband und Vereinen,  
Festreden und zahlreiche Präsente rundeten das Ereignis angemes-  
sen ab.  
-
Drei Jahre nach dem Jubiläum gab es die erste große Baumaßnahme  
auf dem Clubgelände nach dem Krieg. 1960/61 wurde das Clubheim  
durch einen Anbau an der Nordfront erweitert. Die Veranda und die  
Toiletten wurden unter Leitung und maßgeblicher Hand von Kamerad  
Leopold Kluge angebaut. Dadurch erhielt das Clubheim seine heutige  
Gestalt. Ende 1962 wurde – von zwei Clubmitgliedern gespendet –  
als Ersatz für den durch Blitzschlag gefällten hölzernen Flaggenmast  
ein Stahlmast auf dem Gelände errichtet, an dem in der Folgezeit die  
Flaggenparaden des Clubs stattfanden.  
Im Winter 1965 wurde die Schifferstube des Clubheims nach einer  
Renovierung wieder von den Kameraden „in Besitz“ genommen. Sie  
hatte viel gesehen, ja Weltgeschichte erlebt. Vom Ziegenstall, Wohn-  
Auf dem Festball zum 50-jährigen Jubiläum  
Die neue Schifferstube nach der Renovierung  
5
1
heim für Ausgebombte bis zum Luftschutzkeller reichten ihre Verwen-  
dungen. Jetzt dominierten hier wieder Frohsinn und Geselligkeit der  
versammelten Joersfelder Segler.  
Kamerad Erich Scheller legte 1970 seine Ämter als Wettsegelobmann  
des Bezirks Tegel und des Berliner Segler-Verbandes nieder und ging  
in den ehrenamtlichen Ruhestand. Er hatte beide Ämter seit der  
Gründung des BSV inne und übergab die Ämter sowie seinen Sitz im  
Wettsegelausschuss des Deutschen Segler-Verbandes an einen wei-  
teren Joersfelder Segler, Kamerad Horst Godidek.  
Anfang der 50er Jahre wurde vom Bezirksamt der alte Treidelweg zu  
einem Uferwanderweg rund um den Tegeler See umgestaltet, um den  
Freizeitbedürfnissen der Berliner Rechnung zu tragen. Die Besitzer  
von Wassergrundstücken wurden für das Abtreten von einem Meter  
Grundstücksbreite entschädigt, indem auf Kosten des Bezirksamtes  
ein neuer Zaun gezogen und die Übergänge zum Wasser betoniert  
wurde. Der endgültige Verkauf des „Uferwanderweges“ an die Kom-  
mune erfolgte dann 1975. Der Joersfelder Segel-Club konnte mit dem  
Erlös von 47.600 DM für 424 m2 eine neue, leistungsfähige Slipan-  
lage bauen. Auch die Schifferstube wurde erweitert und umgebaut.  
1976 erhielt sie ihre heutige Ausbauform, der Tresen wurde 1978  
neu gebaut. Für die Segler wurden Duschen und WCs direkt an den  
Umkleideräumen am Bootsschuppen geschaffen. Da die trailerbaren  
Boote immer zahlreicher wurden, musste auch eine neue Drehkran-  
anlage mit Stegzufahrt errichtet werden. Sie wurde 1977 mit einer  
Traglast von 2000 kg in Betrieb genommen. Am 13.8.1977 ernannte  
die Mitgliederversammlung die Kameraden Leopold Kluge und Werner  
Sienholz wegen ihrer besonderen Verdienste um den Joersfelder Se-  
gel-Club zu Ehrenmitgliedern.  
Im Rahmen der Uferbereinigung mussten 1979 einige Anwohner an  
der Havel ihre Privatstege abreißen. Der Joersfelder Segel-Club be-  
kam die Genehmigung, den Südsteg neu zu bauen mit der AuÀage,  
die betroffenen Anwohner mit ihren Booten aufzunehmen.  
Mit Kamerad Erich Scheller verstarb 1981 eine Persönlichkeit des Ber-  
liner Segelsports. Sowohl als erfolgreicher Segler als auch als Wett-  
segelobmann des Berliner Segler-Verbandes von der Gründung bis  
1
970 prägte er die Entwicklung des Wettsegelns nicht nur im JSC. Als  
langjährigstes Mitglied war er Träger des Ehrenringes des JSC. Dieser  
5
2
Ehrenring ging dann auf Kamerad Karl Neumann über, der zusammen  
mit Kamerad Heinz Frei seit 13. Juli 1933 Mitglied im JSC war, jedoch  
seinen Aufnahmeantrag etwas eher einreichte, wie der Vorsitzende  
Guntram Goebel bei der Überreichung bekundete.  
Das Jubiläumsjahr „75 Jahre JSC“ begann mit dem Beschluss der au-  
ßerordentlichen Hauptversammlung am 7.2.1982, Kamerad Werner  
Richter aufgrund seiner ehrenamtlichen Verdienste zum Ehrenmit-  
glied zu ernennen. Das Ansegeln am 18.4., der Jubiläumsempfang  
am 15.5., die Festsitzung am 14.7. und der Jubiläumsball mit großer  
Tombola bildeten die gesellschaftlichen Höhepunkte dieses Jahres.  
Die Festschrift wurde in einer kreativ-innovativen Form herausge-  
geben: Eine eigens aufgelegte Zeitung „Der Havelboote / 75 Jahre  
Joersfelder Segel-Club“ reÀektierte originell die vergangenen 75 Jah-  
re Clubgeschichte! Eine Delegation aus dem Tegeler Segel-Club, mit  
dem der JSC seit den 30er Jahren in freundschaftlicher Fehde den  
einen oder anderen Strauß ausgefochten hat, schenkte zur Festsit-  
zung dem JSC einen Bergziegenbock. Der 1. Vorsitzende Wulf Biel  
schilderte in humorigen Worten, wie sie aus dem Berliner Zoo das  
wildeste Tier gekauft hatten, um uns eine große Freude zu berei-  
ten. Der Zoo war anscheinend glücklich, dieses Tier los geworden  
zu sein. Seine Wildheit stellte dieser Bock selbst auch ein Viertel-  
jahr lang auf dem Grundstück des JSC unter Beweis, indem er alles,  
was sich bewegte, – am liebsten Frauenröcke – mit gesenkten Hör-  
nern angriff. Selbst die damalige Ökonomin Renate Lochmann, die  
nicht nur wegen ihrer berühmten Bratkartoffeln bei allen Mitgliedern  
beliebt war, konnte auch mit ihrer Tierliebe das Viech nicht bändi-  
gen. So sah sich der JSC zur Wiederherstellung der Sicherheit auf  
seinem Grundstück bedauerlicherweise genötigt, den liebgewonnenen  
Ziegenbock an einen Liebhaber zur PÀege abzugeben. Der Fuhrunter-  
nehmer F. Schulze gewährte dem Bock auf seinem Landgut Asyl.  
5
3
Sportliches  
von 1945 bis 1982  
Wie verlief in der Nachkriegszeit die Entwicklung des Segelsports?  
1
1
945 - Ein schöner Erfolg war der Gewinn der Berliner Jugendmeisterschaft  
982  
1
949 von Kamerad Joachim Müller in der Olympia-Jolle auf unserem  
Hausrevier, dem Tegeler See.  
5
4
Am 14.8.1949 rief der JSC die  
„Havelschlauch-Wettfahrt“ ins  
Leben. Es war eine Yardstick-Re-  
gatta, die in der Folgezeit immer  
wieder bekannte Segler aus dem  
In- und Ausland an den Start  
brachte. Schon im 2. Jahr ihres  
Bestehens stieg die Meldezahl  
auf 138 Segler.  
Diese Wett-  
fahrt bildete einen sportlichen  
Höhepunkt auf dem Tegeler Re-  
vier. Da die Grenze zwischen den  
Westzonen Berlins und der DDR  
streckenweise in der Mitte der  
Havel verlief, musste immer mit  
den Behörden der DDR darüber  
verhandelt werden, ob bei den  
Regatten die ganze Havelbrei-  
te benutzt werden durfte. Die  
DDR war jedoch immer mehr auf  
Abgrenzung bedacht, so dass  
ab 1954 keine Genehmigungen  
mehr erteilt wurden. Zum Ge-  
denken an den Tod des lang-  
jährigen Vorsitzenden des JSC,  
Herbert Amberg, wurde vom  
Joersfelder Segel-Club ein Wan-  
derpreis – der „Herbert-Amberg-  
Gedächtnispreis“ - gestiftet, der  
1
954 zum ersten Mal mit einer  
H-Jollen-Wettfahrt ausgetragen  
wurde.  
1
952 fanden die Olympischen Spiele in Helsinki statt. Finnland hatte  
Die Bahnkarte der  
zuvor als ausrichtendes Land die Olympia-Jolle als Einmann-Klasse  
von der Starterliste gestrichen und stattdessen eine neue Einmann-  
Jolle konstruiert: das Finnland-Dinghy. Da dieses Boot den deutschen  
Seglern völlig unbekannt war, ließ der Deutsche Segler-Verband zehn  
„Havelschlauch-Wettfahrt“  
5
5
Boote dieses Typs bauen und auf der Kieler Förde von den besten  
deutschen Seglern erproben. Der Berliner Mannschaft gehörten die  
JSC-Kameraden Klein und Luther an. Das “Finn-Dinghy“ stellte sich  
als wendiges, schnell zu segelndes, aber auch kenteranfälliges Boot  
heraus, wie die Kameraden nach dem Trainingscamp im JSC berich-  
teten. Kamerad Luther lag beim Ausscheidungswettkampf der deut-  
schen Olympiakandidaten bis zur 5. Wettfahrt noch an zweiter Stelle,  
musste sich dann aber doch noch geschlagen geben.  
Mit der endgültigen Teilung der Stadt infolge des Mauerbaus 1961  
konnte die Havelschlauch-Wettfahrt nicht mehr durchgeführt werden.  
In Flussmitte wurden von den DDR-Grenztruppen unter der Wassero-  
berÀäche liegende Hindernisse eingebaut, die für Wassersportler ge-  
fährliche Kollisionsfallen darstellten. Auch die Teilnahme West-Berli-  
ner Segler an DDR-Regatten war schon Mitte der 1950er Jahre nicht  
mehr erwünscht. So wurden P¿ngsten 1955 die Schiffe aus West-Ber-  
5
6
lin, die an der Regatta auf dem Ruppiner See teilnehmen wollten, in  
Hennigsdorf von der Vopo der DDR aufgehalten und zurückgeschickt.  
Auch Joersfelder Club-Kameraden waren davon betroffen. 1966 schuf  
der Joersfelder Segel-Club als Ersatz für die Havelschlauch-Wettfahrt  
die Wettfahrt um die Goldplakette für die Olympia-Jolle, die auf einem  
olympischen Dreieckskurs auf dem Tegeler See ausgetragen wurde.  
Nach dem Mauerbau war es mit großen Hindernissen verbunden, mit  
dem eigenen Schiff durch die DDR in „freie“ Gewässer, in die Ost-  
und Nordsee, zu gelangen. Trotzdem haben einige Kameraden die  
Mühe auf sich genommen, um im Schlepp auf eigenem Kiel über  
die Havel, Elbe und ab Lauenburg  
mit eigener Kraft auf dem Elbe-  
Das Feld der  
Lübeck-Kanal die Ostsee zu er-  
„Havelschlauch-Wettfahrt“  
reichen. Einige JSCer bauten sich  
einen TieÀader-Anhänger für den  
Transport von Dickschiffen um  
und brachten hiermit ihre Boote  
5
7
über die Interzonenstrecke in Richtung Hamburg zur Insel Fehmarn.  
Der Kamerad Horst Karbe hat sein Schiff „im Huckepack“ in das Bin-  
nenschiff „Heimatland“ verladen, um hierin im Kieshaufen stehend  
über die Havel, Elbe und weiter über den Elbe-Lübeck-Kanal oder den  
Nord-Ostsee-Kanal an die Ostsee zu gelangen.  
Um eine Wettsegelmöglichkeit für die Berliner Seesegler mit ihren  
Fahrtenschiffen zu schaffen, hat der Potsdamer Yacht-Club die 60-  
Seemeilen-Regatta ins Leben gerufen. Diese Wettfahrt auf der Un-  
Kamerad Walter Klein bei der  
Schweizer Meisterschaft der  
O-Jollen 1974  
5
8
terhavel hat der JSC regelmäßig besucht. 1965 errang der Kamerad  
Werner Richter in seiner Bootsklasse den ersten Platz – ein stolzer  
Erfolg.  
In den 60er Jahren häuften sich die Erfolge der Joersfelder Segler auf  
den Regattapisten. Vor allem in ihrer Paradedisziplin, der Olympia-  
Jolle, konnten sie etliche Erfolge einfahren. So erreichte Kamerad  
Gerhard Krüger bei der Deutschen Meisterschaft der O-Jollen 1966  
den 3. Platz. Kamerad Walter Klein wurde Schweizer Meister im Jahr  
1
974. Kamerad Wolfgang Funcke wurde in der O-Jolle 1970 Deutscher  
Vizemeister, 1972 Vize-Europameister, 1973 Dritter bei der Europa-  
meisterschaft, kam 1976 bei der Europameisterschaft erneut auf den  
3
. Platz und wurde 1980 noch einmal Vize-Europameister. Wolfgang  
Funcke, Gerhard Krüger und Walter Klein gewannen zahlreiche große  
Ranglisten-Regatten, natürlich auch die Joersfelder Goldplakette.  
Die Jugendarbeit wurde Anfang der siebziger Jahre wieder forciert.  
Wolfgang Funckes „Sancho Pansa“  
5
9
Walter Klein auf seiner O-Jolle  
Der JSC schaffte 3 clubeigene 420er und einen 470er an. Eine ein-  
geschworene Trainingsgruppe machte den Tegeler See unsicher und  
schipperte von Training zu Training und Regatta zu Regatta. Der Trai-  
ningsÀeiß wurde doppelt belohnt mit der Berliner Jugendmeister-  
schaft durch die JSC-Mannschaft Bernd-Leopold Käther und Vorscho-  
ter Michael Fechner in den Jahren 1973 und 1974 sowie zahlreiche  
Siege in weiteren Regatten. Unvergessen bei allen Seglern dieser und  
6
0
nachfolgender Generationen ist Hermann Jänicke, der seit dieser Zeit  
als Landestrainer des Berliner Segler-Verbandes mit seinem mobi-  
len Leistungszentrum –einem Mercedes-Kastenwagen- von Revier zu  
Revier zog, um Leistungssegeln zu vermitteln, und dies mit großem  
Spaß zu verbinden wusste. Bootstrailer gab es im JSC für die Jugend  
noch nicht, also musste immer auf eigenem Kiel angereist werden.  
Ein kleines Abenteuer waren hierbei immer die langwierigen Schlepps  
mit allen 420ern aus dem Bezirk Tegel durch die Spandauer Schleuse  
zu den Revieren Unterhavel und Wannsee. In besonderer Erinnerung  
ist ein Schlepp hinter dem Tegeler Startprahm mit ca. zehn 420ern  
Richtung VSaW. Kurz hinter dem Spandauer Gmünd blieb der Prahm  
mit kochendem Motor und dampfendem Kühler mitten auf der Unter-  
havel liegen. Nach etlichen vergeblichen Versuchen der Schiffsführer,  
das Schiff wieder in Gang zu bringen, stellten die Jugendlichen auf  
dem Wasser treibend den Mast, setzten Segel und kamen nach über  
7
Stunden Schlepp, Schleusenwartezeit, Havarie, Treiben und Segeln  
im VSaW an. Hier wurden die Boote aus dem Wasser getragen und  
auf Autoreifen gelagert, dann zur S-Bahn marschiert und mit dieser  
dann zurück nach Tegel gefahren. Insgesamt rund 10 Stunden für  
Leistungspass von Wolfgang Funcke  
6
1
eine Aktion, die heute vielleicht insgesamt eine Stunde mit dem Auto  
und Bootsanhänger dauert. Außerhalb Berlins konnten die Jo-  
ersfelder Jugendlichen leider nicht antreten, da, wie bereits er-  
wähnt, im JSC noch keine Möglichkeit für den Bootstransport ge-  
geben war und die Eltern allein es sich noch nicht leisten konnten.  
Aber auch das Fahrtensegeln hat im Joersfelder Segel-Club eine lan-  
ge Tradition. Die ersten Segler des JSC stachen 1922 nach Dänemark  
und Schweden in See. Seitdem segeln Joersfelder auf dem Atlantik,  
der Nord- und Ostsee und im Mittelmeer mit sichtbarem Erfolg. 1976  
gewannen sie in den Fahrtenwettbewerben des Deutschen Segler-  
Verbandes eine goldene, acht silberne und 14 bronzene Plaketten.  
Auch die Zeit danach war von vielen Erfolgen bei den Wettbewer-  
ben der Kreuzer-Abteilung des Deutschen Segler-Verbandes gekenn-  
zeichnet.  
Mit dem Erstarken der H-Boote und Drachenklasse in Berlin führte  
der JSC im Jahr 1978 für diese Klassen eine neue Regatta ein, die  
„Goldene Harke“. Dieser Name war ein wenig ironisch, da die Seg-  
ler von Unterhavel und Wannsee, die die Mehrzahl in diesen Klassen  
stellte, den Tegeler See hin und wieder geringschätzig die „betau-  
te Wiese“ nannten. In Wirklichkeit  
Wolgang „Manolito“ Generalski  
im letzten Moment gerettet  
scheuen sie dieses Revier, das we-  
gen seiner hohen Ansprüche an die  
seglerische Taktik und auch an die  
Seemannschaft wegen der zahl-  
reichen erforderlichen Manöver  
bekannt ist.  
Im Jahr des 75. Jubiläums des  
JSC richtete der Club die Deutsche  
Meisterschaft der Olympia-Jollen  
auf dem Tegeler See aus. 50 Teil-  
nehmer kämpften um Meistereh-  
ren. Sieger wurde Frank Hübner,  
der bei der Siegerehrung auf dem  
Jubiläumsball des JSC im Palais  
am See in Tegel zeigte, dass er  
auch Meister auf dem Tanzboden  
ist.  
6
2
Das letzte Vierteljahrhundert  
Das Jubiläumsjahr war erfolgreich überstanden, auf der Jahreshaupt-  
versammlung standen Neuwahlen an. Die Wahlkommission schlug in  
Abstimmung mit dem bisherigen Vorstand der Versammlung vor, das  
Amt des 2. Vorsitzenden und des  
1
983  
Sportwartes in Personalunion zu  
besetzen. Die Versammlung lehn-  
te dieses nach emotionaler Dis-  
kussion ab, schlug einen eigenen  
Kandidaten vor und wählte diesen  
zum Sportwart.  
Der vom TSC geschenkte Zie-  
genbock weilte zwar nicht mehr  
auf dem Clubgrundstück, sollte  
aber noch ordnungsgemäß get-  
auft werden. Die Joersfelder und  
TSCer einigten sich darauf, die-  
se Taufe am 22. April 1983 vor-  
zunehmen und angemessen mit  
einem Herrenabend zu verbin-  
den. Die Vertretungen beider Ver-  
eine zogen am genannten Tag in  
den Bootsschuppen, wo der Zie-  
genbock festlich geschmückt of¿-  
ziell und feierlich auf den Namen  
Hannibal“ getauft wurde. Der  
sich anschließende Herrenabend  
wurde von Hilmar Vetter und  
Joachim Müller geleitet. Sie ver-  
ordneten zum Absingen diverser  
Lieder und Verlesen etlicher  
Reime und Verse medizinisch an-  
erkannt stimmenfördernde Ge-  
tränke. Wurde die internationale  
SignalÀagge „B“ gezeigt, gab es  
Bier, bei SignalÀagge „S“ entspre-  
chend ...! Kameraden, die zu lei-  
se vortrugen, mussten auf Stuhl  
Die Vorsitzenden Wulf Biel (TSC) und Guntram Goebel (JSC)  
6
3
oder Tisch stehend ihren Beitrag  
wiederholen. Ein Fest, das allen  
Mitwirkenden in dauerhafter Er-  
innerung blieb und um das sich  
inzwischen manche Legenden  
ranken. Leider erwies sich Han-  
nibal auch auf dem Landgut sei-  
nes Gastgebers als sehr aggres-  
siv, seinem Gehörn ¿elen andere  
Tiere zum Opfer. So musste er  
wohl oder übel verspeist werden,  
um wenigstens noch zu etwas zu  
Nutze zu sein. Da es kein JSCer  
über das Herz brachte, auch nur  
6
4
ein winziges Stück seines zarten Fleisches zu verzehren, diente er  
Clubfremden zum feinen Mahle. Sein Gehörn schmückt seitdem das  
Geschäftszimmer im Clubhaus.  
Der Senat von Berlin unterstützte Sportvereine durch Zuschüsse  
und zinslose Darlehen bei Baumaßnahmen und der Beschaffung von  
Sportgeräten. Der JSC nutzte dies wie viele Berliner Vereine, sanierte  
die Duschen und Toiletten am Schuppen von Grund auf und schaff-  
te einen offenen dänischen Motorkutter als Regattabegleitboot an.  
Das Boot wurde unter großer Anteilnahme der Clubmitglieder von  
Kameradin Ella Scheller auf den Namen „Der Jotteszehär“ getauft.  
Der Name gab -für einen JSCer unverständlicherweise- immer wieder  
Anlass zum Rätseln über seine Bedeutung.  
Zur großen Freude der Mitglieder wurde auch das an den Sitzungs-  
saal grenzende Erkerzimmer mit einem neuen Tresen und einer ge-  
mütlichen Sitzecke in maritimem Stil ausgestattet. Nun konnten im  
Anschluss an die Versammlungen deren Ergebnisse in angemessener  
Atmosphäre noch einmal diskutiert werden, bei Regatten hatte das  
Schiedsgericht einen ruhigen Raum, um in Protestverhandlungen die  
richtigen Entscheidungen zu treffen.  
Kameradin Ella Scheller und  
Kamerad Guntram Goebel bei der  
„Jotteszehär“-Taufe  
Die Saaldecke wurde neu mit Edelholz abgehängt und mit Lautspre-  
chern versehen. Die Mitglieder  
1
984  
beschlossen, die ausgedienten  
Möbel im Saal durch neue Stühle  
und Tische zu ersetzen und dies  
durch eine einmalige Umlage zu  
¿
nanzieren.  
Auch die Jugend wurde wie-  
der aktiv! Eine kleine aber feine  
Schar mit Dirk David („Paule“),  
Jan-Philipe Fischer („Pille“), Mi-  
chael Geiseler, Dirk Jarke und  
Andreas Wolter begann aktiv die  
Regattapisten zu bereisen. Jan-  
Philipe Fischer („Pille“) und Dirk  
Jarke quali¿zierten sich für die  
Deutsche Jüngstenmeisterschaft.  
JSC-Optikids: unbekannt, Andreas Fritz, Andreas Wolter, Nico Sefzig, Dirk  
Jarke, Paule David, Pille Fischer, Michael Geiseler  
6
5
Pille“ wurde 11. und Dirk ersegelte den 22. Platz bei der in Tutzing  
vom DTYC ausgetragenen Veranstaltung. Bei der Holländischen Meis-  
terschaft auf dem Ijsselmeer belegten Dirk Jarke Platz 32 und Jan-  
Philipe Fischer Platz 53 von 108 Startern.  
Der JSC war stolz, dass zwei Paare unseres Clubs zur Weltumsege-  
lung starteten. Loni und Lothar Grätz sowie Susi und Fritz Graetz  
1
985  
trotz Namensgleichheit nicht verwandt- starteten getrennt zur Erfül-  
lung ihres großen Traums. Umso größer war die Bestürzung, als die  
Nachricht vom tödlichen Unfall von Loni und Lothar Grätz auf der See  
vor Portugal noch zu Beginn ihrer Reise eintraf. Beide waren erfahre-  
ne und umsichtige Segler, es war für alle nicht leicht zu akzeptieren,  
wie grausam die See sein konnte.  
Paule“ David (Platz 101), „Pille“ Fischer (Platz 27) und Dirk Jarke  
Platz 32) fuhren ans Steinhuder Meer zur Deutschen Jüngsten-  
(
meisterschaft. Dies war nur dank des selbstlosen Einsatzes ihrer El-  
tern möglich, der JSC hatte noch nicht die Möglichkeiten, hier viel  
zu helfen. Im Versammlungsprotokoll wurde unter dem Tagesord-  
nungspunkt „Sport“ der Zwischenruf zitiert, dass Gerhard „Stummel“  
Krüger ja erstaunlicherweise neuerdings auf die Erwähnung von Ju-  
gendergebnissen besonderen Wert lege, „nur weil sein Pille da mit-  
segle“.  
Feuchtfröhlicher Ausklang einer  
Clubregatta  
Die Neuzeit hielt nun auch in  
Tegelort Einzug – der Ortsteil  
wurde an die Kanalisation ange-  
schlossen. Vorbei waren endlich  
die Zeiten, in denen die Sam-  
melgruben immer wieder An-  
lass zum Kummer waren und  
regelmäßig unter Belästigung  
der Nasen durch teure Abfuhr-  
unternehmen entleert werden  
mussten. Allerdings war dieser  
Luxus teuer zu erstehen, 8000  
DM mussten aufgebracht wer-  
den.  
6
6
Ein weiteres Neuzeitprodukt hielt Einzug im JSC: Ein Personalcompu-  
ter für die Vereinsverwaltung und Regattaauswertung für das Clubbü-  
ro wurde angeschafft. Gerade rechtzeitig, denn die Jubiläumsveran-  
staltung „50 Jahre Olympia-Jolle / 20 Jahre Goldplakette“ vom 28. bis  
1
986  
6
7
31. August 1986 stellte alles bis dahin in dieser Klasse Dagewesene  
in den Schatten! 118 O-Jollen kamen. Der Chronist schreibt: „Gemel-  
det waren 24 Holländer, 1 Schweizer, 5 Franzosen, 43 West-Deut-  
sche und 45 Berliner.“ Diese segelten die Jubiläumswettfahrten auf  
dem Tegeler See und feierten ihr Jubiläum im festlich hergerichteten  
Bootsschuppen. Die Internationale O-Jollen-Union hatte viele alte O-  
Jollen-Segler eingeladen. Der prominenteste Gast war der Olympia-  
sieger von 1936 Daniël Marinus Johannes („Daan“) Kagchelland, der  
mit seiner Frau zu dieser Ver-  
anstaltung gekommen war. Die  
O-Jollen bedankten sich beim  
JSC für die gelungene Festver-  
anstaltung mit einem von allen  
signierten Bild und Linienriss  
der O-Jolle, das seither einen  
Ehrenplatz im Saal hat.  
Bei der Deutschen Jüngsten-  
meisterschaft beim Flensbur-  
ger Segel-Club im Opti wurden  
Dirk „Paule“ David 43. und Dirk  
Jarke 71. Eine Regatta mit der  
weitestmöglichen Anreise be-  
suchte Peter Koch. Er schick-  
te seinen Drachen per Contai-  
nerschiff und reiste mit seiner  
Crew per Flugzeug zur Welt-  
meisterschaft nach Australien.  
Sein reich bebilderter Bericht  
begeisterte alle Joersfelder.  
6
8
Das Jahr 1987 stand voll unter dem Zeichen der freundschaftlichen  
Fehde mit dem Tegeler Segel-Club. Anlässlich eines Festes beim Te-  
geler Segel-Club stellten Mitglieder des JSC fest, dass das Clubhaus  
des TSC insbesondere im Bereich der sanitären Anlagen für Segler  
sehr beengt war und durch leichte Änderungen großzügiger gestal-  
tet werden konnte. Sie hängten eine hinderliche Tür aus und depo-  
nierten diese vor dem Clubhaus neben dem Eingang. Der kurze Zeit  
darauf statt¿ndende Aufräumdienst des TSC hatte diesen architekto-  
nisch genialen Vorschlag offenbar gutgeheißen und die Tür als damit  
überÀüssig entsorgt. Dem JSC wurde später schnöder Diebstahl der  
Tür unterstellt und ein Racheakt geplant. Das laut eigenen Worten  
1
987  
ehemalige Flaggschiff“ des TSC in Form einer 15er Jollenkreuzerhulk  
wurde mit einem Bretterhäuschen nebst Tür mit Herzchen aufge-  
wertet und in einer Nacht-und-Nebelaktion unter Inanspruchnahme  
eines Motorbootes des Club Nautique Français de Tegel (Schiffe der  
Alliierten waren vom Nachtfahrverbot ausgenommen) in den Hafen  
des JSC geschleppt und dort mit einem schweren Bojenstein und im  
Schwertkasten verbolzter Kette auf Reede gelegt. Die Joersfelder  
freuten sich über dieses Geschenk sehr und verkauften es gewinn-  
bringend an einen Interessenten.  
„Pinkeline“  
Der Erlös wurde mit dafür verwen-  
„Vleiing JSCer““  
det, einen Ölheizungskessel und  
brenner für das JSC-Clubhaus  
anzuschaffen. Die TSCer planten  
insgeheim einen überraschend  
anzusetzenden sportlichen Wett-  
kampf auf eigenkonstruierten  
Schwimmfahrzeugen, was jedoch  
aus eigenen Reihen an die Öf-  
fentlichkeit kam. Auf neutralem  
Boden im Strandbad Tegel wur-  
den  
daraufhin  
gemeinschaft-  
lich Regeln als Grundlage für  
einen fairen Wettstreit festgelegt.  
Am 12. September 1987 fand  
unter großer Anteilnahme der  
Öffentlichkeit und beider Vereine  
6
9
das Rennen mit zwei auf Basis von je vier Optimisten selbstgebauten,  
wind- und muskelkraftgetriebenen Wasserfahrzeugen statt. Der JSC  
siegte souverän mit seiner -wie es sich für einen Segelclub gehört-  
hauptsächlich auf Segelkraft setzenden Katamarankonstruktion „Vlei-  
ing JSCer“ in zwei Läufen über ein unter mangelnder Stabilität lei-  
dendes und ausschließlich auf Muskelkraft setzendes Einrumpfvehikel  
„Quadropti“ des TSC. Auf dem anschließenden gemeinsamen rau-  
schenden Fest wurde das Kriegsbeil in Anwesenheit des Stadtrates  
für Jugend und Sport Detlev Dzembritzki vorerst begraben.  
Quadropti“  
Beim Transport der Sportboote  
aus West-Berlin durch die DDR  
über Havel und Elbe durften nun  
3
Personen an Bord der hinter  
Frachtschiffen zu schleppenden  
Yachten sein. Dies erleichterte  
das Reisen der Familien und auch  
das seemannschaftliche Handling  
vor allem in den Schleusen. Der  
Transport von trailerbaren Boo-  
ten über die Transitstrecken blieb  
durch langwierige Kontrollen  
ein zeitraubendes Unterfangen.  
Trotzdem reisten die Joersfelder  
Regattasegler durch Deutschland, Europa und die Welt und fuhren  
manche Erfolge ein.  
1
988  
Bemerkenswert ist ein Protokollauszug der Mitgliederversammlung  
von 27. Mai zum Tagesordnungspunkt Sport: „Der 2. Vorsitzende gibt  
in Vertretung für den Sportobmann die Regattaergebnisse der Dra-  
chen, Folkeboote, H-Boote, O-Jollen und Surfer bekannt und schildert  
dann, was die an der P¿ngstbusch-Regatta in Kiel teilnehmenden  
Drachen mit Unterstützung der ‚Omoo‘ erlebten. Dieser blumige und  
brillante Vortrag kann aber den als sonst zurückhaltend und eher  
schüchtern bekannten Kam. Karbe nicht erheitern, der erbost – ent-  
gegen seiner Art – lautstark darauf hinweist, dass es im Joersfelder  
Segel-Club auch Dickschiffe gibt, die an Regatten teilnehmen und dass  
er –nur um ein Beispiel zu nennen – gerade einen hervorragenden  
7
0
Platz im Koffer-Cup belegt hat. Diese rhetorische Niedermetzelung  
begeistert den Kam. Funcke derart, dass er spontan Kam. Karbe mit  
einem dreifachen „Hipp-Hipp-Hurra“ hochleben läßt.“ Dieser Auszug  
aus dem vom 2. Vorsitzenden Hilmar Vetter verfassten Protokoll ver-  
deutlicht die kleine Rivalität zwischen Fahrten- und Regattaseglern,  
die stets darum wetteifern, auf ihre Weise zum Ruhm und Erfolg des  
JSC beizutragen.  
Kamerad Dirk Stahlmann brach im September mit seiner Frau von  
Falmouth aus zur Weltumsegelung auf, von der er ebenso wie Susi  
und Fritz Graetz regelmäßig Berichte schickte. Ehepaar Graetz er-  
reichte Neuseeland, wo es seine Weltumsegelung beendete und sess-  
haft wurde, Ehepaar Stahlmann erreichte im Dezember Madeira.  
Der amtliche Sportbootführerschein Binnen ersetzte ab 1.4.89 den  
Gelben Berlin-Schein“, gegen eine Verwaltungsgebühr wurde der  
1
989  
alte Schein umgeschrieben. Der neugewählte 2. Vorsitzende Bernd-  
Leopold Käther drängte auf eine noch größere Schwerpunktsetzung  
in der Jugendarbeit und wurde hierin durch den 1. Vorsitzenden Gun-  
tram Goebel und den Vorstand unterstützt. Ein Jugendtrainingsmo-  
Die 1976 vom DSV neu einge-  
führten Führerscheine wurden  
durch amtliche Führerscheine ersetzt  
7
1
torboot wurde gekauft und auf den Namen „Jum-o-bo“ getauft. Die  
Planung für einen neuen modernen Jugendraum wurde aufgenom-  
men, statt eines ursprünglich viel kleiner angedachten Objekts wurde  
ein großzügiger Raum mit Umkleideräumen und Trainerbüro projek-  
tiert. Aus dem bis dahin brachliegenden Platz vor dem Ehrenmal wur-  
de durch das Verlegen von Platten wieder ein schattiger Biergarten  
unter den Kastanien, die Terrasse vor dem Clubhaus wurde dadurch  
noch großzügiger nutzbar.  
Die Yacht „Fradilira“ mit Ehepaar Stahlmann reiste in diesem Jahr  
von Madeira nach Teneriffa, umsegelte die Kanaren, erforschte die  
Kapverden, besuchte den Senegal und erreichte nach der Atlantikü-  
berquerung im Dezember Trinidad und Tobago.  
Höhepunkt dieses Jahres aber war die unerwartete Öffnung der inner-  
deutschen Grenze am 9. November. Schnell fanden sich alte Freund-  
schaften wieder, wurden neue Kontakte mit Vereinen aus der DDR,  
insbesondere mit dem Yacht-Club Fürstenberg und dem Segel-Club  
Schorfheide, geknüpft.  
Die Satzung des JSC musste den Forderungen des Finanzamtes fol-  
gend geändert werden, um die Gemeinnützigkeit nicht zu verlieren.  
Die 1969 eingetragene Satzung entsprach nicht mehr der aktuellen  
Interpretation, so musste zum Beispiel die Formulierung „das Gefühl  
der Zusammengehörigkeit fördern“ aus den Aufgaben des Vereins  
gestrichen und klargestellt werden, dass bei (der ja undenkbaren)  
AuÀösung des Vereins das an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung  
Schiffbrüchiger zu überweisende Clubvermögen nur zu gemeinnützi-  
gen Zwecken verwendet werden darf.  
1
990  
Der Bau des Jugendraumes wurde begonnen. Anstelle des Vorschup-  
pens, der bis dahin als Winterlagerplatz für Jollen genutzt wurde,  
wuchs durch den unglaublichen Arbeitseinsatz vieler Kameraden, be-  
sonders aber von Gerhard Brill („Latschenkarl“), ein anfangs noch  
wegen seiner Größe von vielen kritisiertes Heim für die Jugend.  
Eine besondere Wettfahrtform, das Teamsegeln, fand mit der erstma-  
ligen Durchführung einer Teamregatta durch den JSC Unterstützung.  
Das „Berlin-Brandenburgische Opti-Quartett“ für 16 Teams zu je 4  
Optimisten fand vor dem zwei Jahre vorher vom Potsdamer Yacht-  
7
2
Club und Segler-Club Gothia eingeführten „European Opti-Team-Cup“  
statt, an dem nur maximal zwei deutsche Mannschaften teilnehmen  
durften. Eine Teamregatta erfordert viel Aufwand, bringt aber den  
Seglern und dem Veranstalter viel Spaß, so dass diese Regatten zu  
einem Höhepunkt der Opti-Segler wurden.  
Kamerad Dirk Stahlmann segelte von Venezuela bis Martinique das  
Karibik-Rund“.  
Nach 12 Jahren ununterbrochener Amtszeit und insgesamt 18 Jahren  
als 1. Vorsitzender kandidierte Guntram Goebel nicht mehr für dieses  
Amt. Sein Nachfolger wurde der bis dahin seit 15 Jahren amtierende  
Kassenwart Karlheinz Rudow. Kamerad Guntram Goebel wurde von  
der Mitgliederversammlung am 3.2.91 ob seiner Verdienste für den  
JSC zum Ehrenmitglied ernannt.  
1
991  
7
3
Ein großes Highlight war die diesjährige Ansegelfeier des Bezirks Te-  
gel, die der JSC zum wiederholten Mal ausrichtete. Dank der poli-  
tischen Entwicklungen in Deutschland und Europa und der Annähe-  
rung von Ost und West gelang es erst- und einmalig, eine russische  
Militär-Bigband für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung  
zu gewinnen. Diese sorgte mit russischer und internationaler Musik  
für ausgelassene Stimmung der rund 2500 Gäste von vormittags bis  
in den Abend.  
Der Jugendraumbau wurde vollendet. Am 14.7.91 erfolgte anlässlich  
der Festsitzung zum Clubgeburtstag die feierliche Schlüsselübergabe  
an die Jugendwartin Henriette Krause. Ein doppelter Grund zum Fei-  
ern.  
Als neuer Stützpunkt der Kreuzerabteilung des Deutschen Segler-  
Verbandes begrüßte der JSC viele Gäste aus dem In- und Ausland  
bei sich.  
Das Ehepaar Stahlmann segelte von Venezuela über die Karibik, die  
Bahamas, Florida, den Intracoastal Waterway bis Annapolis.  
Die Satzung des Clubs bedurfte nach den vielen Änderungen der ver-  
gangenen Jahre einer Neufassung, die Struktur war unübersichtlich  
geworden. In vielen Treffen erarbeitete eine Kommission eine Sat-  
zung, die dann später auch als Muster für andere Segelclubs diente.  
Der Posten des Jugendwartes rückte mit in den engeren Vorstand, die  
Jugendabteilung erhielt mehr Selbstständigkeit innerhalb des Vereins.  
Um den Verein auch für Personen, die ihren Sport nicht aktiv im JSC  
ausüben, interessant zu machen, wurde eine passive Mitgliedschaft  
eingeführt.  
1
992  
Dank des Einsatzes der Jugendleiterin Henriette Krause wuchs die  
Jugendabteilung zu einer erfreulichen Größe, der neue Jugendraum  
offenbarte sich als Initialzündung für vielerlei Aktivitäten. Für das  
Training wurde ein Schlauchboot mit Festrumpf angeschafft. Die Re-  
gattaaktivitäten nahmen ebenfalls zu, die Joersfelder Jugendlichen  
reisten viel von Revier zu Revier. Ein neuer Autoanhänger für 9 Opti-  
misten erleichterte den Transport hierbei erheblich.  
Die Elektrik im Bootsschuppen entsprach nicht mehr dem Stand der  
Technik und wurde komplett erneuert.  
7
4
Die Yacht „Fradilira“ mit Ehepaar Stahlmann erkundete die Bahamas,  
Turks und Caicos-Inseln, Hispaniola, Kuba, Jamaica, die ABC-Inseln,  
Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras, fuhr kreuz und quer durch die  
Karibik  
Kamerad Horst Godidek gab nach mehr als 20 Jahren den Posten des  
Wettsegelobmanns im Bezirk Tegel an den Kameraden Bernd-Leopold  
Käther weiter. Dieses Amt war ebenso wie das Amt des Landeswett-  
segelobmanns des Berliner Segler-Verbandes seit Gründung des Ver-  
bandes in Joersfelder Obhut, vor Horst Godidek hatte Erich Scheller  
dieses Amt inne.  
1
993  
Die Joersfelder waren die ewigen Übergriffe und Sticheleien durch  
den TSC leid und kennzeichneten ihr Hoheitsgebiet, damit die TSCer  
ihre Grenzen erkannten. Eine eigens in den Farben des JSC angefer-  
tigte Grenztonne wurde mit der Kette und dem Bojenstein, mit denen  
die TSCer ihr ehemaliges Flaggschiff 1987 im Hafen des JSC veran-  
kert hatten, versehen und direkt vor der Hafeneinfahrt des TSC aus-  
gelegt. Die Stärke des JSC wurde den TSCern außerdem dadurch de-  
monstriert, dass der Schmuckanker vor deren Clubhaus geschrumpft  
wurde. Ein diebischer TSCer musste an diesem kleinen Exemplar Ge-  
fallen gefunden haben, denn auch es war plötzlich verschwunden.  
Mitleidsvoll überließen die Joersfelder dem TSC darauf wieder das  
7
5
Exemplar in Originalgröße. Groß-  
spurig forderten die TSCer zu  
Wettkämpfen mit selbstgebauten  
Tretbooten und einer Yardstick-  
Segelregatta heraus. Ein neu-  
trales Schiedsgericht aus dem  
Segel-Club Spandau sollte über  
die faire Durchführung wachen  
doch die TSCer kniffen mit fa-  
denscheinigen Ausreden vor der  
eigenen Courage und den eige-  
nen Vorschlägen.  
Die Jugendgruppe wuchs wei-  
ter und wurde immer aktiver,  
ein weiterer Bootsanhänger für  
den Transport von Jugend- oder  
Betonnung vor dem TSC“  
Jüngstenbooten wurde beschafft.  
Kamerad Stahlmann fuhr über die San Blas-Inseln, durch den Pa-  
nama-Kanal, dann Richtung Norden, über Mexiko bis San Diego in  
Kalifornien.  
Das Jahr 1994 stand im Zeichen des Umweltschutzes. Damit beim  
Waschen der Boote keine Abwässer in die Havel Àossen oder im Bo-  
den versickerten, wurde ein Bootswaschplatz in der Slipbahn gebaut.  
Nun konnten die Boote mit reinem Gewissen gewaschen werden, weil  
das anfallende Schmutzwasser mit Genehmigung der Wasserwerke  
in die Kanalisation geleitet wurde. Gleichzeitig wurde auch etwas für  
die Instandhaltung des Bootsschuppens getan. Der alte Boden war  
mittlerweile brüchig, wurde entfernt und durch einen neuen Beton-  
boden ersetzt, außerdem die Slipbahn im Schuppen so verlängert,  
dass auch größere Boote auf dem Slipwagen in den Schuppen pass-  
ten und dort bei geschlossenen Schuppentüren geschliffen werden  
konnten. Leider musste dabei die Erfahrung gemacht werden, dass  
der Anbieter mit dem niedrigsten Preis oft nicht die beste Wahl ist.  
Einige Nachbesserungen durch die ausführende Betonbau¿rma wa-  
ren erforderlich.  
1
994  
Kameraden Gringel, Küchler und  
Käther auf Drachen GER 195  
Gambrinus“  
Die Mannschaft Bernd-L. Käther, Theodor Gringel und Andreas Küch-  
7
6
ler segelte bei der Deutschen Meisterschaft der Drachenklasse auf  
der Flensburger Förde auf den 5. Platz. Der Weg der „Fradilira“ ging  
von Kalifornien nach Kanada, weiter nach Alaska und zurück nach  
Kalifornien.  
Bei den anstehenden Neuwahlen zum Vorstand kandidierte Karlheinz  
Rudow nach 4 Jahren als Vorsitzender nicht mehr für ein Ehrenamt.  
Sein Nachfolger wurde Bernd-L. Käther, Rolf Warnholz wurde zum  
1
995  
2
. Vorsitzenden gewählt. Kame-  
rad Rudow wurde für seine lang-  
jährige ehrenamtliche Arbeit mit  
einer Ehrengabe, einem KPM-  
Porzellan-Champagnerkühler mit  
handgemaltem Clubstander, aus-  
gezeichnet.  
Kamerad Kai Falkenthal wurde  
vom Deutschen Segler-Verband  
als Vorschoter im Starboot von  
Frank Butzmann (VSaW) für die  
Olympischen Spiele 1996 in At-  
lanta nominiert. Der JSC musste  
erstmals akzeptieren, dass die  
¿
nanziellen Möglichkeiten eines  
kleinen Vereins allein nicht aus-  
reichen, um heutzutage eine  
Olympiakampagne ausreichend  
zu unterstützen, und dass die  
Spitzensegler durch größere Ver-  
eine mehr Geld und Material ge-  
boten bekommen.  
Um den seglerischen Nachwuchs  
noch besser zu erfolgreichen Re-  
gattaseglern auszubilden, wurde  
neben den bisher ehrenamtlich  
tätigen Übungsleitern als Hono-  
7
7
rartrainer Sbigniew Mrozowski mit dem Regattatraining der Jugend-  
abteilung beauftragt.  
Einbruchdiebstähle in den am Steg liegenden Booten häuften sich in  
letzter Zeit erheblich, die Installation einer neuen die ganze Nacht  
scheinenden Stegbeleuchtung sollte hier vorbeugen. Der „Joersfelder  
Magnus“ (der Drehkran) musste grunderneuert werden. Damit die  
Boote besser auf den Kransteg geschoben werden konnten, wurde der  
Rollweg befestigt. Eine neue Bestuhlung für den Eingangsbereich des  
Clubhauses war vonnöten. Die neu geschaffene Clubkrawatte fand  
sofort reißenden Absatz bei den Mitgliedern. Der JSC wurde erstmalig  
mit der Blauen EuropaÀagge für vorbildliches Verhalten beim Um-  
weltschutz ausgezeichnet.  
Die diesjährige Route der „Fradilira“ mit Ehepaar Stahlmann las sich  
wie ein Südseeroman: Markesas, Toamotos, Tahiti, Gesellschaftsin-  
seln, Samoa, Tonga, Fidji, Neukaledonien, Australien.  
Kai Falkenthal (JSC/VSaW) ersegelte mit Frank Butzmann (VSaW)  
an der Pinne den 10. Platz bei den Olympischen Segelwettbewerben  
1
996  
1
996 im Starboot, ein toller Erfolg, den alle Joersfelder mit Stolz be-  
wunderten.  
Horst Godidek war seit 25 Jahren im Berliner Segler-Verband als  
Wettsegelobmann für Berlin tätig und wurde mit dem Bundesver-  
dienstkreuz ausgezeichnet. Er kündigte seinen Rücktritt für das Fol-  
gejahr an und führte der Tradition folgend als Kandidaten für seine  
Nachfolge den Wettsegelobmann des Bezirks Tegel B.-L. Käther ein.  
Nach der grandiosen Veranstaltung „50 Jahre O-Jolle“ im Jahr 1987  
richtete der Joersfelder Segel-Club auch das Jubiläum „60 Jahre O-  
Jolle“ in Verbindung mit „30 Jahre Goldplakette“ aus. Diese Regat-  
ta war auch gleichzeitig die Berliner Meisterschaft. Den Auftakt des  
Jubiläums machte am Freitag eine Teamregatta, bei der die Wett-  
segel-Regel 42 „Unerlaubter Vortrieb“ außer Kraft gesetzt war. Pas-  
send dazu wehten an diesem Tag nur schwache Winde. Die auf dem  
Gebiet des Schaukelns, Wriggens und Paddelns ausgewiesenen Ex-  
perten gewannen diese Spaßregatta souverän. Die Wettfahrten um  
die Goldplakette gewann nach 4 regulären Läufen am Samstag und  
Sonntag Olaf Wahrendorf von der TSG1898 und wurde damit auch  
7
8
7
9
8
0
Berliner Meister. Jubiläumsfeier und Preisverteilung im Bootsschup-  
pen des JSC sorgten für Stimmung.  
Wenige Wochen später kämpfte die Bootsklasse mit den meisten Seg-  
lern, aber kleinsten Booten um die Ehre bei der ebenfalls vom JSC  
ausgerichteten Berliner Jüngstenmeisterschaft Opti A um Meistereh-  
ren. Der Joersfelder Segel-Club erfuhr eine besondere Auszeichnung  
durch die Bezirksbürgermeisterin Frau Marlies Wanjura: Sie über-  
reichte den von ihr gestifteten „Reinickendorfer Taler“ und den von  
der Fa. Carl F.W. Staamann gestifteten „Reinickendorfer Wirtschafts-  
taler“ (jeweils DM 1000) für besondere ehrenamtliche jugendfördern-  
de Leistungen.  
Die Drachenklasse beauftragte den JSC auf seine Bewerbung hin mit  
der Durchführung ihrer Internationalen Deutschen Meisterschaft vor  
Warnemünde. Frühe Kontakte des 1. Vorsitzenden zum Warnemün-  
der Segel-Club hatten die Bewerbung mit diesem Austragungsort  
ermöglicht. Auf Anraten von Finanz- und Rechtsexperten wurde die  
Joersfelder Segel-Club Veranstaltungs-GmbH“ für den wirtschaft-  
lichen Teil von durchzuführenden Großveranstaltungen gegründet.  
Der JSC war einer der ersten Segelvereine in Deutschland mit eigener  
Homepage im wachsenden World Wide Web.  
Wieder sorgte die Reiseroute der „Fradilira“ für Träume in Berlin:  
Australien, Bali, Weihnachtsinsel, Cocos-Keeling, Madagaskar, Süd-  
afrika.  
Natürlich wurde auch wieder auf dem eigenen Grundstück etwas  
für die Erhaltung gesorgt: Schrank- und Garderobenraum im Boots-  
schuppen erfuhren eine Grundsanierung, neue Garderobenschränke  
aus Metall ersetzten die maroden Holzschränke.  
In seinem 90. Jubiläumsjahr stellte sich der JSC einer völlig neuen  
Aufgabe, der Durchführung der Deutschen Meisterschaft der Drachen-  
klasse vom 13. bis 18. Juli 1997 auf auswärtigem Revier, gemeinsam  
mit dem Warnemünder Segel-Club in der Mecklenburger Bucht vor  
Warnemünde. Rund dreißig Joersfelderinnen und Joersfelder reisten  
an die Ostsee und sorgten mit ihrer großen Einsatzfreude und bra-  
vourösen Organisation zusammen mit den Warnemündern für ein  
überwältigend positives Echo auf diese gelungene Veranstaltung. Der  
1
997  
8
1
8
2
Commodore des Deutschen Drachengeschwaders, Norbert Geisler,  
sagte zum Abschluss der IDM zu, sich für die Austragung des Gold-  
Cups 2000 vor Warnemünde durch den JSC und WSC einzusetzen.  
Das 90. Jubiläum des JSC wurde an Bord des Fahrgastschiffes „Havel-  
Queen“ bei einer Mondscheinfahrt mit großem Festbuffet und Tanz zu  
Live-Musik würdig gefeiert.  
Das Organisationsteam des JSC  
bei der Internationalen Deutschen  
Meisterschaft der Drachenklasse in  
Warnemünde:  
Von links: Heinz Frei, Klaus-Dieter  
Stoppenbrink, Kurt David, Han-  
nelore Karbe, Rolf Warnholz, Wolf-  
gang Piorr, Uta Koenig, Karlheinz  
Rudow, Peter Steckel, Hannelore  
Steckel, Joachim Naseband, Rosi  
Naseband, Guntram Goebel,  
Nicht nur für die oben genannte IDM, sondern auch für den Einsatz  
auf weiteren folgenden Regattaveranstaltungen und für das Regat-  
tatraining hatte der JSC ein weiteres Schlauchboot mit Festkiel nach  
dessen einmaligem Einsatz bei der Kieler Woche „gebraucht“ gekauft.  
Die Öffnung der europäischen Ostgrenzen brachte leider auch Proble-  
me. Die Diebstähle wurden dreister und häuften sich. Außenbordmo-  
tore wurden nicht nur von im Wasserstand schwimmenden Booten  
geraubt, die Diebe schreckten auch nicht davor zurück, die Motoren  
von den im Bootsschuppen abgestellten Schlauchbooten zu entwen-  
den. Besonders frech war der Diebstahl eines kompletten Gespan-  
nes Trailer/Schlauchboot: Der Anhänger war trotz Diebstahlsicherung  
Bettina Priebe, Wolfgang Koe-  
nig, Dieter Loßie, Harald Wolter,  
Hannelore Niestroy, Udo Soppert,  
Eve Koch, Bernd-L. Käther, vorne:  
Claudia Käther, Max-L. Käther,  
Phillip Priebe, Ilse Goebel.  
8
3
durch ein brutal aufgebrochenes Grundstückstor entführt worden.  
Wochen später fand die Polizei bei Schwedt an der Oder in einem  
Waldstück den Anhänger nebst aufgeschlitztem Schlauchboot ohne  
Motor. In Konsequenz dieser Vorkommnisse schaffte der JSC zwei  
gebrauchte Container als abschließbare Bootsgaragen an.  
Die Weltumsegelung von Kamerad Dirk Stahlmann wurde mit der  
letzten Etappe von Südafrika über Namibia, St. Helena, die Azoren,  
die Scilly-Inseln zurück nach Falmouth nach 52266 Seemeilen und  
knapp 10 Jahren glücklich beendet.  
Die Jugendabteilung strebte nun höhere Ziele an. Zu Ostern fuhren  
die fortgeschrittenen Optisegler ins Bezirkstrainingslager an den Lago  
die Bolsena, ca. 80 km nördlich von Rom.  
Nachdem der stählerne Flaggenmast im Vorjahr das Zeitliche geseg-  
net hatte, wurde ein neuer Mast  
in Form eines hölzernen Wind-  
jammermastes nach dem Vorbild  
des ersten Joersfelder Flaggen-  
mastes, den einst der Blitzschlag  
gefällt hatte, projektiert. Zahl-  
reiche Freunde und Mitglieder des  
JSC spendeten für diesen Zweck,  
so konnte dieser Mast, ohne den  
Vereinshaushalt zu belasten, in  
diesem Jahr feierlich seiner Be-  
stimmung übergeben werden.  
1
998  
Die Jugendsegler wollten unbe-  
dingt auch einmal auf salzigen  
Gewässern trainieren, Trainings-  
lager in Rerik und in Warnemünde  
wurden durchgeführt. Ein beson-  
derer Lohn für die Jugendarbeit:  
Friedrich Gebert, der inzwischen  
im Berliner Landeskader trai-  
nierte, ersegelte den Titel „Deut-  
scher Meister U14“ im Optimist!  
8
4
Rolf Warnholz kandidierte nach 4 Jahren nicht mehr als 2. Vorsitzen-  
der, Joachim Niestroy wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Es wurde  
weiter saniert: Die Heizungsanlage stellte man auf moderne, um-  
weltfreundliche Gasbrennwerttechnik um. Damit konnte der Öltank  
entsorgt und somit reichlich Platz geschaffen werden. Eine Sanie-  
rung der Steganlage erfolgte und es wurde begonnen, die Wände des  
Bootsschuppens zu erneuern.  
1
999  
Dorothea Gebert, wie ihr Bruder auch im Berliner Landeskader, qua-  
li¿zierte sich für die Europameisterschaft 1999 im Optimist und erse-  
gelte einen hervorragenden 10. Platz im starken internationalen Feld.  
Lars Bähr (TSG) und Ralph Kunze (JSC), ebenfalls Berliner Kader,  
segelten im 470er bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft  
auf den 3. Platz.  
Der Saal, einmal festlich  
Das neue Jahrtausend begann für den JSC sportlich! Insgesamt acht  
Regatten und die Ansegelfeier des Bezirks richtete der Club in diesem  
Jahr aus. Nach der Saisoneröffnung starteten die Folkeboote bei der  
Goldplakette für Kielboote. Eine ungeahnte Zahl von 150 Optimisten  
segelte um Meisterehren bei der vom JSC ausgerichteten „Berliner  
Jüngstenmeisterschaft Opti B“.  
2
000  
Ansegelfeier beim JSC  
Erstmals war der Joersfelder Se-  
gel-Club Mitausrichter der Warne-  
münder Woche und durfte gleich  
die Weltmeisterschaft der Micro-  
tonner mit 6 Dreieckswettfahrten  
und einer Langstreckenwettfahrt  
betreuen. Absoluter Höhepunkt  
aber war der Gold-Cup der Dra-  
chenklasse, die der JSC dank der  
Fürsprachen des Drachencommo-  
dore Norbert Geisler zusammen  
mit dem Warnemünder Segel-  
Club in Warnemünde vom 15.-  
2
6
3. Juli 2000 ausrichten durfte.  
0 Joersfelderinnen und Joers-  
felder opferten schon im Vorfeld  
viel Zeit für die Vorbereitungen  
8
5
und dann ihren Urlaub, um eine hochrangige Regatta mit einem der  
Drachenklasse angemessenen Rahmenprogramm durchzuführen.  
Der Einsatz wurde durch sehr viel Dank und großes Lob belohnt, bei  
der Preisverteilung gab es „standing ovations“ der Mannschaften von  
den 83 teilnehmenden Drachen für die Ausrichter. Es gewann Harm  
Müller-Spreer mit der Mannschaft Hoesch / Fendt. Der August wurde  
zur Erholung und letzten Vorbereitung des nächsten Events genutzt:  
Paule bei der IDM der O-Jollen  
Die O-Jollen kamen im September zur Goldplakette, die diesmal die  
Vorregatta für ihre Internationale Deutsche Meisterschaft vom 17. bis  
2
2.9.2000 auf dem Tegeler See war. Der sonst oft wegen seiner Wind-  
verhältnisse bekrittelte See zeigte sich von seiner allerbesten Seite:  
8
6
Starke, aber konstante Winde aus Ost bei Kaiserwetter verlangten  
den 55 Teilnehmern sportliche Kondition ab. Knut Wahrendorf von  
der TSG1898 wurde zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister. Die  
Regatten für die Jüngsten – der „Joersfelder Opti“ mit 170 Startern  
und die Team-Regatta „Opti-Quartett“ – wurden unter Einbeziehung  
von Mitgliedern der Jugendabteilung zwar fast zur Routineaufgabe,  
aber dennoch mit viel Einsatzfreude ausgerichtet.  
Die Durchführung der an Anzahl nun stark zugenommenen Regatten  
erleichterte der Kauf des Startprahms vom Bezirk Tegel. Dieser sah  
sich nicht mehr in der Lage, das Schiff zu erhalten, da die vielen  
Nutzer aus allen Vereinen nicht sorgsam genug damit umgingen und  
Start beim „Opti-Quartett“  
8
7
ständige Reparaturen den Etat des Bezirks sprengten. Der JSC zahlte  
den symbolischen Kaufpreis von 1,- DM und war nun Besitzer dieses  
für Regattaleitungen einmaligen Schiffes.  
Die Erneuerung der Bootsschuppentore und -wände wurde abge-  
schlossen, damit waren die jahrelangen umfangreichen Sanierungs-  
arbeiten an Haus, Grundstück, Bootsschuppen und Steganlage end-  
lich beendet. Die beiden vor drei Jahren angeschafften Container  
konnten dank der neuen Abschließbarkeit des Schuppens wieder ver-  
kauft werden.  
Zwei Jahre Salzhaff in Rerik zu Ostern waren genug, die Jugend fuhr  
zu Ostern 2000 an den Bodden nach Barth. Temperaturen über 20  
Grad und Sonne, am Gardasee zur gleichen Zeit 5-8 Grad und Regen:  
Kinder und Trainer waren zufrieden, die mitgereisten an Land helfen-  
den Eltern auch. Die Jugendabteilung führte in Zusammenarbeit mit  
der Franz-Marc-Grundschule in Tegel und der Grundschule am Tegel-  
schen Ort eine Segel-AG durch.  
Eine große Auszeichnung erfuhr  
der Joersfelder Segel-Club in die-  
sem Jahr mit der Verleihung des  
Grünen Bandes der Dresdner  
Bank und des DSB für vorbild-  
liche Talentförderung“, verbunden  
mit einem Scheck über 10.000  
DM. Diese Auszeichnung wird  
bundesweit nur an zwei Vereine  
vergeben. Mit unverkennbarem  
Stolz nahmen die Jugendleite-  
rin und der erste Vorsitzende die  
Auszeichnung dann Anfang 2001  
entgegen und versprachen, die  
Schecksumme selbstverständlich  
für jugendfördernde Maßnahmen  
zu verwenden.  
8
8
Die Mitgliederversammlung ernannte Peter Koch wegen seiner Ver-  
dienste um den JSC zum Ehrenmitglied.  
Neben den Regatten in auf dem Tegeler See (Goldplakette Kielboote,  
Goldplakette Jollen, Joersfelder  
2
001  
Opti und Opti-Teamregatta) rich-  
tete der JSC zum zweiten Mal die  
Warnemünder Woche mit aus  
und war verantwortlich für die  
German Open der 14 -Footer.  
Die Segel-AGs mit den beiden  
Grundschulen wurden dieses  
Jahr noch fortgeführt, danach  
aber eingestellt. Die Jugendab-  
teilung war inzwischen so groß  
geworden, dass der Verein keine  
weiteren Kinder mehr aufnehmen  
konnte. Friedrich Gebert (JSC)  
und Christopher Lorenz (PYC)  
starteten nach dem Umstieg aus  
dem Opti ihre Karriere im Zwei-  
Joersfelder Opti-Regatta 2001  
Mann-Boot und wurden Deutsche Meister 2001 im 420er. Am Ende  
des Jahres stellten wir verwundert fest: Es wurde nicht gebaut oder  
saniert!  
Um sich gegenseitig besser kennen zu lernen, rief die Jugendabtei-  
lung die Veranstaltung „Jugend lädt ein“ ins Leben. An einem Sonn-  
tagnachmittag wurden die „großen“ von den „kleinen“ Joersfeldern zu  
Kaffee und Kuchen, Bouletten, Schmalzstullen und Getränken einge-  
laden. Die Jugend berichtete von ihren Erlebnissen in Trainigslagern  
und auf Regatten, die erwachsenen Mitglieder von Fahrtensegelrei-  
sen und Regattaerlebnissen. Ein kleiner Wettbewerb mit gemischten  
Mannschaften aus Jung und Alt rundete den Nachmittag ab. Ein vol-  
ler Erfolg! Diese Veranstaltung ¿ndet seitdem alljährlich im Februar  
statt.  
2
002  
Wieder einmal richtete der JSC das Ansegeln im Bezirk Tegel aus.  
Diesmal auf Initiative derer, auf deren Schultern die Organisation sol-  
8
9
cher Feiern bisher immer lastete, mit dem Einsatz eines professio-  
nellen Catering-Service. Dieser stellte alles –Stände, Personal, Spei-  
sen und Getränke - auf eigenes Risiko, die Club-Mitglieder sollten sich  
um ihre Gäste kümmern und gemeinsam mit diesen feiern dürfen. Ein  
Versuch, der auf geteilte Meinung bei Gästen und Mitgliedern stieß.  
Besonderes Ereignis bei diesem Ansegeln: Bezirksbürgermeisterin  
Frau Marlies Wanjura enthüllte auf dieser Feier feierlich das in diesem  
Jahr geschaffene Wappen von Konradshöhe und Tegelort.  
Dorothea Gebert stieg nach ihrem Bruder ebenfalls vom Optimisten  
in den 420er um und wurde mit ihrer Vorschoterin Natascha Lorenz  
aus dem Potsdamer Yacht-Club gleich in ihrer ersten „VierZwo“-Sai-  
son Deutsche Jugendmeisterin U17 und Deutsche Meisterin.  
Enthüllung des Wappens von  
Konradshöhe und Tegelort durch  
die Bezirksbürgermeisterin Frau  
Marlies Wanjura  
Bei der Goldplakette im Herbst starteten erstmals neben den O-Jol-  
len, die ihre Berliner Meisterschaft bei dieser Regatta aussegelten,  
die Piraten bei der neu für diese Klasse ins Leben gerufenen „Fallbeil“  
-
Regatta. Die anderen Jollenklassen, die bisher bei der Jollengoldpla-  
kette ausgeschrieben waren, hatten keine Startfelder mehr zusam-  
menbekommen, während die Piraten eine Renaissance erlebten.  
Die „Joersfelder Segel-Club Veranstaltungsgesellschaft mbH“ wurde  
liquidiert. Sie hatte ihren Zweck erfüllt und wurde nicht mehr benö-  
tigt.  
Für die schnelle und moderne Kommunikation wurden für alle Mitglie-  
der mit Internetzugang Email-Adressen nach dem Schema Vorname.  
Nachname@jsc-berlin.de eingeführt. Nun konnten die Informationen  
schnell und kostengünstig verbreitet werden.  
Wieder stand eine Großveranstaltung ins Haus: Die O-Jollen baten  
den JSC, ihre Deutsche Meisterschaft vor Warnemünde auszurich-  
ten. Doch vor diesem Ereignis war noch eine IDM durchzuführen. Die  
2
003  
5
05er suchten ihren Meister während der Warnemünder Woche. Es  
war eine Meisterschaft mit völlig neuen Erfahrungen für das Wett-  
fahrtleitungsteam des JSC, waren die 505er doch eine der wenigen  
Klassen, die das Torstartverfahren präferierten. Anscheinend meis-  
terte das Team diese Aufgabe zur Zufriedenheit der Klasse, wurde es  
doch direkt nach der Siegerehrung von der Deutschen Meistermann-  
schaft Hunger/Jess gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, die Welt-  
9
0
meisterschaft dieser Klasse in zwei Jahren zu übernehmen. Geehrt  
sagten die JSCer spontan: „Ja, zusammen mit den Warnemündern  
gerne“. Wenige Monate später wurden der JSC und der WSC mit der  
Durchführung der 50. Jubiläums-Weltmeisterschaft im Jahr 2005 be-  
auftragt.  
Die IDM der O-Jollen in Warnemünde mit 80 Booten im August des  
Jahres war wiederum für viele Segler dieser Klasse eine völlig neue  
Erfahrung. Seit ewigen Zeiten hatte in Deutschland keine Meister-  
schaft mehr auf einem offenen Seerevier stattgefunden. Der Wetter-  
gott meinte es gut mit ihnen, leichte Winde bei Sonnenschein und  
„O-Jollen-Bojenballett“  
bei der IDM vor Warnemünde  
9
1
Wärme überforderte keinen. Allerdings war der leichte Strom quer  
zur Windrichtung vor allem an der Bahnmarke 1 ein Gegner, den  
einige nicht auf der Rechnung hatten. Die Schiedsrichter, die an der  
Bahnmarke das Geschehen beobachteten, prägten hinterher den Be-  
griff „O-Jollen-Bojenballett“.  
Auch die Jüngstensegler schienen den JSC zu mögen: Mit 170 Teil-  
nehmern beim „Joersfelder Opti“ wurde das Regattabüro bei der  
Anmeldung arg gefordert. Da die beliebtesten Eltern nach Eislauf-  
müttern in den Augen der Jugendlichen offenbar Opti-Eltern waren,  
schufen sie mit dem „Elefanten-Opti“ eine Spaßregatta, wo Eltern  
und erwachsene Mitglieder den Kindern einmal zeigen konnten, wie  
es richtig gemacht wird. Ein Riesenspaß. Der älteste Teilnehmer war  
Oswald Gebauer mit 83 Jahren, der den Opti souverän über den Kurs  
brachte.  
Dorothea Gerbert (links) mit ihrer  
Vorschoterin Natascha Lorenz vom  
PYC  
Dorothea Gebert (JSC) und Natascha Lorenz (PYC) setzten ihre Er-  
folgsserie fort und wurden im 420er Deutsche Jugendmeisterinnen  
U17 2002 und Deutsche Meisterinnen 2002. Ihre beiden Brüder  
Christopher Lorenz (PYC) und Friedrich Gebert (JSC) ersegelten im  
4
70er den 6. Platz bei der Junioren-Europameisterschaft und wurden  
Deutscher Vizejuniorenmeister 2003.  
Nach mehrmaligen Anläufen, die Drachenklasse noch an Regatten auf  
dem Tegeler See zu interessieren, kam in diesem Jahr das endgültige  
Aus für diese Klasse bei der Goldplakette und der traditionsreichen  
2
004  
Drachenurne“ der Seglervereinigung Tegel. Beide Serien wurden in  
den letzten Jahren oft abgesagt oder nur mit knapp 10 Booten ge-  
startet. Bei der Warnemünder Woche war der JSC verantwortlich für  
die German Open von A-Cat und Fomula 18. Auf Initiative der an der  
Restaurierung des Jugendkutters beteiligten Joersfelder rief der JSC  
eine neue Regatta ins Leben, das „Blaue Band von Joersfelde“ für die  
Kutter ZK10. Ein Spektakel auf dem Tegeler See, das viele Zuschau-  
er lockte und das sie mit Begeisterung verfolgten. Der in monatelan-  
ger Eigenarbeit aus einem Wrack in ein Schmuckstück verwandelte  
Jugendkutter wurde zum Absegeln 2004 auf den Namen „Phoenix“  
getauft und seitdem von jungen Seglern sowohl auf Regatten als  
auch auf längeren Touren gesegelt. Eine emsige Gruppe Joersfelder,  
9
2
die unter Anleitung von Bernd  
und Björn Helms diesen Kutter  
restaurierte, hatte Unglaubliches  
vollbracht. Das Ergebnis begeis-  
terte alle Mitglieder des JSC und  
animierte den einen und anderen  
zu einer kleinen Spende zur wei-  
teren Ausrüstung des Schiffes.  
Dorothea Gebert (JSC) und Nata-  
scha Lorenz (PYC) wurden 11. bei  
der Weltmeisterschaft im 420er  
vor Australien. Dirk David („Pau-  
le“) wurde mit Stefan Abel („Pee-  
wee“, JSC/SCG) und Jörg Strube  
(
„Tante Käthe“, BTB) Sechste bei  
der Deutschen Meisterschaft der  
Drachen-Klasse.  
2
005 war ein sehr sportliches  
Jahr, sowohl was die seglerischen  
Erfolge der Mitglieder als auch die  
Ausrichtung von Regatten anging!  
Dirk David gewann mit Stefan  
Abel (JSC/SCG) und Jörg Stru-  
be (BTB) die Kieler Woche in der  
Drachen-Klasse, ein besonders  
bemerkenswertes Ergebnis. Arne  
Clauss wurde mit Olaf Mierheim  
(
SCO) 4. bei der IDM der Piraten. Christopher Lorenz (PYC) und Fried-  
Kuttertaufe am 17. Oktober 2004  
rich Gebert ersegelten gleich drei herausragende Ergebnisse: Deut-  
scher Vizemeister, 3. Pl. Junioren-Europameisterschaft und Deutsche  
Juniorenmeister im 470er. Maximilian Szymanski wurde Dritter bei  
der Deutschen Jüngstenmeisterschaft U14 und Fünfter in der Deut-  
schen Jüngstenmeisterschaft im Optimist. Alexander Krause wurde  
Crewmitglied im deutschen America’s Cup-Herausforderer „United  
Internet Team Germany“. Natürlich war der JSC Mitglied im „Deut-  
2005  
3
9
schen Challenger Yacht Club“ geworden, dem Verein der herausfor-  
dernden Yacht. Der Joersfelder Segel-Club stellte so viele Kadersegler  
wie noch nie in seiner langen Geschichte. Mit Maximilian Szymanski  
(
Optimist, D1-Kader), Svenja Ehrmann (420er, D2-Kader), Sophie  
Heyer (420er, D2-Kader), Oliver Szymanski (420er, D2-Kader), Fi-  
lip Wach (420er, D2-Kader), Timo Chorrosch (470er, D4-Kader) und  
Friedrich Gebert (470er, C-Kader) konnte er mit diesen Kaderseglern  
stolz auf die Erfolge seiner Jugendarbeit blicken.  
Der JSC war in diesem Jahr Ausrichter und Mitausrichter von 8 Re-  
gatten: Anfang Mai Ausrichter der „Goldplakette“ der Folkeboote, An-  
fang Juni Mitausrichter der „Müggeldrachen“-Regatta mit der SGaM  
auf dem Müggelsee. (Dies war  
die erste Regatta für Drachen  
nach dem Mauerbau auf dem  
Müggelsee). Wir richteten wieder  
Anfang Juli zusammen mit dem  
WSC und weiteren Vereinen die  
Warnemünder Woche aus, waren  
hier verantwortlich für Tornados,  
4
9er und 14Footer. Anschließend  
dann eine Veranstaltung, die als  
Rekord in die Geschichte eing-  
ing: Die 505er Klasse veranstal-  
tete ihre 50. Weltmeisterschaft  
vor Warnemünde. Der JSC durfte  
die Wettfahrtleitung für ein Feld  
von 175 Startern im Torstartver-  
Bei der Weltmeisterschaft der  
505er vor Warnemünde  
fahren stellen. Zusammen mit den Pre-Worlds waren 20 Joersfelder  
insgesamt 14 Tage vor Ort und schlossen Freundschaften mit Seglern  
einer Klasse mit wachsender Popularität. Besonders imponierte, dass  
die deutsche 505er-Klassenvereinigung die gesamte Vorbereitung  
und Landorganisation komplett selbst übernommen hatte, Sponsoren  
beschaffte und wir uns im Vorfeld und während der Veranstaltung  
nur um die Belange der Wettfahrtleitung zu kümmern brauchten.  
Auf unserem Heimatrevier richteten wir dann noch das „Blaue Band“  
des JSC für Kutter, den „Joersfelder Opti“ mit über 150 Teilnehmern,  
die „Goldplakette“ bzw. das „Fallbeil“ für O-Jollen und Piraten und  
9
4
schließlich das „Joersfelder Opti-  
Quartett“ aus.  
Für ein Highlight der besonderen  
Art sorgten die TSCer: Sie luden  
zur Wiedergutmachung für ihre  
besonders üblen und geschmack-  
losen Übergriffe auf das Eigentum  
des JSC die Joersfelder zu sich zu  
einem Festschmaus ein. Die Jo-  
ersfelder kamen natürlich zahl-  
reich, da sie ja nicht nachtragend  
waren. Während dieser Veran-  
staltung würdigte der Vorsitzen-  
de des TSC, Klaus Liebenow, in  
einer Laudatio die Verdienste des  
Vorsitzenden des JSC, Bernd-L.  
Käther, um den TSC und die Verbundenheit beider Vereine, ernannte  
ihn zum TSC-Mitglied ehrenhalber und steckte ihm die Clubnadel ans  
Revers.  
Cocktailabend in der Schifferstube  
Auch das Jahr 2006 war wieder sehr durch den Sport geprägt! Zu  
Beginn des Jahres richtete der JSC die „Goldplakette“ für Folkeboote  
aus, Anfang Juli war er im Rahmen der Warnemünder Woche ver-  
antwortlich für die Klassen A-Cat, Formula 18, Beneteau 25 und das  
Finale der DJoM der Laser (weiblich), anschließend für die IDM Tor-  
nados. Im August dann das „Blaue Band von Joersfelde“ für die Kut-  
tersegler. Höhepunkt auf dem heimischen Tegeler See war aber die  
Jubiläumsveranstaltung „70 Jahre Olympia-Jolle“, die im Rahmen der  
2
006  
Goldplakette“ für die O-Jollen und dem „Fallbeil“ für Piraten aus-  
gerichtet wurde. Das Clubgelände glich in dieser Zeit einem Wohn-  
mobilcampingplatz mit Regattahafen, die O-Jollen-Segler schliefen  
angesichts der berüchtigten Feste des JSC lieber gleich vor Ort und  
wurden selbstverständlich in ihren Erwartungen nicht enttäuscht. Ju-  
biläumsmannschaftskampf, Festabend, die Wettfahrten der Goldpla-  
kette und das traditionelle Joersfelder Schuppenfest bildeten wieder  
einen würdigen und fröhlichen Rahmen für dieses Jubiläum. Einige  
9
5
Kameraden hatten ihrem JSC  
im Vorfeld seines im kommen-  
den Jahr anstehenden runden  
Jubiläums einen neuen Tresen  
für die Festlichkeiten im Schup-  
pen gestiftet, dessen Großver-  
anstaltungstauglichkeit schon  
bei diesen Feierlichkeiten aus-  
giebig getestet wurde. Die Jo-  
ersfelder Opti-Regatta und das  
Joersfelder Opti-Quartett für die  
Jüngstensegler rundeten den  
Regattaveranstaltungskalender  
des JSC ab. Doch auch die Seg-  
ler selber sorgten für Erfolge.  
Oliver Szymanski (JSC) und  
Florian Dziesiaty (SVR) wurden  
Deutsche Meister U17 2006 im  
7
0 Jahre O-Jolle (Preisverteilung  
420er. Christopher Lorenz (PYC) und Friedrich Gebert (JSC) segelten  
jeweils als bestes deutsches Team im 470er auf den 5. Platz (U22)  
bei der Weltmeisterschaft vor Travemünde, auf den 5. Platz (U22) bei  
der Europameisterschaft vor Tavira, Portugal und auf den 19. Platz  
bei der Weltmeisterschaft vor Rizhao, China. Björn Helms (JSC), Fe-  
lix Herziger (JSC), Julia Nix (JSC), Tania Röper (SCF), Svenja Fuchs  
im Mannschaftskampf)  
(
SCF), Marc Helms (TSC) wurden Deutsche Vizemeister im Kutter  
ZK10 auf dem Kutter „Phoenix“ des JSC und liegen damit einen Platz  
vor Vater Bernd Helms mit seiner Mannschaft.  
Es wurde auch mal wieder gebaut: Um die Übertritte vom Uferwan-  
derweg auf die Steganlage durch Unbefugte zu verhindern, wurden  
die gesamten landseitigen Stege durch besonders erwähnenswerten  
Einsatz der Kameraden Horst Karbe und Klaus-Dieter Stoppenbrink  
mit einem Zaun versehen.  
Natürlich liefen im 99. Jahr des JSC die Vorbereitungen der Veranstal-  
tungen zum Jubiläum „100 Jahre Joersfelder Segel-Club“ auf Hoch-  
touren, denn Neujahrsempfang für den Bezirk Tegel, Ansegelfeier,  
Jubiläumsempfang, Jubiläumsbrunch und Jubiläumsball sollten im  
kommenden Jahr diesem Ereignis angemessen ausgerichtet werden.  
9
6
2
007  
Das 100. Jubiläumsjahr begann  
gleich am 14. Januar mit dem  
Neujahrsempfang, den der Joers-  
felder Segel-Club natürlich im  
Zusammenhang mit diesem Ju-  
biläum für den Bezirk Tegel aus-  
richten durfte.  
Nach den Ansprachen wurden die  
erfolgreichsten Segler des Be-  
zirks geehrt, darunter eine große  
Zahl Joersfelder. Mitglieder der  
Jugendabteilung  
unterstützten  
unsere Wirtsleute und bedienten  
die Gäste in einheitlichem Club-  
Out¿t, was auf großen Anklang  
stieß.  
Neujahrsempfang:  
Auch die Segelsaison wurde wie-  
der einmal im JSC eröffnet, wir  
richteten die Ansegelfeier aus.  
Diesmal nach dem Versuch mit  
einem Catering-Unternehmen in  
Svenja Ehrmann, Sophie Heyer, Birthe Herziger, Felix Leupold, Tom Sellin  
Ausgelassene Stimmung beim Ansegeln  
2
002 wieder in Eigenregie. Ins-  
gesamt 170 ! Mitglieder, Ehepart-  
ner und Eltern von Jugendmit-  
gliedern betreuten mit großem  
Engagement die Stände rund um  
einen großen Marktplatz. Von 10  
bis 18 Uhr feierten ca. 3500 Gäs-  
te zur Musik einer Rockband bei  
strahlendem Kaiserwetter.  
Die weiteren Jubiläumsveranstal-  
tungen stehen kurz vor der Tür,  
die Joersfelder werden auch die-  
se Feste angemessen feiern!  
9
7
Die Vorstände des JSC  
von 1957 bis heute  
Jahr  
1. Vorsitzender 2. Vorsitzender Kassierer  
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
2
2
2
2
957  
Leopold Kluge  
Leopold Kluge  
Leopold Kluge  
Werner Richter  
Werner Richter  
Werner Richter  
Erwin Goebel  
Kurt Albrecht  
Kurt Albrecht  
Kurt Albrecht  
Werner Peters  
Werner Peters  
Werner Peters  
Werner Peters  
Heinz Fischer  
Adolf Glensk  
958  
Erwin Goebel  
959  
Erwin Goebel  
960  
Guntram Goebel  
Guntram Goebel  
Guntram Goebel  
961 - 1962  
963 - 1964  
965 - 1966  
967 - 1968  
969 - 1970  
971 - 1972  
973  
Guntram Goebel Kurt Hertel  
Guntram Goebel Kurt Hertel  
Guntram Goebel Kurt Hertel  
Werner Richter  
Werner Richter  
Werner Richter  
Werner Richter  
Werner Richter  
Werner Richter  
Guntram Goebel  
Kurt Hertel  
Guntram Goebel  
Guntram Goebel  
Udo Soppert  
Peter Koch  
Kurt Hertel  
974  
Kurt Hertel  
975 - 1976  
977  
Kurt Hertel  
Karlheinz Rudow  
Karlheinz Rudow  
Karlheinz Rudow  
Karlheinz Rudow  
Karlheinz Rudow  
Karlheinz Rudow  
Karlheinz Rudow  
Karlheinz Rudow  
Harald Wolter  
Harald Wolter  
Andreas Küchler  
Norbert Becelewski  
978  
Peter Koch  
979 - 1980  
981 - 1982  
983 - 1984  
985 - 1986  
987 - 1988  
989 - 1990  
991 - 1992  
993 - 1994  
995 - 1996  
997 - 1978  
999 - 2000  
001 - 2002  
003 - 2004  
005 - 2006  
007  
Guntram Goebel Udo Soppert  
Guntram Goebel Udo Soppert  
Guntram Goebel Hilmar Vetter  
Guntram Goebel Hilmar Vetter  
Guntram Goebel Hilmar Vetter  
Guntram Goebel Bernd-L. Käther  
Karlheinz Rudow Bernd-L. Käther  
Karlheinz Rudow Bernd-L. Käther  
Bernd-L. Käther  
Bernd-L. Käther  
Bernd-L. Käther  
Bernd-L. Käther  
Bernd-L. Käther  
Bernd-L. Käther  
Bernd-L. Käther  
Rolf Warnholz  
Rolf Warnholz  
Joachim Niestroy Harald Wolter  
Joachim Niestroy Harald Wolter  
Michael Müller  
Klaus Chorrosch  
Klaus Chorrosch  
Wilfried Werner  
Wilfried Werner  
Wilfried Werner  
9
8
Jahr  
Sportwart  
Jugendwart  
Schriftführer  
W. Hannemann  
Werner Mücke  
Werner Mücke  
Werner Mücke  
Heinz Kotsch  
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
2
2
2
2
957  
958  
959  
960  
Erich Scheller  
Erich Scheller  
Erich Scheller  
Erich Scheller  
-
-
-
-
961 - 1962 Erich Scheller  
963 - 1964 Günther Luther  
965 - 1966 Horst Godidek  
967 - 1968 Horst Godidek  
969 - 1970 Horst Godidek  
971 - 1972 Horst Godidek  
Heinz Gallinus  
Udo Soppert  
Joachim Fielitz  
Siegfried Schütz  
Heinz Kotsch  
Bruno Löffelmeier  
Hilda Gaebel  
Wolfgang Generalski Karl Wendt  
Ralf Medenbach  
Ralf Medenbach  
Horst Marten  
Adolf Glensk  
973  
974  
Joachim Müller  
Joachim Müller  
Adolf Glensk  
Adolf Glensk  
975 - 1976 Peter Wagner  
Bernd-L. Käther  
Adolf Glensk  
977  
978  
Peter Maedel / Kurt David Bernd-L. Käther  
Bernd-W. Vorpahl  
Bernd-W. Vorpahl  
Meinhard Knoblau  
Meinhard Knoblau  
Meinhard Knoblau  
Meinhard Knoblau  
Meinhard Knoblau  
Harald Wolter  
Kurt David  
Bernd-L. Käther  
Detlef Janisch  
979 - 1980 Hilmar Vetter  
981 - 1982 Hilmar Vetter  
983 - 1984 Bernd-L. Käther  
985 - 1986 Bernd-L. Käther  
987 - 1988 Peter-Michael Haeberer  
989 - 1990 Kurt David  
Hartmut Müller  
Peter Bremer  
Peter Bremer  
Peter Bremer  
Henriette Krause  
Henriette Krause  
Henriette Krause  
Henriette Krause  
Henriette Krause  
Henriette Krause  
Henriette Krause  
Henriette Krause  
Henriette Krause  
Henriette Krause  
991 - 1992 Kurt David  
Wolfgang Koenig  
Wolfgang Koenig  
Wolfgang Koenig  
Wolfgang Koenig  
Wolfgang Koenig  
Wolfgang Koenig  
Werner Dransch  
Werner Dransch  
Heribert Jöris  
993 - 1994 Eberhard Prüß  
995 - 1996 Eberhard Prüß  
997 - 1978 Eberhard Prüß  
999 - 2000 Kurt Mutmann  
001 - 2002 Kurt David  
003 - 2004 Kurt David  
005 - 2006 Kurt David  
007  
Björn Helms  
9
9
Die Vorsitzenden des JSC  
von 1907 bis 1956  
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
907 - 1908  
908 - 1919  
919 - 1922  
922 - 1924  
924 - 1928  
928 - 1929  
929 - 1934  
934 - 1944  
945 - 1950  
950 - 1953  
954 - 1956  
Kam. Schmerler  
Kam. Seyring  
Kam. Werner  
Kam. Seyring  
Kam. Schelenz  
Kam. Müller  
Kam. Führer  
Kam. Amberg  
Kam. E. Richter  
Kam. Amberg  
Kam. E. Richter  
Gneomar Müller  
Herbert Amberg  
1
00  
Werner Richter  
5 Jahre Mitglied im JSC  
6
Warum ich mitten im Krieg - die  
ersten Bomben ¿elen bereits auf  
Berlin - am 11. Juli 1942 Mitglied  
wurde, kann ich heute nicht mehr  
genau erklären. Der Anstoß hier-  
zu kam sicherlich von meinem  
Vater. Ich war Soldat. Nach ei-  
ner Verwundung wurde ich zum  
Feuerwerker ausgebildet und im  
Heereszeugamt Spandau (Neu-  
endorfer  
Straße/Askanierring)  
eingesetzt. In Erinnerung an die-  
se Zeit sind mir einige Liter Isola-  
torenlack geblieben, die ich dort  
abstauben“ konnte und die ich  
dem Club zur Verfügung stellte. Im Frühjahr 1943 wurde ich an die  
Ostfront nach Russland kommandiert und geriet dort am 9 Mai 1944  
auf der Krim in russische Gefangenschaft. Am 13. September 1949  
wurde ich in Frankfurt (Oder) als Zivilist entlassen.  
Wenn man so will, zählen eben auch diese Jahre zu meiner Clubmit-  
gliedschaft. Nach der Gefangenschaft nahm ich sofort wieder Kontakt  
mit dem JSC auf. Da es inzwischen im Club einige Jugendliche recht  
unterschiedlichen Alters gab, stellte ich mich als Betreuer zur Ver-  
fügung. Die Hauptaufgabe bestand darin, die Jugendlichen auf die  
Dickschiffe zum Mitsegeln aufzuteilen, denn Jugendboote waren ja  
außer zwei „Küken“ für Kinder, soweit ich erinnere, nicht vorhanden.  
In den folgenden fünfziger Jahren habe ich mich als Hafenmeister  
betätigt. Der Vorstand kaufte eine abgewrackte Zille, die wir dann  
als Floßholz heranschafften, um es als Stegbelag zu verwenden. Es  
wurde viel gesägt und genagelt.  
Das Zilleholz hat sich als Stegbelag nicht bewährt. Es zerbröselte  
schon nach einigen Jahren, als es durchgetrocknet war.  
Die Slipanlage habe ich eigenhändig mit Hilfe eines befreundeten  
Maurers umgebaut. Wir haben die Schienen tiefer gelegt, so wie man  
die Anlage heute noch sieht. Nach meiner Tätigkeit als Hafenmeis-  
ter kamen einige Jahre als Schriftführer hinzu. Irgendwie kann man  
sich heute die damaligen Verhältnisse nur schwer vorstellen. Eine  
1
01  
Schreibmaschine stand zur Verfügung. Man schrieb auf Folien, die  
man anschließend in einen Rahmen einspannte, mit Farbe einwalz-  
te, um dann damit mit einer Rolle Blatt für Blatt Papier zu bedru-  
cken. Alles Handarbeit! Die Schreibmaschine, eine sogenannte Reise-  
schreibmaschine, soll während der Besatzungszeit eine zeitlang vor  
den Zugriffen des Militärs in der Havel versenkt gewesen sein. Nun  
steht das historische Gerät in meinem Keller. Demnächst wird es eine  
Erinnerungsvitrine im Club zieren.  
Später hatte ich auf Grund meiner Tätigkeit in einer Druckerei die  
Möglichkeit, Plakate, Rundschreiben und Versammlungseinladungen  
in gedruckter Form herzustellen. Der JSC erregte deshalb die Auf-  
merksamkeit bei den anderen Vereinen.  
Als der Kamerad Poldi Kluge 1960 den Vorsitz des JSC abgab, der  
Anbau des Clubhauses war gerade fertig geworden, fand ich mich  
plötzlich als Vorsitzender wieder. Aus den ersten Jahren sind mir die  
Ehrung des Kameraden Hans Schäfer für die 50jährige Mitgliedschaft  
und insbesondere die Bootstaufe des Drachen von Kamerad Sienholz  
in besonderer Erinnerung. Wir fuhren mit Musik auf einem gemieteten  
Fahrgastschiff zum Südhafen Spandau, wo der Drachen aufgebockt  
an Land stand und nach der Taufzeremonie zu Wasser gelassen wur-  
de. Die beiden Mitsegler des Kameraden Sienholz, Guntram Goebel  
und Horst Godidek, trugen rote Pullover mit dem Bootsnamen „Aller-  
hand“ auf dem Rücken eingewebt, was mir besonders gut gefallen  
hat und in guter Erinnerung geblieben ist.  
Aus beruÀichen Gründen habe ich später mit Guntram Goebel einige  
Male den Vorsitz getauscht und ihn 1977 endgültig an Guntram ab-  
gegeben.  
Seitdem bin ich frei von Ämtern. Der JSC ist aber meine Heimat ge-  
blieben. Ich nahm am Clubleben teil und genoss die Fröhlichkeit und  
die Kameradschaft bei den geselligen Veranstaltungen. Vor allem  
aber segelte ich mit meiner „Buttje“, einem 30er Seefahrtskreuzer,  
auf den mir so vertrauten heimischen Gewässern.  
1
02  
Guntram Goebel  
Ehrenmitglied im JSC seit 1991  
Zum JSC kam ich über meine  
Familie. Mein Vater Erwin Goe-  
bel und meine Onkel Guritz und  
Reinhardt waren schon Mitglieder  
und erzählten mir viel vom Se-  
geln und vom Clubleben im JSC.  
Als Junge war ich auch begeistert  
von Berichten über die Kriegsma-  
rine. Ich hatte immer den Traum,  
mich seemännisch ausbilden zu  
lassen. Dazu bot das Segeln eine  
gute Möglichkeit. Am 1.5.1941  
trat ich mit 14 Jahren in die Ju-  
gendabteilung des JSC ein. Hier  
wurden wir seglerisch und see-  
männisch ausgebildet. Mit den von der Stadt Berlin zur Verfügung  
gestellten Piraten, einer damals neuen Bootsklasse, und den Olym-  
pia-Jollen habe ich zweimal an den Berliner Jugendmeisterschaften  
teilgenommen. Dann machten der Arbeitsdienst, meine Einberufung  
zum Wehrdienst und schließlich der Krieg dem Segeln ein vorläu¿ges  
Ende. Natürlich landete ich bei der Kriegsmarine. Im Jahre 1944 ge-  
riet ich in britische Gefangenschaft. 1946 kehrte ich wieder nach Ber-  
lin zurück und besuchte sofort wieder den Club. Hier waren das Club-  
haus und der Bootschuppen unversehrt geblieben. Den Namen JSC  
gab es allerdings nicht mehr, weil die französische Besatzungsmacht  
den bürokratischen Namen „Segelsparte Tegel - Gruppe 5“ verordnet  
hatte. Dies änderte sich jedoch bald wieder, und der Club hatte sei-  
nen traditionsreichen Namen JSC wieder. Kamerad Emil Richter war  
der erste Vorsitzende nach dem Krieg, auf ihn folgte dann der Kame-  
rad Herbert Amberg. Ich stellte mich als Jugendwart zur Verfügung,  
weil ich mich für den Club engagieren wollte. Bald darauf hatten wir  
mit unserer Jugendabteilung die ersten seglerischen Erfolge. Unser  
Jugendmitglied Joachim Müller wurde in der O-Jollenklasse im Jahr  
1
949 Berliner Jugendmeister. Nach und nach übernahmen wir Jünge-  
ren, insbesondere Werner Richter und ich, das Kommando von den  
Alten.  
Es waren interessante Jahre des Aufbaus. Werner und ich wechselten  
1
03  
im Amt des Ersten und Zweiten Vorsitzenden mehrmals miteinander  
ab. Dann musste der Club im Bezirk Tegel vertreten sein, also wur-  
de ich zweiter Vorsitzender im Bezirksvorstand Tegel. Mit Kamerad  
Werner Kunze zusammen erreichten wir, dass die Segelvereine im  
Bezirk Tegel immer enger zusammenarbeiteten. Damals erwarben  
wir auch ein Lastschiff für Biertransporte, das wir als Startschiff für  
die Regatten auf dem Tegeler See einsetzten. Das betagte Schiff liegt  
heute – generalüberholt und gut gepÀegt – im Hafen des JSC und  
verrichtet bei den von uns ausgerichteten Regatten immer noch seine  
treuen Dienste.  
Eine große Aufgabe im JSC war die Ausrichtung unseres 75- jährigen  
Clubgeburtstages im Jahre 1982. Kamerad Hilmar Vetter stand mir  
mit hervorragendem Einsatz zur Seite und wir schafften es, eine Club-  
zeitung, den „Havelbooten“, herauszubringen und alle Feierlichkeiten  
in repräsentativer und geselliger Form über die Bühne zu bringen.  
Natürlich kam bei allen repräsentativen VerpÀichtungen der Segel-  
sport nicht zu kurz. Mit der Soling segelte ich auf allen Binnenge-  
wässern und auf See, ja auf allen europäischen Meeren. Im Jahre  
1
980 erreichte ich unter etwa 100 deutschen Soling-Seglern in der  
Rangliste Platz 20.  
Bald winkten jedoch wieder neue Aufgaben im Verband. Ich übernahm  
im Berliner Segler Verband das Amt des Führerscheinobmannes, das  
ich bis 1999 ausübte.  
Seitdem wird privatisiert und natürlich bei Clubregatten immer noch  
eifrig gesegelt.  
In dem Gedanken, meine Freizeit für den Joersfelder Segel Club sinn-  
voll genutzt zu haben, bin ich dankbar für jede Minute meiner Mit-  
gliedschaft.  
1
04  
Horst Godidek  
Zum JSC stieß ich im Alter von  
2
1
2 Jahren. Man schrieb das Jahr  
948, Deutschland lag danieder,  
Berlin war weitgehend zerstört.  
Als junger Mann war man froh,  
dem Unheil entronnen zu sein  
und mit Gleichaltrigen ein ge-  
meinsames Hobby ausüben und  
ein geselliges Leben pÀegen zu  
können. Ich begann meine segle-  
rischen Aktivitäten auf der H-Jol-  
le. Dieses Boot ist sehr schnell,  
lässt sich aber nicht reffen, es  
muss also aufmerksam gesegelt  
werden. Zum Lernen und Üben  
also genau das richtige Boot.  
Ab 1955 segelte ich mit dem Kameraden Gleier vom Berliner Yacht-  
Club im Drachen und bediente die Vorschot. Zehnmal nahmen wir an  
der Kieler- und Travemünder Woche und an Weltmeisterschaften teil.  
1
979 stieg ich dann auf das H-Boot um und nahm in der Folge an  
zahlreichen regionalen Regatten und an Deutschen Meisterschaften  
teil. Natürlich lockten mich im Urlaub auch die europäischen Meere  
zum Fahrtensegeln. Ich machte mit unterschiedlichen Schiffen und  
Crews die Nord- und Ostsee, den Atlantik und das Mittelmeer unsi-  
cher.  
Im Club habe schon früh Verantwortung übernommen. Zuerst (1960-  
1
966) als Kasino- und Vergnügungsobmann, später dann als Sport-  
wart, in einem Amt, das ich von 1965 bis 1972 ausübte. 1972 über-  
nahm ich das Amt des Wettfahrtobmannes des BSV im Bezirk Tegel,  
1
972 dann dasselbe Amt im Berliner Segler-Verband. Diese Tätigkeit  
wurde abgerundet durch die Mitgliedschaft im Wettfahrtausschuss  
des Deutschen Segler-Verbandes. 1972 wurde mir eine besondere  
Ehre zuteil: Ich durfte in der Wettfahrtleitung der Segelwettbewerbe  
der Olympischen Spiele in Kiel mitwirken. Ein für mich unvergessenes  
Erlebnis! Am 23. 3. 1994 verlieh mir der damalige Bundespräsident  
Richard von Weizsäcker die Verdienstmedaille des Verdienstordens  
der Bundesrepublik Deutschland.  
1
05  
1
997 gab ich das Amt des Wettfahrtobmannes des BSV an den Ka-  
meraden Bernd-Leopold Käther aus dem JSC ab. 1970 hatte ich es  
auch von einem JSCer, dem Kameraden Erich Scheller, übernommen.  
Die „JSC-Dynastie“ scheint inzwischen ein Anrecht auf dieses wich-  
tige Amt im Berliner Segelsport erworben zu haben. Seit 1997 bin ich  
aller Ämter ledig, konzentriere mich nur noch auf das Segeln, die ge-  
selligen Runden im JSC und die PÀege der Kameradschaft mit meinen  
vielen Freunden, die mir der Segelsport beschert hat.  
Wenn der JSC dieses Jahr seinen 100-jährigen Geburtstag feiert,  
werde ich meine persönliche 59-jährige Mitgliedschaft im Club be-  
gehen können. Ein langes und aufregendes Seglerleben habe ich im  
JSC verbracht. Es war eine bewegte Zeit, auf die ich mit Stolz und  
mit Freude zurückblicke. Ich durfte nicht nur den schönen Segelsport  
pÀegen, nein, ich konnte viele Kameraden in den Vereinen Berlins  
und über die Grenzen der Stadt hinaus kennen lernen. Diese Leben  
als Segler hat mit viel Freude bereitet und ich werde auch im Alter  
dem Segelsport treu bleiben.  
1
06  
Wolfgang Funcke  
Mein Leben als Segler  
Meine Eltern waren Mitglieder  
im Segelclub ODIN, zu dessen  
Gründungsmitgliedern mein Va-  
ter, Walter Funcke, gehörte. In  
den Nachkriegsjahren verlebten  
wir die Sommerferien immer im  
Club. Das Segeln erlernte ich auf  
einem Segelboot, das Ähnlich-  
keiten mit einem Piraten hatte.  
Damit „gurgten“ wir auf dem  
Tegeler See umher. Es machte  
riesigen Spaß! Dann bekam ich  
1
954 von Gunter Ponars, einem  
Mitglied unseres Vereins, das  
Angebot, auf seiner 10er Wanderjolle das Vorsegel zu fahren. Das  
Regatta-Segeln zog mich in seinen Bann. Nach vier wunderbaren  
Regatta-Jahren mit G. Ponars wollte ich ein eigenes Schiff haben.  
Die O-Jolle war zur damaligen Zeit das Regatta-Schiff mit bekannten  
Namen wie Lilo Hamacher, Arno Gaedke, Achim Gaedke, Dieter Bauer,  
Otto Erhardt, P. Baumgarten, Uwe Woite und anderen. Der Kamerad  
Fröhlich, vom Segelclub NIXE verkaufte seine O-Jolle 331 und ich griff  
zu. So begann 1958 meine O-Jollen-Zeit. Ich war zufrieden, wenn  
ich bei Regatten nicht Letzter wurde. Ich war aufmerksamer Zuhörer  
bei Fachgesprächen der „alten Hasen“. So kämpfte ich mich langsam  
nach vorn und belegte hin und wieder einen der besseren Plätze.  
Heinz Räder, Bootsbaumeister vom Segelclub FREIA und spezialisiert  
auf den Bau von O-Jollen, baute mir 1966 meinen geliebten Sancho  
Pansa, der Dicke auf dem Esel.  
Durch Unstimmigkeiten im Segelclub ODIN wechselten meine Eltern  
und ich 1967 zum Joersfelder Segelclub, auch Peter Koch kam mit.  
Mein erster Erfolg stellte sich 1968 ein, ich belegte bei einer Europa-  
meisterschaft den 10. Platz. Danach ging es so langsam los. Im Jahr  
1
970 wurde ich in Steinhude Deutscher Vizemeister. Ich war sehr  
stolz. Dann fuhr ich 1972 nach Holland zur Euro und wurde bei Stark-  
wind Vize-Europameister. Im gleichen Jahr belegte ich auch in Berlin  
bei der Berliner Meisterschaft den 2. Platz. Die Schweiz lockte 1973  
mit der Euro auf dem Silvaplana See, ein Traum für jeden Jollen-Seg-  
1
07  
ler. Ich belegte den 3. Platz. Diesen Platz wiederholte ich auch 1976  
auf dem Silvaplana See.  
Zwischendurch heuerte mich Uwe Woite, mehrfacher Europameister  
der O-Jolle, auf einem Nordischen Folkeboot die Berliner Meisterschaft  
zu segeln. Wir wurden Berliner Meister.  
Viele große Ranglistenregatten konnte ich gewinnen, u.a. auch die  
Joersfelder Goldplakette. Erwähnen möchte ich, dass ich 5 Jahre  
im Besitz eines Leistungspasses war. 1979 wurde ich wieder Berli-  
ner Vizemeister, bevor es 1980 zur Euro nach Travemünde ging. Ich  
beendete die Euro als Vizemeister. Es war traumhaft, großes, freies  
Wasser. Wir hatten am Ruhetag einen Empfang auf der Passat, ein  
unvergeßliches Erlebnis. Aus beruÀichen Gründen beendete ich 1985  
meine O-Jollen-Laufbahn. Es war die schönste Zeit meines bisherigen  
Lebens.  
1
08  
Bernd-Leopold Käther  
Mein Joersfelder Leben  
Schon von früher Kindheit an war  
der Joersfelder Segel-Club mei-  
ne zweite Heimat. Mein Großva-  
ter Leopold Kluge war in meinen  
ersten Lebensjahren der erste  
Vorsitzende, meine Mutter war  
früher O-Jolle gesegelt. Das Fa-  
miliengrundstück genau gegen-  
über vom JSC sorgte für kurze  
Wege. Mit weiteren gleichaltrigen  
Kindern von Vereinskameraden  
wie Holger Frei, Manuel Heide  
oder Thomas Hippe verbrachte  
ich viel Zeit im Club und machte  
frühzeitig Bekanntschaft mit den  
Eigenschaften von Havelwasser.  
Zum Segeln kam ich erst im Alter  
von 10 Jahren, mein Opa „Poldi“  
nahm mich als Vorschoter auf seinem 30 qm Binnenkielkreuzer „Nir-  
wana“ mit. Eine harte Schule, die mir erst einmal die große Lust am  
Segeln nahm. Doch irgendwann platzte der Knoten, ich durfte den  
3
0er steuern und auch mal alleine mit anderen Jugendlichen führen,  
bekam darauf das Schiff sogar geschenkt. Erst 1971 trat ich in den  
JSC ein, begann sofort mit dem Regattieren auf einem 420er. Der JSC  
hatte drei Boote dieses Typs für seine Jugendabteilung gekauft, eines  
davon durfte ich mit meinem Vorschoter Michael Fechner segeln.  
Vorschoter im Korsar von Holger Unger und auch einige Wettfahrten  
im 470er waren weitere Etappen. Dann winkte das Glück: Guntram  
Goebel suchte einen Ersatz auf seiner Soling für seinen nun O-Jolle  
segelnden Ex-Schotten Wolfgang „Manolito“ Generalski und probierte  
es mit mir. Ich hatte tolle Erlebnisse in diesem Boot, unvergessen  
eine Deutsche Meisterschaft im Bayerischen Yacht-Club, um die sich  
Legenden ranken. Doch das Glück wurde noch größer, als Gunne mir  
seine Soling G 186 zum Regattasegeln zur Verfügung stellte. Mei-  
ne gesamte Studentenzeit war hiervon geprägt. 1985 wurde ich erst  
Miteigner, kurze Zeit später alleiniger Eigner des Drachens mit der  
Segelnummer G 195, den sich Kurt Thiel aus der SVT im Jahr 1959  
1
09  
bei A&R hatte bauen lassen. Seitdem segle ich in dieser faszinie-  
renden Klasse.  
Der JSC hat mir viel gegeben. Durch meine ehrenamtlichen Tätigkei-  
ten im Club als Jugendwart, Sportwart, dann zweiter und nun erster  
Vorsitzender und meine Verbandsaktivitäten versuche ich, sowohl der  
heutigen Jugend als auch allen Mitgliedern ein ebensolches Heimat-  
gefühl im Sport und natürlich in unserem Joersfelder Segel-Club zu  
bieten. Ich wünsche dem JSC weitere 100 Jahre in der Tradition der  
Vereinsgründer, die sich zum Wohle des Clubs stets zur Moderne be-  
kannten.  
1
10  
Friedrich Gebert  
Vom Opti in die Weltspitze  
1995 wurden ich und meine Schwester Dorothea in den JSC aufge-  
nommen. Bei Arne Clauß lernten wir unsere ersten Trockenübungen  
im Optimisten. „Pinne von dir wegdrücken, Pinne zu dir hinziehen“  
waren fortan die prägenden Sätze im Training. Im Regattaladen von  
Henriette wurde zum ersten Mal der Trockenanzug anprobiert. Aber  
noch prägender war Henriettes mittlerweile seit 12 Jahren immer  
volle Schüssel mit Haribos.  
Schon nach kurzer Zeit durften wir „raus“ auf den großen See. Der  
Weg zur Insel Scharfenberg im Opti füllte einen ganzen Trainingstag.  
Und wir lernten unsere ersten Vorfahrtsregeln in der Praxis. „Schuten  
1
11  
vor allen“ und „Wir vor den Ruderern“ war einfach zu merken. Aber  
welcher Segler hat Wegerecht, wenn er auf einen anderen trifft?  
1
996 sollten wir bei Poldi den Jüngstenschein ablegen. Ich musste in  
die mündliche Nachprüfung, da ich bei den Knoten geschlampt hatte,  
und eine Regelsituation vor dem Start klären. Mit kleinen Hilfen von  
Poldi erkannte ich eine klassische Lee vor Luv - Begegnung und be-  
kam den begehrten Schein überreicht.  
Nun konnten die ersten Rennen kommen. In einem Umkreis von  
2
00km zum JSC bestritten wir Regatten und Trainingslager in der  
Nachwuchsgruppe. Schon bald ging es mit der Regattagruppe an die  
Ostsee. Im Nachhinein staune ich über die Unbekümmertheit, mit der  
wir in unseren Optis aufs Meer schipperten. Der Weg zum Leuchtturm  
in Warnemünde dauerte verglichen mit heute eine Ewigkeit. Und  
trotzdem ging es eben diese Ewigkeit vom Leuchtturm aus nochmal  
1
12  
weiter nach draußen. Den Strand immer in Sichtweite wurde uns ein  
Gefühl für raues Meerwasser vermittelt. Warnemünde wurde seitdem  
zu einer zweiten Heimat. Und seit 2005 sogar zur ersten, was das  
Segeln betrifft.  
Mit Sbigi, dem Trainer der Regattagruppe, tourten wir Wochenende  
für Wochenende durch Deutschland. Der Umkreis, in dem wir uns  
vom JSC entfernten, wurde rasend größer. Schon bald waren Itali-  
en und besonders der Gardasee ein vollkommen selbstverständliches  
Ziel, um eine Woche lang zu trainieren. Unter dem prägenden Einsatz  
von Sbigi lernten wir uns in der Segelwelt zurecht zu ¿nden.  
1
997 wurde ich in den Optikader des Landes aufgenommen. Zeitlich  
gesehen investierte ich von da an mehr ins Segeln als in die Schule  
und hatte viele Schwierigkeiten, das meinen Eltern schlichtend beizu-  
bringen bzw. es ihnen schonender, als es klingt, darzustellen. Zum  
Glück durfte ich im Januar 1998 in ein internationales Trainingslager  
in St. Petersburg, Florida. In diesen vier Wochen lernte ich einiges,  
menschlich, seglerisch, aber vor allem schulisch. Ich lernte Segler  
aus der ganzen Welt kennen. Noch heute erkennen wir uns mindes-  
tens am T-Shirt, der „Int. Optimist Clinic St. Petersburg“, und meine  
Englischnote verbesserte sich deutlich. Ohne die Unterstützung des  
JSC wäre ich sicher nicht dort gewesen.  
Das Erfahrungensammeln ging weiter. Im Sommer segelte ich die  
Deutschen Meisterschaften und konnte den U14-Meistertitel gewin-  
nen. Im Jahr darauf wurden aus 30 Nationen die jeweils besten drei  
Teams vom Scheich Dubais eingeladen, um an einer Regatta in den  
Vereinigten Arabischen Emiraten teilzunehmen. Chrissi Lorenz, mein  
späterer Segelpartner, und ich durften für zwei Wochen nach Dubai.  
Einmalige Erlebnisse warteten in der Hafenstadt und angrenzenden  
Wüste auf uns. Das Burji-al-Arab war gerade fertiggestellt und die  
Information, dass jeder Dubaianer, anstatt Steuern zu zahlen, jeden  
Monat Mittel aus dem Haushalt überwiesen bekam, war eine bei uns  
für viel Fantasie sorgende Erkenntnis.  
Später in diesem Jahr gewann ich mit meinem JSC-Nordest die EM/  
WM-Quali¿kation und hatte nun das aufregendste Jahr in meinem  
Segelleben vor mir. Die WM fand zu meinem großen Glück vor Mar-  
tinique in der Karibik statt, und der Kunststoffverband ermöglichte  
1
13  
jedem Gewinner, Zweiten und Dritten der EM/WM-Quali¿kation eine  
Reise zu den Olympischen Spielen in Sydney 2000.  
In meinem letzten Optijahr gelang es mir, erneut zur WM zu fahren.  
Mit dem 16. Platz dort und dem zweiten bei der Deutschen Meister-  
schaft direkt im Anschluss war meine Optizeit 2000 zu Ende. Und eine  
neue begann.  
Chrissi Lorenz gewann diese Meisterschaft und wir entschlossen uns,  
gemeinsam in den 420er zu steigen. Ein Neuanfang stand an, und  
der Verein stellte uns mit „Esperanto“ ein brandneues Boot, mit dem  
wir schnell an die ein Jahr früher umgestiegenen Kadersegler An-  
schluss ¿nden konnten. Punktgleich mit dem Zweiten wurden wir  
2
001 Deutscher Meister auf dem Tegeler See. Wir segelten die EM  
und WM in den Jahren 2001 und 2002 und stiegen im Sommer in den  
olympischen 470er um. Und wieder war es der JSC, der uns aus der  
Bredouille half. Nach einer Saison mit einem geliehenen alten Boot  
unterstützte uns der gesamte Club beim Kauf von „Esperan2“, mit  
dem wir die Bronzemedaille bei der EM der Junioren 2005 gewinnen  
konnten.  
1
14  
Im Frühjahr 2004 sind die Olympischen Spiele für uns zum konkreten  
Ziel geworden, und mit der Aufnahme in den Bundeskader wurde  
aus dem „Jugendhobby“ eine professionelle „Nebenaufgabe“. Denn  
gemessen am Einsatz von Zeit und Mitteln können wir nicht mehr von  
einem Hobby sprechen. Trotzdem ist es kein Beruf, denn wir studie-  
ren beide und sehen unsere beruÀiche Zukunft nicht auf dem Wasser,  
sicherlich aber die des Hobbys.  
Es galt nun Studium und Segeln zu verbinden. Um das zu ermög-  
lichen, zogen wir beide nach Rostock. So konnten wir 1-2 Wasser-  
einheiten pro Tag und die Uni verbinden. Die HU-Berlin erkennt die  
dort erbrachten Leistungen, seit wir eine Kooperationsvereinbarung  
vermittelten, an.  
Im letzten Jahr konnten wir bei unserer zweiten 470 - WM in China  
mit dem 19. Platz das beste Herrenergebnis ersegeln und so unsere  
Ambitionen erstmals untermauern.  
In diesem Jahr beginnt für uns die dritte und entscheidende Saison-  
vorbereitung in Warnemünde. 2007 werden 80% der Tickets für die  
Teilnahme an den Spielen 2008 vergeben, und wir wollen uns eines  
davon sichern. Im Winter hat Chrissi sein Grundstudium und ich mei-  
nen Bachelor weitgehend abgeschlossen, sodass wir nun seit Februar  
intensiv an unserer Form für die WM im Juli arbeiten. Wir haben den  
Januar in Miami verbracht, sind im Februar, März und April auf Palma  
de Mallorca und werden dann EM und WM bestreiten.  
Für uns sind die Spiele ein lang ersehnter Traum. Die Kriterien, um  
diesen zu verwirklichen sind nur so auf uns zugerast, aber wir können  
eine „Punktlandung“ schaffen.  
Der JSC und seine Jugendarbeit haben mir durch ihre tolle Förderung  
viele erfahrungsreiche Momente ermöglicht. Und es ist für mich heute  
eine riesige Freude, mein Wissen weiterzugeben und die Optigruppe  
im Winter in der Halle oder an Sommerwochenenden zu Regatten zu  
begleiten.  
1
15  
Mitglieder des JSC (Stand: Mai 2007)  
Ehrenmitglieder  
Goebel, Guntram  
Koch, Peter  
Mitglied seit  
1941  
1967  
Richter, Werner  
1942  
Ordentliche Mitglieder  
Altmannsperger, Dr. Dieter  
Becelewski, Norbert  
Berger, Hella  
Mitglied seit  
2002  
1991  
2000  
1999  
1958  
1975  
1975  
1977  
1993  
1999  
1991  
2003  
1997  
1977  
1965  
2005  
1988  
1998  
2000  
1997  
1933  
1978  
1967  
1963  
1988  
1967  
1988  
1964  
1948  
Bonenkamp, Walter  
Borchardt, Klaus  
Bormann, Wolfgang  
Braun, Hans-Joachim  
Bünning, Sabine  
Chorrosch, Klaus  
Chryselius, Klaus-Dieter  
Clauß, Arne  
Czepull, Ludwig  
Dankwarth, Dr. Ludolf  
David, Dirk  
David, Kurt  
Doll, Heinrich  
Döring, Klaus  
Dransch, Werner  
Ehrmann, Oswin  
Falk, Stefanie  
Frei, Heinz  
Fritz, Dr. Andreas  
Funcke, Wolfgang  
Gebauer, Oswald  
Gebauer, Wolfgang  
Generalski, Wolfgang  
Geßner, Siegfried  
Glensk, Adolf  
Godidek, Horst  
1
16  
Goebel, Stephan  
Graetz, Friedrich  
Gringel, Theodor  
Gusek, Harald  
Haupt, Dieter  
1984  
1978  
1983  
1971  
1978  
1970  
1937  
2004  
1992  
2001  
2001  
1964  
2004  
1998  
1978  
1988  
1980  
1972  
1989  
2000  
2003  
2004  
1965  
1971  
1987  
2007  
1987  
1986  
1994  
2007  
1976  
1993  
2007  
1984  
2000  
Heide, Dr. Manuel  
Heide, Günter  
Held, Uwe  
Heller, Bernhard  
Helms, Bernd  
Helms, Björn  
Henze, Manfred  
Herfort, Frank  
Hertel, U.-Carsten  
Hölz, Karl-Peter  
Hölz, Thomas  
Hunck, Dieter  
Jännert, Jörn  
Jännert, Lars  
Jarke, Bernd  
Jöris, Heribert  
Kalkmann, Wolf-Jürgen  
Karbe, Horst  
Käther, Bernd-Leopold  
Keese, Dr. Stefan  
Keese, Thomas  
Klein, Edith  
Koenig, Wolfgang  
Koglin, Christian  
Kolodziejczyk, Markus  
König, Heinz  
Körner, Veit  
Köttnitz, Jürgen  
Krämer, Gerd  
Krämer, Jan  
1
17  
Krause, Alexander  
Krause, Andreas  
Krause, Henriette  
Küchler, Andreas  
Leopold, Lennart  
Lin, Kun-Juei  
1989  
1984  
1989  
1987  
1986  
2002  
1998  
2003  
1967  
2000  
2004  
2004  
2004  
1943  
2000  
2002  
1997  
1970  
1982  
1983  
1989  
2003  
2002  
2002  
2004  
1970  
1965  
1987  
1965  
1957  
1987  
1992  
1990  
1988  
1976  
Lochmann, Ingo  
Löhrmann, Rolf  
Luther, Christa  
Maedel, Christian  
Markfort, Rainer  
Mischke, Jürgen  
Mülder, Karsten  
Müller, Joachim  
Müller, Michael  
Münsterkötter, Frank  
Mutmann, Kurt  
Naseband, Joachim  
Oback, Hartmut  
Paul, Anne  
Paul, Bruno  
Peter, Fritz  
Rohdemann, Ralf  
Roßbach, Wolf-Dieter  
Rouvaire, Heinz  
Rudow, Karlheinz  
Schindler, Egon  
Schmeißer, Christine  
Sittka, Heinz  
Soppert, Hans-Udo  
Stech, Katharina  
Steckel, Peter-Heinz  
Stoppenbrink, Christian  
Stoppenbrink, Klaus-Dietrich  
Thiel, Werner  
1
18  
Umland, Susan  
Unger, Holger  
Unger, Peter  
1977  
1971  
1985  
1954  
1985  
2003  
2005  
1980  
1997  
1997  
2007  
1983  
Vetter, Hilmar  
Viol, Knut  
Warnke, Detlef  
Warnke, Detlef  
WeißÀog, Peter  
Werner, Rainer  
Werner, Wilfried  
Wöhlert, Thomas  
Wolter, Harald  
Juniorenmitglieder  
Böhm, Victoria  
Mitglied seit  
1993  
Chorrosch, Timo  
Gebert, Dorothea  
Gebert, Friedrich  
Gührs, Markus  
1996  
1995  
1995  
1999  
Herziger, Felix  
2002  
Kutz, Robert  
1999  
Müller, Jan Philip  
Müller, Jasmin Isabel  
Schade, Frithjof  
Schütz, Felix  
2000  
2000  
1991  
1992  
Weidlich, Björn-Holger  
1993  
Jugendmitglieder  
Altmann, Stella  
Arlt, Birte  
Mitglied seit  
2006  
2000  
Budde, Felix  
2005  
Cornelius, Anna  
Cornelius, Christoph  
Czepull, Tilo  
2004  
2004  
2000  
Diener, Jan  
2005  
1
19  
Ehrmann, Anja  
2001  
1998  
2001  
2002  
2004  
2006  
2001  
2005  
2002  
1999  
2005  
2006  
1990  
2001  
2005  
1999  
2006  
2004  
2004  
2001  
2001  
1997  
2001  
2001  
2000  
2001  
2002  
2003  
2006  
2000  
2002  
2002  
2006  
2006  
2004  
Ehrmann, Svenja  
Enders-Seidlitz, Arved  
Esterl, Alexander  
Fastnacht, Kai-Oliver  
Fester, Jamie  
Fielitz, Keno  
Fischer, Natalie  
Herziger, Birthe  
Heyer, Sophie  
Kaiser, Kai  
Kannegießer, Stefano  
Käther, Max-Leopold  
Kirschner, Leander  
Knüppel, Can-Michel  
Leupold, Felix  
Markfort, Anna  
Markfort, Greta Franziska  
Markfort, Wolf Benedict  
Mommsen, Annick  
Mommsen, Sophie  
Müller, Florian  
Ocken, Niels  
Pauer, Julian-Ruben  
Roßbach, Naja  
Schütz, Enrico  
Schwarze, Daniel  
Seidlitz, Jaspar  
Sellin, Malte  
Sellin, Tom  
Szymanski, Maximilian  
Szymanski, Oliver  
Thierse, Nicolas  
Thomas, Antonia  
Torka, Clara Emelia  
1
20  
Torka, Elena  
2001  
2006  
2002  
2006  
2002  
2002  
2005  
Torka, Leon  
Wach, Filip  
Weidenmann, Tobias  
Wiegand, Daniel  
Wiegand, Tim  
Wolgast, Annekatrin  
Passive Mitglieder  
Gärtner, Anja  
Mitglied seit  
1994  
1970  
1980  
2002  
2004  
1995  
1974  
2007  
1995  
1986  
2002  
2001  
1967  
1999  
2002  
1996  
1993  
2002  
1971  
1957  
1978  
Geiseler, Detlef  
Gerber, Sigrid  
Giesa, Nicole  
Giese, Michael  
Heindl-Gebert, Gudrun  
Hüfner, Rolf  
Karp, Sabine  
Krüger, Karin  
Kunze, Ralph  
Löhrmann, Jan  
Löhrmann, Svenja  
Maedel, Peter  
Mühleck, Wulf  
Müller, Horst  
Niestroy, Joachim  
Schade, Udo  
Schmidt-Sellin, Dr. Thomas  
Stahlmann, Dirk  
Unger, Roland  
Wolter, Andreas  
Familienmitglieder  
Bonenkamp, Sandy  
Chryselius, Jutta  
Mitglied seit  
2000  
2000  
1
21  
Dransch, Dr. Doris  
Geßner, Beate  
1998  
1999  
2000  
1989  
2004  
2007  
1994  
1993  
1992  
Hölz, Rosemarie  
Krause, Dr. Werner  
Mischke-Tobolewski, Renate  
Mueller-Keese, Sabine  
Oback, Brunhild  
WeißÀog, Hannelore  
Wolter, Marianne  
Gastmitglieder  
Abel, Stefan  
Mitglied seit  
2000  
2007  
2007  
2007  
2002  
2004  
2002  
1992  
2006  
2003  
2003  
2002  
1998  
2001  
1987  
2003  
1999  
1982  
2000  
2001  
2003  
2005  
2003  
2007  
Barownick, Frank  
Cornelius, Christina  
Cornelius, Peter  
Ehlert, Frank  
Globig, Jürgen  
Hahn, Peter  
Haindl, Dr. Georg  
Hauptmann, Roland  
Herziger, Angela  
Herziger, Olaf  
Hoffmann, Klaus-Peter  
Jacob, Florian  
Kreutzer, Reinhard  
Krowke, Dr. Ralf  
Leupold, Ute  
Müller, Thomas  
Münchinger, Wolfgang  
PÀüger, Udo  
Schnabel, Werner  
Schwarze, Hannelore  
Sebekow, Wolfgang  
Szymanski, Sieglinde  
Thierse, Klaus  
1
22  
Satzung von 1929  
1
23  
1
24  
1
25  
1
26  
1
27  
1
28  
1
29  
1
30  
Satzung von 1969  
1
31  
1
32  
1
33  
1
34  
Satzung von heute  
Satzung  
Joersfelder Segel-Club e.V.  
§
1
Name und Sitz  
1
.
Der Verein trägt den Namen Joersfelder Segel-Club e.V.  
und hat seinen Sitz in Berlin 27, Marlenestr. 16-19. Er wurde  
am 14. Juli 1907 gegründet und ist in das Vereinsregister des  
Amtsgerichts Charlottenburg unter der Nr. 1662/Nz eingetragen.  
Gerichtsstand ist Berlin-Wedding.  
2
.
Der Verein ist Mitglied im Deutschen Segler-Verband und  
im Berliner Segler-Verband sowie im Landessportbund Berlin  
und erkennt deren Satzungen und Ordnungen an.  
3
.
Der Joersfelder Segel-Club e.V. führt als Abzeichen den  
auf dem Titelblatt abgebildeten Stander.  
Der Verein wird im folgenden Satzungstext mit „Club“  
bezeichnet.  
4
.
§
2
Geschäftsjahr  
Das Geschäftsjahr des Clubs ist das Kalenderjahr.  
§
3
Zweck, Aufgaben und Grundsätze  
Zweck des Clubs ist die Förderung und Ausübung des  
1.  
Wassersports, insbesondere des Segelsports, auf jugendpÀege-  
rischer Grundlage, sowie die praktische und theoretische Ausbil-  
dung seiner Mitglieder herbeizuführen und zu vervollkommnen.  
2
.
Der Club verfolgt unmittelbar und ausschließlich gemein-  
nützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte  
Zwecke“ der Abgabenordnung. Er ist selbstlos tätig. Er verfolgt  
keine eigenwirtschaftlichen Zwecke. Die Mittel des Clubs dürfen  
nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Es  
darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Clubs  
fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen  
begünstigt werden. Die Mitglieder dürfen in ihrer Eigenschaft als  
Mitglieder keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins erhalten.  
3
Angehörigen aller Völker und Rassen gleiche Rechte ein und  
vertritt den Grundsatz religiöser und weltanschaulicher Toleranz.  
.
Der Club wahrt parteipolitische Neutralität. Er räumt den  
1
35  
§
4
Mitgliedschaft  
Der Club besteht aus  
1
2
3
4
5
6
7
.
.
.
.
.
.
.
Ordentlichen Mitgliedern,  
Juniorenmitgliedern,  
Ehrenmitgliedern,  
Gastmitgliedern,  
Familienmitgliedern,  
Jugendmitgliedern,  
Passiven Mitgliedern.  
§
5
Erwerb der Mitgliedschaft  
I
O r d e n t l i c h e s M i t g l i e d  
1
.
Ordentliches Mitglied kann jede natürliche und volljährige Person  
werden.  
2
.
J u n i o r e n m i t g l i e d  
Juniorenmitglied kann jede natürliche und volljährige Person  
werden, die durch Ausbildung, Studium o.ä. über keine ausrei-  
chende Erwerbsmöglichkeit verfügt und nicht älter als 25 Jahre  
ist.  
3
.
E h r e n m i t g l i e d  
Zum Ehrenmitglied kann in einer außerordentlichen Mitglieder-  
versammlung durch Beschluß mit 3/4-Stimmenmehrheit ernannt  
werden, wer sich um den Club oder den Segelsport besondere  
Verdienste erworben hat.  
4
.
G a s t m i t g l i e d  
Als Gastmitglied kann jede natürliche volljährige Person aufge-  
nommen werden, die bereits einem anderen Wassersportverein  
als ordentliches Mitglied angehört. Diese Gastmitgliedschaft  
erlischt, sobald die ordentliche Mitgliedschaft im Stammclub  
aufgegeben wird.  
Eltern eines Jugendmitgliedes des Joersfelder Segel-Clubs kön-  
nen während der Dauer der Jugendmitgliedschaft ihres Kindes  
als Gastmitglied aufgenommen werden. Diese Gastmitglied-  
schaft erlischt mit dem Ausscheiden des Kindes aus der Jugend-  
abteilung.  
5
Ehepartner von ordentlichen Mitgliedern können als Familienmit-  
glieder aufgenommen werden.  
.
F a m i l i e n m i t g l i e d  
6
.
J u g e n d m i t g l i e d  
Jugendmitglied kann jede nicht volljährige Person werden. Die  
Aufnahme von Jugendmitgliedern kann nur mit Zustimmung des  
gesetzlichen Vertreters erfolgen.  
7
.
P a s s i v e M i t g l i e d e r  
1
36  
Passives Mitglied kann jede natürliche und volljährige Person  
werden, die den Wassersport nicht aktiv im JSC ausübt und  
keine Einrichtungen des JSC für die Ausübung von Wassersport  
regelmäßig beansprucht.  
II  
1
.
Jede Mitgliedschaft kann schriftlich unter Anerkennung der  
Vereinssatzung beantragt werden. Über die Aufnahme entschei-  
det der erweiterte Vorstand. Die Aufnahme von Jugendmitglie-  
dern wird durch die Jugendordnung geregelt.  
2
.
Bei Antrag auf ordentliche Mitgliedschaft bzw. Junioren-  
mitgliedschaft kann der erweiterte Vorstand eine Aufnahme als  
ordentliches Mitglied auf Probe‘ bzw. ‚Juniorenmitglied auf  
Probe‘ beschließen. Nach Ablauf von 24 Monaten Probezeit ent-  
scheidet die Mitgliederversammlung über die endgültige Aufnah-  
me mit einfacher Stimmenmehrheit.  
3
.
Entfallen die Voraussetzungen der Juniorenmitgliedschaft,  
so wird diese zur ordentlichen Mitgliedschaft. Tritt dies vor Ab-  
lauf der Probezeit und Entscheidung der Mitgliederversammlung  
ein, so erfolgt die Änderung in ordentliche Mitgliedschaft auf  
Probe. Die bisherige Probezeit wird angerechnet.  
4
.
Die Dauer einer Jugendmitgliedschaft wird auf die Probe-  
zeit angerechnet. Über die Übernahme von Jugendmitgliedern  
als Junioren- oder ordentliche Mitglieder entscheidet die Mitglie-  
derversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit.  
5
.
Die Wandlung einer ordentlichen oder Juniorenmitglied-  
schaft in eine passive Mitgliedschaft ist jeweils zum Jahresende  
möglich. Die Wandlung einer passiven Mitgliedschaft in eine or-  
dentliche oder Juniorenmitgliedschaft ist jederzeit unter Anwen-  
dung von §5 II 2 möglich. Nur bei ununterbrochener Mitglied-  
schaft werden bereits erfolgte Probezeiten angerechnet bzw.  
kann bei ehemaligen ordentlichen oder Juniorenmitgliedern eine  
Abstimmung über die endgültige Aufnahme entfallen.  
§
6
Eintrittsgeld  
1
.
Jedes Junioren- und ordentliche Mitglied hat das zur Zeit  
seines Eintritts als Mitglied auf Probe festgelegte Eintrittsgeld zu  
entrichten. Ausnahmen hiervon sind nur in besonders gelagerten  
Fällen durch Beschluß des engeren Vorstandes zulässig.  
2
.
Bei Juniorenmitgliedern ist 1/4 des Eintrittsgeldes sofort  
fällig, der Rest bei Änderung in ordentliche Mitgliedschaft.  
Das Eintrittsgeld für Jugendmitglieder wird erst bei der  
3
.
Übernahme als Junioren- oder ordentliches Mitglied erhoben.  
Nach einer Jugendmitgliedschaft von 1 Jahr ermäßigt sich das  
Eintrittsgeld auf 1/2, nach 2 Jahren auf 1/4 des jeweils gültigen  
1
37  
Betrages für ordentliche Mitglieder. Nach einer Mitgliedschaft  
von 3 Jahren entfällt das Eintrittsgeld.  
4
.
Von ehemaligen ordentlichen Mitgliedern wird kein Ein-  
trittsgeld erhoben.  
Lehnt die Mitgliederversammlung die endgültige Aufnahme  
5.  
ab, so ist das gezahlte Eintrittsgeld in voller Höhe zu erstatten.  
Nimmt der Antragsteller von seinem Aufnahmeantrag Abstand,  
so hat der Club die Hälfte des gezahlten Eintrittsgeldes zu er-  
statten. Der bisher fällige Beitrag ist voll zu entrichten.  
§
7
Ende der Mitgliedschaft  
Die Mitgliedschaft erlischt durch:  
I.  
II.  
Austritt,  
Ausschluß,  
III. Tod.  
I.  
A u s t r i t t  
Der Austritt eines Mitgliedes ist nur zum Jahresende mög-  
lich. Austrittserklärungen müssen bis zum 30. September des  
1.  
jeweiligen Jahres schriftlich bei der Geschäftsstelle eingegangen  
sein.  
II.  
A u s s c h l u ß  
1
2
.
.
Der Ausschluß erfolgt auf Beschluß des Ältestenrates.  
Der Ausschlußantrag kann von jedem Mitglied schriftlich  
unter Angabe der Gründe an den Vorsitzenden des Ältestenrates  
gestellt werden.  
3
a)  
.
Grund des Ausschlusses kann sein:  
unehrenhaftes Verhalten innerhalb und außerhalb des JSC  
oder grobes unsportliches Verhalten,  
b)  
c)  
Verstoß gegen Clubinteressen und Kameradschaft  
Nichterfüllung von VerpÀichtungen, die sich aus der Sat-  
zung und den Mitgliederversammlungsbeschlüssen ergeben.  
4
.
Das Verfahren regelt die Geschäftsordnung des Ältestenra-  
tes.  
Entscheidungen des Ältestenrates sind dem Betroffenen  
vom gesetzlichen Vorstand schriftlich, und zwar durch ein-  
geschriebenen Brief, zuzustellen. Der Ausschluß ist durch die  
Zustellung vollzogen, falls gegen die Entscheidung des Ältesten-  
rates von einem Betroffenen nicht innerhalb eines Monats die  
außerordentliche Mitgliederversammlung angerufen wird.  
5
.
Entscheidungen des Ältestenrates können in einer außer-  
ordentlichen Mitgliederversammlung mit Stimmenmehrheit der  
anwesenden Mitglieder bestätigt oder aufgehoben werden. Die  
1
38  
Entscheidung ist endgültig.  
Jugend-, Gast- und Familien- und passive Mitglieder kön-  
6
nen aus den Gründen von Ziff. 3 durch Beschluß des erweiterten  
Vorstandes ausgeschlossen werden.  
.
§
8
Jugendabteilung  
1
lung zusammengeschlossen.  
.
Die Jugendmitglieder des Clubs sind in der Jugendabtei-  
2
.
Die Jugendabteilung führt und verwaltet sich im Rahmen  
dieser Satzung selbständig. Sie entscheidet auch über die Ver-  
wendung der ihr zuÀießenden Mittel in eigener Zuständigkeit  
und im Rahmen der mit der Mittelgewährung gegebenen Vor-  
schriften.  
3
§
Dieser bedarf der Bestätigung durch die Mitgliederversammlung  
und hat Sitz und Stimme im Jugendausschuß.  
.
9 Ziffer 5 stimmberechtigten Mitglieder einen Jugendleiter.  
Die Jugendabteilung wählt sich aus dem Kreis der nach  
4
eine eigene Jugendordnung.  
.
Die Jugendabteilung gibt sich im Rahmen dieser Satzung  
§
9
Rechte und PÀichten der Mitglieder  
1
gebunden und nicht übertragbar.  
.
Die Mitgliedschaft und die Mitgliedsrechte sind personen-  
2
.
Jedes Mitglied ist berechtigt, die Einrichtungen des Clubs  
zu benutzen. Für Gäste haftet das einführende Mitglied wie ein  
Bürge. Für die Dauer der Mitgliedschaft kann jedes Mitglied die  
Farben des Clubs zeigen. Das Führen des Standers auf dem Boot  
ist jedoch nur solchen Mitgliedern gestattet, die im Besitz eines  
ordnungsgemäßen Führerscheins sind.  
3.  
Jedes Mitglied ist verpÀichtet, dieser Satzung, der Ge-  
schäftsordnung und weiteren Ordnungen sowie den Beschlüssen  
der Mitgliederversammlung nachzukommen und die Interessen  
des Clubs nach bester Möglichkeit zu fördern.  
4
.
Die Mitglieder des Clubs sind verpÀichtet, durch schonen-  
de Behandlung der gesamten Anlagen, Einrichtungen und des  
Inventars das Vermögen des Clubs zu erhalten und haben nach  
besten Kräften in kameradschaftlicher Zusammenarbeit an dem  
praktischen und ideellen Aufbau des Clubs teilzunehmen.  
Bei schuldhaftem Verhalten gegenüber dem Clubvermögen haf-  
tet das Mitglied des Clubs für den entstandenen Schaden.  
5
trags- und stimmberechtigt. Ein Mitglied ist jedoch nicht stimm-  
berechtigt, wenn die Beschlußfassung die Vornahme eines  
.
Jedes Ehren-, Junioren- oder ordentliche Mitglied ist an-  
1
39  
Rechtsgeschäftes zum Inhalt hat, das ihn oder einen anderen  
Verein betrifft, dem das Mitglied ebenfalls angehört. Das Stimm-  
recht entfällt ebenfalls bei der Einleitung oder Erledigung eines  
Rechtsstreites zwischen dem Club und dem betreffenden Mit-  
glied sowie bei Beitragsrückständen von einem halben Jahres-  
beitrag. Während der Probezeit besteht kein Stimmrecht.  
§
10  
Beiträge  
1
.
Der Beitrag ist ein Jahresbeitrag und kann in jeder Jahres-  
hauptversammlung oder außerordentlichen Mitgliederversamm-  
lung neu festgesetzt werden. Er wird hiernach fällig und ist in  
zwei gleichen Raten jeweils bis spätestens 31.März und 30.Juni  
jeden Jahres fällig und zahlbar.  
2
.
Ehrenmitglieder sind von der Zahlung des Mitgliedsbeitra-  
ges befreit.  
Der engere Vorstand ist in besonders gelagerten Fällen  
3
.
berechtigt, eine fällige Zahlung auf schriftlich begründeten  
Antrag für die Dauer eines Geschäftsjahres, höchstens bis zur  
Hälfte des Betrages zu ermäßigen. Beschlüsse hierüber sind zu  
protokollieren. Wird der Antrag abgelehnt, ist die Anrufung des  
Ältestenrates möglich.  
Weitere Ermäßigungen bedürfen der Zustimmung des erweiter-  
ten Vorstandes.  
4
.
Wenn besondere, im Etat nicht vorgesehene Ausgaben  
es erfordern, ist eine außerordentliche Mitgliederversammlung  
einzuberufen, auf der für ordentliche, Junioren- und Ehrenmit-  
glieder eine Umlage und deren Höhe beschlossen werden kann.  
5
.
Jedes Junioren- und ordentliche Mitglied, soweit nicht im  
erweiterten Vorstand tätig, wird zum Arbeitsdienst herangezo-  
gen.  
Arbeitsdienst ist BeitragspÀicht.  
Der engere Vorstand kann Ausnahmen beschließen.  
§
11  
Maßregelung  
1
.
Bei Verfehlungen im Sinne von § 7 II Ziffer 3 a)-c), die  
nach ihrer Schwere einen Ausschluß nicht erforderlich machen,  
hat der erste Vorsitzende das Recht, gegenüber Mitgliedern  
Disziplinarmaßnahmen zu treffen, wenn er durch einen Beschluß  
des erweiterten Vorstandes vorher hierzu ermächtigt wird.  
Der Beschluß ist protokollarisch festzulegen und dem Mitglied  
schriftlich mitzuteilen.  
2
eiligen Fällen das Recht, gegenüber Mitgliedern disziplinarische  
.
Die gesetzlichen Vertreter des Clubs haben in besonders  
1
40  
Sofort-maßnahmen zu treffen. Sie haben innerhalb einer Frist  
von 8 Tagen den erweiterten Vorstand einzuberufen und den  
Sachverhalt vorzutragen. Der hier gefaßte Beschluß ist dem Mit-  
glied schriftlich mitzuteilen.  
3
.
Das Mitglied hat das Recht des Einspruchs gegen alle Dis-  
ziplinarmaßnahmen an den Ältestenrat.  
Als Disziplinarmaßnahmen kommen die Rüge sowie teil-  
4
.
weiser bzw. vorübergehender Entzug von Mitgliedsrechten in  
Betracht.  
§
12  
Organe des Clubs  
Die Organe des Clubs sind:  
1
2
3
.
.
.
die Mitgliederversammlung,  
der Vorstand,  
der Ältestenrat.  
§
13  
Versammlungen  
Oberstes Organ des Clubs ist die Mitgliederversammlung.  
A. M i t g l i e d e r v e r s a m m l u n g  
Vom Vorstand sollen mindestens vier Mitgliederversamm-  
lungen im Jahr einberufen werden. Sie sind beschlußfähig, so-  
bald sie ordnungsgemäß einberufen worden sind, d.h. wenn die  
Einladung zur Versammlung den Mitgliedern unter Angabe der  
Tagesordnung mindestens acht Tage vorher schriftlich bekannt-  
gegeben worden ist.  
1
.
2
.
Anträge sind schriftlich mit kurzer Begründung bei der  
Geschäftsstelle einzureichen und vom Vorstand auf die Tages-  
ordnung der nächstfolgenden Versammlung zu setzen, wenn sie  
mindestens 14 Tage vorher zugegangen sind.  
3
.
Anträge, die nicht auf der Tagesordnung stehen, können  
in der Versammlung als Dringlichkeitsanträge schriftlich einge-  
bracht werden. Sie gelangen jedoch nur dann zur Verhandlung,  
wenn zwei Drittel der erschienenen Mitglieder sich für die Dring-  
lichkeit erklären.  
4
.
Anträge, die geldliche VerpÀichtungen der Mitglieder  
betreffen, können nur in einer außerordentlichen Mitgliederver-  
sammlung oder einer Jahreshauptversammlung zur Abstimmung  
gebracht werden.  
5
.
Beschlüsse der Versammlung erfolgen durch einfache  
Stimmenmehrheit, soweit die Satzung nichts anderes bestimmt.  
Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt. Ordnungs-  
mäßig zustande gekommene Beschlüsse sind für alle Mitglieder  
1
41  
bindend und können nur mit 3/4 - Stimmenmehrheit auf einer  
außerordentlichen Mitgliederversammlung geändert oder aufge-  
hoben werden. Stimmberechtigt sind nur anwesende Mitglieder.  
6
.
Über alle Mitgliederversammlungen und in ihnen gefaßte  
Beschlüsse und über angenommene Anträge sind Protokolle zu  
führen, die vom 1.Vorsitzenden und dem Protokollführer unter-  
schrieben werden müssen. Versammlungsbeschlüsse sind vom  
Schriftführer in einem besonderen Beschlußbuch festzuhalten.  
B.  
J a h r e s h a u p t v e r s a m m l u n g  
Die erste Mitgliederversammlung in jedem Geschäftsjahr  
1
.
¿
ndet als Jahreshauptversammlung statt. In dieser Versamm-  
lung sind vom 1.Vorsitzenden, Sportwart, Jugendleiter und  
Prüfungsausschuß schriftliche Jahresberichte zu überreichen, die  
in der Versammlung verlesen werden. Der Kassenwart hat einen  
Kassenbericht zu erstellen, der jedem Mitglied zur Einsicht-  
nahme vorzulegen ist. Hiernach erfolgt Abstimmung über den  
Entlastungsantrag des Prüfungsausschusses.  
2
.
Die Bestimmungen des § 13 A gelten entsprechend.  
C.  
A u ß e r o r d e n t l i c h e  
M i t g l i e d e r v e r s a m m l u n g  
Außerordentliche Mitgliederversammlungen kann der en-  
1.  
gere Vorstand jederzeit einberufen. Er ist verpÀichtet, den Haus-  
haltsvoranschlag für das laufende Geschäftsjahr, sofern er nicht  
auf der Jahreshauptversammlung beschlossen wurde, aufzustel-  
len und innerhalb 4 Wochen nach der Jahreshauptversammlung  
in der hierzu einberufenen außerordentlichen Mitgliederver-  
sammlung zur Abstimmung zu bringen. Ferner ist er zur Abhal-  
tung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung binnen 4  
Wochen verpÀichtet, wenn mindestens 10 Mitglieder schriftlich  
unter Angabe der zu stellenden Anträge dazu einkommen oder  
ein Mitglied auf Grund seiner durch § 7 II Ziff. 4 begründeten  
Berechtigung darum ersucht.  
2
.
Die Tagesordnung einer außerordentlichen Mitgliederver-  
sammlung darf nur Anträge enthalten. Dringlichkeitsanträge  
sind hier unzulässig.  
§
14  
Ehrenamtliche Verwaltung des Clubs  
I.  
Zur ehrenamtlichen Verwaltung der Clubangelegenheiten wählt  
die Versammlung aus dem Kreis der zum Zeitpunkt der Wahl  
gemäß § 9 Ziffer 5 der Satzung stimmberechtigten Mitglieder  
jeweils für die Dauer zweier Geschäftsjahre auf einer Jahres-  
hauptversammlung:  
1
42  
A.  
den engeren Vorstand, dieser besteht aus:  
dem Ersten Vorsitzenden,  
dem Zweiten Vorsitzenden,  
dem Kassenwart,  
dem Sportwart,  
1.  
2.  
3.  
4.  
5.  
dem Jugendleiter (Bestätigung der durch die Jugendabtei-  
lung erfolgten Wahl),  
6
.
dem Schriftführer;  
B.  
den erweiterten Vorstand, dieser besteht aus:  
dem engeren Vorstand,  
dem Fahrtenobmann,  
dem Grundstücksverwalter,  
dem Umweltobmann,  
dem Hafenmeister,  
1
2
3
4
5
6
7
8
9
1
.
.
.
.
.
.
.
.
.
dem Materialienwart,  
dem Obmann der Kasinokommission,  
dem Obmann des Vergnügungsausschusses,  
dem Obmann der Motorbootabteilung,  
0. den Ehrenmitgliedern;  
C.  
folgende ständige Ausschüsse:  
Ältestenrat mit 5 Mitgliedern, die nicht Mitglied des Vor-  
1
.
standes (Ehrenmitglieder ausgenommen, sofern sie Sitz und  
Stimme für die entsprechende Wahlperiode im erweiterten Vor-  
stand niederlegen) oder eines von ihm eingesetzten Ausschus-  
ses sein dürfen,  
2
.
Sportausschuß mit 6 Mitgliedern (einschl. des Obmannes  
der Motorbootabteilung),  
3
4
.
.
Kasinokommission mit 2 Mitgliedern (einschl. Obmann),  
Vergnügungsausschuß mit 3 Mitgliedern (einschl. Ob-  
mann),  
Jugendausschuß mit 4 Mitgliedern, einschließlich einem  
Jugendsprecher und dem Jugendleiter als Vorsitzenden,  
Prüfungsausschuß,  
5
.
6
.
bestehend aus 3 Kassenprüfern, die nicht Mitglied des Vorstan-  
des oder eines von ihm eingesetzten Ausschusses sein dürfen.  
II.  
Die gesetzlichen Vertreter des Clubs sind  
1
2
3
Zur rechtsverbindlichen Vertretung des Clubs sind die Unter-  
schriften bzw. Anwesenheit von mindestens zwei gesetzlichen  
Vertretern erforderlich.  
.
.
.
der erste Vorsitzende,  
der zweite Vorsitzende,  
der Kassenwart.  
1
43  
§
15  
Haftung  
1
.
Der Club haftet nicht für Diebstähle oder mutwillige Be-  
schädigungen.  
Der Vorstand haftet gegenüber den Clubmitgliedern nur  
für Vorsatz.  
2
.
§
16  
Geschäftsordnung  
1
.
Die Mitgliederversammlung beschließt eine Geschäftsord-  
nung und ihre Änderungen. Liegt keine Geschäftsordnung vor,  
gilt als Geschäftsordnung die jeweils geltende Geschäftsordnung  
des Deutschen Bundestages in sinngemäßer Anwendung, soweit  
diese Satzung nicht entgegensteht.  
2
ihre Änderungen. Sie bedarf der Bestätigung durch die Mitglie-  
derversammlung.  
.
Der Ältestenrat beschließt seine Geschäftsordnung und  
§
17  
Satzungsänderungen  
1
.
Zu Satzungsänderungen bedarf es der 3/4 Stimmen-  
mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder einer  
außerordentlichen Mitgliederversammlung. Der Wortlaut der  
Satzungsänderung muß in der Einladung veröffentlicht werden.  
Anträge auf Änderung der Satzung müssen vom engeren Vor-  
stand oder von mindestens 10 stimmberechtigten Mitgliedern  
schriftlich eingebracht werden. Im letzteren Falle kann eine  
Beschlußfassung erst vier Wochen nach Eingang des Antrages  
erfolgen.  
2
.
Die Änderung der § 3, § 17 Ziffer 2 und § 18 dieser Sat-  
zung sind nur unter Beachtung von § 18 Ziffer 2 Satz 1 bis 3  
möglich.  
§
18  
AuÀösung  
1
.
Die AuÀösung, Vereinigung oder Namensänderung des  
Clubs kann nur durch Beschluß einer Jahreshauptversammlung  
oder außerordentlichen Mitgliederversammlung erfolgen, wenn  
in derselben mindestens 3/4 der stimmberechtigten Mitglieder  
zugegen sind. Sollte die erforderliche Anzahl der Mitglieder nicht  
anwesend sein, so ist binnen vier Wochen eine außerordentliche  
Mitgliederversammlung einzuberufen, in welcher ohne Rücksicht  
auf die Zahl der Erschienenen Beschluß zu fassen ist. Der Be  
1
44  
schluß zur AuÀösung, Vereinigung oder Namensänderung muß in  
namentlicher Abstimmung mit einer Stimmenmehrheit von 3/4  
der anwesenden Mitglieder gefaßt werden.  
2
.
Die Einladungen an die Mitglieder müssen spätestens  
vier Wochen vor der Versammlung durch eingeschriebenen  
Brief mit Rückschein an die letztbekannte Adresse erfolgen. Die  
Rückscheine müssen zum Bestandteil des Protokolls gemacht  
werden. Sofern die Einladung per eingeschriebenem Brief nicht  
gelingt, gilt die Einladung als zugegangen, wenn diese Jahres-  
hauptversammlung oder außerordentliche Mitgliederversamm-  
lung einen Monat vorher öffentlich in der Verbandszeitschrift  
bekanntgemacht wurde. Die Rechtmäßigkeit und die Beschlüsse  
in namentlicher Abstimmung müssen von einem Notar in einem  
öffentlich beglaubigten Protokoll beurkundet werden.  
Nach beschlossener AuÀösung oder nach einem durch den  
3.  
Club verursachten und verschuldeten Wegfall steuerbegünstigter  
Zwecke wählt die Mitgliederversammlung mit einfacher Stim-  
menmehrheit drei Mitglieder, welche als Liquidatoren in Gemäß-  
heit der einschlägigen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetz-  
buches die Liquidation zu besorgen haben. Der verbleibende  
Rest des Clubvermögens wird der Deutschen Gesellschaft zur  
Rettung Schiffbrüchiger für die unmittelbare und ausschließliche  
Verwendung zu gemeinnützigen Zwecken überwiesen.  
§
19  
Inkrafttreten  
Diese Satzung tritt mit dem Zeitpunkt der Eintragung in das Ver-  
einsregister des Amtsgerichtes Charlottenburg in Berlin in Kraft.  
Alle vorherigen Satzungen und Geschäftsordnungen werden  
hierdurch ungültig.  
Berlin 27 (Tegelort), den 29. März 1992  
Der Vorstand  
Die Eintragung dieser Satzung in das Vereinsregister des Amts-  
gerichts Charlottenburg erfolgte am 4. September 1992.  
Änderungen wurden am 26. Januar 1996 und am 12. November  
1
999 beschlossen.  
1
45  
Weitere historische  
Dokumente und Bilder  
Indisches Wurstmahl 1950  
Joersfelder Damenriege 1951  
Günter Luther und seine O-Jolle  
1952  
1
46  
Auf der Berliner  
Jugendmeisterschaft 1953  
Jugendappell 1953  
1
47  
Kamerad Godidek  
auf dem Drachen vor Kiel 1955  
Rennmannschaft des JSC 1955:  
J. Müller, Albrecht, Heide, Luther,  
Klein, Goebel, Godidek, Frei  
1
48  
5
0-jähriges Jubiläum 1957  
1
49  
1
50  
1
51  
1
52  
1
53  
1
5
960 war Hans Schäfer  
0 Jahre JSC-Mitglied:  
H. Godidek, W. Richter,  
G. Goebel, H. Schäfer  
1
54  
Ehrenmitglieder des JSC:  
Erich Scheller,  
Werner Sienholz,  
Leopold Kluge  
1
55  
Der 1. Vorsitzende G. Goebel hält  
eine Ansprache zur Taufe von  
Paules erstem Opti 1979  
Pille Fischer, Dirk Jarke,  
Micheal Geiseler,  
Paule David 1984  
1
56  
1998 Einweihung des  
neuen Flaggenmastes  
Ansegeln 2000:  
Kristina Werner,  
Claudia Käther,  
Christina Goebel,  
Wiltrud Huthmacher-Schade  
1
57  
Die Joersfelder Opti-Karawane  
zieht ins Trainingslager nach Barth  
Trainingslager in Barth 2000  
1
58  
2
001: Clubdamen im Erkerzimmer  
Von links im Uhrzeigersinn:  
Hannelore Karbe,  
Henriette Krause,  
Franzi Ehrmann,  
Claudia Käther,  
Uta Koenig,  
Hannelore Niestroy,  
verdeckt Ursel Rudow  
und Sabine Weidlich,  
Bärbel David,  
Hannelore Mutmann  
1
59  
2
001: Warten auf Wind  
will gelernt werden  
2
001: Joachim Niestroy und  
Bernd-L. Käther übergeben anläß-  
lich des 100-jährigen Jubiläums  
des TSC das „Goldene Kriegsbeil“  
in freundschaftlicher Feindschaft  
an den Vorsitzenden Klaus-  
Jürgen Liebenow  
1
60  
2
003: Abslippen von  
Werner Richters „Buttje“  
2
003: Vier neue Optis  
werden getauft  
1
61  
Eltern und Mitglieder  
beim Elefanten-Opti 2004:  
Franzi Ehrmann,  
Ralph Rohdemann,  
Oswin Ehrmann,  
Dieter Hunck  
Bild unten:  
Wanderpreis, Punktpreise und  
Schlusslicht  
1
62  
2
004  
Manolito beim Koffer-Cup  
Kutter beim „Blauen Band von  
Joersfelde“ auf dem Tegeler See  
Nach bestandener  
Sportbootführerschein-Prüfung  
Jan-Eike Nürnberg,  
Jakob Nürnberg,  
Felix Leupold,  
Filip Wach,  
Max-L. Käther,  
Sophie Heyer,  
Svenja Ehrmann.  
1
63  
2
005: Empfang im JSC für  
das erfolgreiche Team  
Christopher Lorenz (PYC)  
und Friedrich Gebert (JSC)  
1
64  
Beim Oktoberfest 2005  
Bild unten:  
Ehrenmitglied Peter Koch  
mit seiner Frau Eve  
1
65  
Danksagung  
Die Chronik der Jahre 1907 bis 1932 ist unverändert aus der Fest-  
schrift zum 25-jährigen Jubiläum übernommen worden. Die Jahre  
1
933 bis 1983 wurden von Rainer Werner und Bernd-L. Käther durch  
Aufarbeitung der Festschrift zum 75. Jubiläum, mittels Recherchen in  
den vorhandenen historischen Dokumenten und unter Einbeziehung  
von Erinnerungen unserer älteren Kameraden dokumentiert. Die Jah-  
re 1983 bis heute stützen sich ebenfalls auf vorhandene Dokumente  
und entstammen der Feder von Bernd-L. Käther. Die Photographien  
wurden in privaten und clubeigenen Fotoalben gefunden. Bildbearbei-  
tung, Layout und Satz sind das Werk von Rolf Löhrmann. Gedruckt  
wurde dieser Jubiläumsband von Ingo Lochmann.  
Die entstandenen Kosten sind durch Spenden von Mitgliedern und  
aus dem Jubiläumsetat gedeckt worden.  
Der Joersfelder Segel-Club dankt allen Kameraden, die das vorliegen-  
de Werk ermöglicht haben.  
1
66  
Danksagung  
Folgende Mitglieder unterstützten durch eine finanzielle Zuwendung  
die Realisierung dieser Festschrift:  
Klaus Chorrosch  
Ludolf Dankwarth  
Heinrich Doll  
Oswin Ehrmann  
Familie Gebert  
Wolfgang Generalski  
Guntram Goebel  
Stephan Goebel  
Bernd Helms  
Peter Hölz  
Heribert Jöris  
Detlef Kannegießer  
Bernd-Leopold Käther  
Stefan Keese  
Peter Koch  
Kun-Juei Lin  
Christa Luther  
Karsten Mülder  
Hartmut Oback  
Fritz Peter  
Werner Richter  
Karlheinz Rudow  
Klaus-Dieter Stoppenbrink  
Detlef Warnke (I)  
Wilfried Werner  
Harald und Marianne Wolter  
Ingo Lochmann  
1
67  
Inhalt  
Geleitwort des Vorsitzenden  
5
7
Grußwort des Präsidenten des DSV  
Grußwort des Vorsitzenden des BSV  
Grußwort des Präsidenten des LSB  
Grußwort der Bezirksbürgermeisterin  
Grußwort des Stadtrates  
9
11  
13  
15  
17  
42  
47  
54  
63  
98  
100  
Die ersten 25 Jahre  
Die Jahre 1933 bis 1945  
Von der Nachkriegszeit bis zum 75. Jubiläum  
Sportliches von 1945 bis 1982  
Das letzte Vierteljahrhundert  
Die Vorstände des JSC von 1957 bis heute  
Die Vorsitzenden des JSC von 1907 bis 1956  
Mitglieder von heute  
Werner Richter  
Guntram Goebel  
Horst Godidek  
101  
103  
105  
107  
109  
111  
116  
123  
131  
135  
146  
166  
Wolfgang Funcke  
Bernd-Leopold Käther  
Friedrich Gebert  
Mitgliederliste  
Satzung von 1929  
Satzung von 1969  
Satzung von heute  
Weitere historische Dokumente und Bilder  
Danksagungen  
1
68