Von der Nachkriegszeit  
bis zum 75. Jubiläum  
Mit Kriegsende 1945 – der Club blieb mit seinen Einrichtungen von  
Bombenschäden verschont – wurde das Grundstück beschlagnahmt.  
Ebenso die vorhandenen Boote, die zum Teil von der französischen  
Besatzungsmacht vom Grundstück entfernt wurden. Im Clubhaus  
gab es Zwangseinweisungen von ausgebombten Mitbürgern oder  
Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten. Die Versorgungslage  
war noch schlechter als wäh-  
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1956  
945  
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rend des Krieges, weil es die  
Besatzungsmächte nach dem  
Zusammenbruch des Nazi-Re-  
gimes noch nicht schafften, die  
Wirtschaft wieder in Gang zu  
bringen. Selbsthilfe war deshalb  
angesagt. Ältere Clubmitglieder  
erinnern sich noch sehr gut dar-  
an, dass auf dem Clubgelände  
Schweine und Hühner gehalten  
wurden,diederSelbstversorgung  
der Menschen dienten. Auch die  
Schifferstube soll als Ziegenstall  
zweckentfremdet worden sein.  
Allmählich kam das normale  
Clubleben wieder in Gang. Am  
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2. September 1946 fand die  
erste Mitgliederversammlung  
nach dem Zweiten Weltkrieg  
statt. Für die Rechtsnachfolge  
des beschlagnahmten Grundstü-  
ckes wurden fünf Kameraden des  
JSC benannt. 1947 erfolgte die  
Neuanmeldung des Vereins und  
die Vorlage einer neuen Satzung.  
Die Versammlungen mussten bei  
der französischen „Kommandan-  
tur“ zehn Tage vorher angemel-  
det werden. Dabei waren Wohnort und Staatsangehörigkeit des Red-  
ners anzugeben.  
Schärenkreuzer R 52 „Reidun“  
des Kameraden Schiele  
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Am 14. Januar 1949 wurde den fünf benannten Mitgliedern des Joers-  
felder Segel-Clubs im Bezirksamt Reinickendorf von Stadtrat Paul die  
Wiederzulassungsurkunde überreicht. Damit wurde aus der „Segels-  
parte Tegel – Gruppe 5“, so der Name zu Beginn der Besatzungszeit,  
wieder der Joersfelder Segel-Club. Die erste Jahreshauptversamm-  
lung fand am 18. Februar 1949 im Restaurant „Lichtburg“ statt.  
Ab 1948 machte sich die ideologische Teilung der Stadt im Leben der  
Berliner bemerkbar. Ab Juni 1948 gab es in Berlin zwei Währungen, in  
den drei Westsektoren die DM und im Ostsektor die Mark der DDR, im  
Volksmund „Ostmark“. Der JSC trug diesem Umstand dadurch Rech-  
nung, dass er am 31. Oktober 1948 den Clubbeitrag auf eine Mark  
West und fünf Mark Ost festlegte. Im Juli 1953 – einen Monat nach  
dem gescheiterten Arbeiteraufstand in der DDR – wurde der in der  
DDR beheimatete „Wassersportclub Hohenschöpping“ als korporati-  
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ves Mitglied aufgenommen. Diese Aufnahme kann man als einen Akt  
der Solidarität und der sportlichen Verbundenheit über ideologische  
Grenzen hinweg interpretieren.  
Nach der Neugründung Anfang 1949 ging es mit dem Club rapide  
bergauf. Einem Protokoll aus dem Jahre 1951 kann man schon Park-  
platzsorgen für abgestellte PKW entnehmen. Der Lebensstil der ame-  
rikanischen Besatzungsmacht färbte auf die Berliner und auch auf  
die Joersfelder ab. So sprach sich bei einer Clubversammlung ein Ka-  
merad „in einem sehr engagierten Vortrag“ (Versammlungsprotokoll)  
gegen das „Tragen dieser neumodischen Cowboy-Hemden“ aus. Die  
maritimen Farben seien immer noch Weiß und Blau. Der Geselligkeit  
tat dieser Kleiderstreit keinen Abbruch. Nach dem Motto „Die trüben  
„Piratenüberfall“ des TSC 1948  
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Kamerad Godidek in H 161  
Zeiten sind vorbei!“ nahm das gesellige Leben im Club wieder zu.  
1951 wurde Ostern mit einem „Eiersuchen“ für die Kleinen gefeiert.  
Anschließend wurde getanzt.  
Am 2. April 1955 beschloss die damalige Hauptversammlung nach  
langer grundsätzlicher Diskussion ein an das Clubgelände in nörd-  
licher Richtung angrenzendes Grundstück, den sog. Kohlenplatz, zu  
kaufen (damals Roonstraße 16/17). Der „Kohlenplatz“ war ein Depot  
gewesen, in dem für die dampfgetriebenen Schiffe Kohlen gebunkert  
wurden. Im Zuge der Umstellung der Binnenschiffe auf Diesel war  
das Geschäft mit Kohle nicht mehr rentabel, so dass der damalige  
Betreiber des Platzes, Kittel, sein Grundstück zum Verkauf anbot. Es  
war 1.900 qm groß und kostete 16.500.- DM. Dieser Kauf war wie  
auch schon die früheren Grundstückskäufe Roonstr. 19 und 18 eine  
weise Entscheidung, die sich heute noch im wörtlichen Sinne „aus-  
zahlt“, weil der JSC dadurch von den ständig steigenden Pachtzinsen  
für Vereinsgrundstücke verschont bleibt. Der „Kohlenplatz“ war mit  
einem Holzhaus und dem noch heute vorhandenen Kellerschuppen  
bebaut. Es gab damals einen gepÀegten Obstbaumbestand nebst  
einem Walnussbaum. In der Nachkriegszeit hatten viele Mitglieder  
daran ihre Freude, indem sie die Obstbäume ernteten. Das Holzhaus  
wurde in den Sommermonaten bis zu seinem Abriss von Clubmitglie-  
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dern bewohnt. 1956 wurde die „Seglerhaus GmbH“, deren Gesell-  
schafter Mitglieder des JSC waren und die schon für den Erwerb der  
Grundstücke 19 und 18 gegründet worden war, aufgelöst.  
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1982  
957  
Das 50-jährige Jubiläum wurde 1957 mit einer eigens ausgeschrie-  
benen Jubiläumsregatta mit 185 startenden Booten aus 31 Berliner  
Vereinen sportlich gewürdigt. Beim großen Festball feierten die Joers-  
felder zusammen mit den Ehrengästen aus Verband und Vereinen,  
Festreden und zahlreiche Präsente rundeten das Ereignis angemes-  
sen ab.  
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Drei Jahre nach dem Jubiläum gab es die erste große Baumaßnahme  
auf dem Clubgelände nach dem Krieg. 1960/61 wurde das Clubheim  
durch einen Anbau an der Nordfront erweitert. Die Veranda und die  
Toiletten wurden unter Leitung und maßgeblicher Hand von Kamerad  
Leopold Kluge angebaut. Dadurch erhielt das Clubheim seine heutige  
Gestalt. Ende 1962 wurde – von zwei Clubmitgliedern gespendet –  
als Ersatz für den durch Blitzschlag gefällten hölzernen Flaggenmast  
ein Stahlmast auf dem Gelände errichtet, an dem in der Folgezeit die  
Flaggenparaden des Clubs stattfanden.  
Im Winter 1965 wurde die Schifferstube des Clubheims nach einer  
Renovierung wieder von den Kameraden „in Besitz“ genommen. Sie  
hatte viel gesehen, ja Weltgeschichte erlebt. Vom Ziegenstall, Wohn-  
Auf dem Festball zum 50-jährigen Jubiläum  
Die neue Schifferstube nach der Renovierung  
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heim für Ausgebombte bis zum Luftschutzkeller reichten ihre Verwen-  
dungen. Jetzt dominierten hier wieder Frohsinn und Geselligkeit der  
versammelten Joersfelder Segler.  
Kamerad Erich Scheller legte 1970 seine Ämter als Wettsegelobmann  
des Bezirks Tegel und des Berliner Segler-Verbandes nieder und ging  
in den ehrenamtlichen Ruhestand. Er hatte beide Ämter seit der  
Gründung des BSV inne und übergab die Ämter sowie seinen Sitz im  
Wettsegelausschuss des Deutschen Segler-Verbandes an einen wei-  
teren Joersfelder Segler, Kamerad Horst Godidek.  
Anfang der 50er Jahre wurde vom Bezirksamt der alte Treidelweg zu  
einem Uferwanderweg rund um den Tegeler See umgestaltet, um den  
Freizeitbedürfnissen der Berliner Rechnung zu tragen. Die Besitzer  
von Wassergrundstücken wurden für das Abtreten von einem Meter  
Grundstücksbreite entschädigt, indem auf Kosten des Bezirksamtes  
ein neuer Zaun gezogen und die Übergänge zum Wasser betoniert  
wurde. Der endgültige Verkauf des „Uferwanderweges“ an die Kom-  
mune erfolgte dann 1975. Der Joersfelder Segel-Club konnte mit dem  
Erlös von 47.600 DM für 424 m2 eine neue, leistungsfähige Slipan-  
lage bauen. Auch die Schifferstube wurde erweitert und umgebaut.  
1976 erhielt sie ihre heutige Ausbauform, der Tresen wurde 1978  
neu gebaut. Für die Segler wurden Duschen und WCs direkt an den  
Umkleideräumen am Bootsschuppen geschaffen. Da die trailerbaren  
Boote immer zahlreicher wurden, musste auch eine neue Drehkran-  
anlage mit Stegzufahrt errichtet werden. Sie wurde 1977 mit einer  
Traglast von 2000 kg in Betrieb genommen. Am 13.8.1977 ernannte  
die Mitgliederversammlung die Kameraden Leopold Kluge und Werner  
Sienholz wegen ihrer besonderen Verdienste um den Joersfelder Se-  
gel-Club zu Ehrenmitgliedern.  
Im Rahmen der Uferbereinigung mussten 1979 einige Anwohner an  
der Havel ihre Privatstege abreißen. Der Joersfelder Segel-Club be-  
kam die Genehmigung, den Südsteg neu zu bauen mit der AuÀage,  
die betroffenen Anwohner mit ihren Booten aufzunehmen.  
Mit Kamerad Erich Scheller verstarb 1981 eine Persönlichkeit des Ber-  
liner Segelsports. Sowohl als erfolgreicher Segler als auch als Wett-  
segelobmann des Berliner Segler-Verbandes von der Gründung bis  
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970 prägte er die Entwicklung des Wettsegelns nicht nur im JSC. Als  
langjährigstes Mitglied war er Träger des Ehrenringes des JSC. Dieser  
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Ehrenring ging dann auf Kamerad Karl Neumann über, der zusammen  
mit Kamerad Heinz Frei seit 13. Juli 1933 Mitglied im JSC war, jedoch  
seinen Aufnahmeantrag etwas eher einreichte, wie der Vorsitzende  
Guntram Goebel bei der Überreichung bekundete.  
Das Jubiläumsjahr „75 Jahre JSC“ begann mit dem Beschluss der au-  
ßerordentlichen Hauptversammlung am 7.2.1982, Kamerad Werner  
Richter aufgrund seiner ehrenamtlichen Verdienste zum Ehrenmit-  
glied zu ernennen. Das Ansegeln am 18.4., der Jubiläumsempfang  
am 15.5., die Festsitzung am 14.7. und der Jubiläumsball mit großer  
Tombola bildeten die gesellschaftlichen Höhepunkte dieses Jahres.  
Die Festschrift wurde in einer kreativ-innovativen Form herausge-  
geben: Eine eigens aufgelegte Zeitung „Der Havelboote / 75 Jahre  
Joersfelder Segel-Club“ reÀektierte originell die vergangenen 75 Jah-  
re Clubgeschichte! Eine Delegation aus dem Tegeler Segel-Club, mit  
dem der JSC seit den 30er Jahren in freundschaftlicher Fehde den  
einen oder anderen Strauß ausgefochten hat, schenkte zur Festsit-  
zung dem JSC einen Bergziegenbock. Der 1. Vorsitzende Wulf Biel  
schilderte in humorigen Worten, wie sie aus dem Berliner Zoo das  
wildeste Tier gekauft hatten, um uns eine große Freude zu berei-  
ten. Der Zoo war anscheinend glücklich, dieses Tier los geworden  
zu sein. Seine Wildheit stellte dieser Bock selbst auch ein Viertel-  
jahr lang auf dem Grundstück des JSC unter Beweis, indem er alles,  
was sich bewegte, – am liebsten Frauenröcke – mit gesenkten Hör-  
nern angriff. Selbst die damalige Ökonomin Renate Lochmann, die  
nicht nur wegen ihrer berühmten Bratkartoffeln bei allen Mitgliedern  
beliebt war, konnte auch mit ihrer Tierliebe das Viech nicht bändi-  
gen. So sah sich der JSC zur Wiederherstellung der Sicherheit auf  
seinem Grundstück bedauerlicherweise genötigt, den liebgewonnenen  
Ziegenbock an einen Liebhaber zur PÀege abzugeben. Der Fuhrunter-  
nehmer F. Schulze gewährte dem Bock auf seinem Landgut Asyl.  
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Sportliches  
von 1945 bis 1982  
Wie verlief in der Nachkriegszeit die Entwicklung des Segelsports?  
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945 - Ein schöner Erfolg war der Gewinn der Berliner Jugendmeisterschaft  
982  
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949 von Kamerad Joachim Müller in der Olympia-Jolle auf unserem  
Hausrevier, dem Tegeler See.  
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Am 14.8.1949 rief der JSC die  
„Havelschlauch-Wettfahrt“ ins  
Leben. Es war eine Yardstick-Re-  
gatta, die in der Folgezeit immer  
wieder bekannte Segler aus dem  
In- und Ausland an den Start  
brachte. Schon im 2. Jahr ihres  
Bestehens stieg die Meldezahl  
auf 138 Segler.  
Diese Wett-  
fahrt bildete einen sportlichen  
Höhepunkt auf dem Tegeler Re-  
vier. Da die Grenze zwischen den  
Westzonen Berlins und der DDR  
streckenweise in der Mitte der  
Havel verlief, musste immer mit  
den Behörden der DDR darüber  
verhandelt werden, ob bei den  
Regatten die ganze Havelbrei-  
te benutzt werden durfte. Die  
DDR war jedoch immer mehr auf  
Abgrenzung bedacht, so dass  
ab 1954 keine Genehmigungen  
mehr erteilt wurden. Zum Ge-  
denken an den Tod des lang-  
jährigen Vorsitzenden des JSC,  
Herbert Amberg, wurde vom  
Joersfelder Segel-Club ein Wan-  
derpreis – der „Herbert-Amberg-  
Gedächtnispreis“ - gestiftet, der  
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954 zum ersten Mal mit einer  
H-Jollen-Wettfahrt ausgetragen  
wurde.  
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952 fanden die Olympischen Spiele in Helsinki statt. Finnland hatte  
Die Bahnkarte der  
zuvor als ausrichtendes Land die Olympia-Jolle als Einmann-Klasse  
von der Starterliste gestrichen und stattdessen eine neue Einmann-  
Jolle konstruiert: das Finnland-Dinghy. Da dieses Boot den deutschen  
Seglern völlig unbekannt war, ließ der Deutsche Segler-Verband zehn  
„Havelschlauch-Wettfahrt“  
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Boote dieses Typs bauen und auf der Kieler Förde von den besten  
deutschen Seglern erproben. Der Berliner Mannschaft gehörten die  
JSC-Kameraden Klein und Luther an. Das “Finn-Dinghy“ stellte sich  
als wendiges, schnell zu segelndes, aber auch kenteranfälliges Boot  
heraus, wie die Kameraden nach dem Trainingscamp im JSC berich-  
teten. Kamerad Luther lag beim Ausscheidungswettkampf der deut-  
schen Olympiakandidaten bis zur 5. Wettfahrt noch an zweiter Stelle,  
musste sich dann aber doch noch geschlagen geben.  
Mit der endgültigen Teilung der Stadt infolge des Mauerbaus 1961  
konnte die Havelschlauch-Wettfahrt nicht mehr durchgeführt werden.  
In Flussmitte wurden von den DDR-Grenztruppen unter der Wassero-  
berÀäche liegende Hindernisse eingebaut, die für Wassersportler ge-  
fährliche Kollisionsfallen darstellten. Auch die Teilnahme West-Berli-  
ner Segler an DDR-Regatten war schon Mitte der 1950er Jahre nicht  
mehr erwünscht. So wurden P¿ngsten 1955 die Schiffe aus West-Ber-  
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lin, die an der Regatta auf dem Ruppiner See teilnehmen wollten, in  
Hennigsdorf von der Vopo der DDR aufgehalten und zurückgeschickt.  
Auch Joersfelder Club-Kameraden waren davon betroffen. 1966 schuf  
der Joersfelder Segel-Club als Ersatz für die Havelschlauch-Wettfahrt  
die Wettfahrt um die Goldplakette für die Olympia-Jolle, die auf einem  
olympischen Dreieckskurs auf dem Tegeler See ausgetragen wurde.  
Nach dem Mauerbau war es mit großen Hindernissen verbunden, mit  
dem eigenen Schiff durch die DDR in „freie“ Gewässer, in die Ost-  
und Nordsee, zu gelangen. Trotzdem haben einige Kameraden die  
Mühe auf sich genommen, um im Schlepp auf eigenem Kiel über  
die Havel, Elbe und ab Lauenburg  
mit eigener Kraft auf dem Elbe-  
Das Feld der  
Lübeck-Kanal die Ostsee zu er-  
„Havelschlauch-Wettfahrt“  
reichen. Einige JSCer bauten sich  
einen TieÀader-Anhänger für den  
Transport von Dickschiffen um  
und brachten hiermit ihre Boote  
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über die Interzonenstrecke in Richtung Hamburg zur Insel Fehmarn.  
Der Kamerad Horst Karbe hat sein Schiff „im Huckepack“ in das Bin-  
nenschiff „Heimatland“ verladen, um hierin im Kieshaufen stehend  
über die Havel, Elbe und weiter über den Elbe-Lübeck-Kanal oder den  
Nord-Ostsee-Kanal an die Ostsee zu gelangen.  
Um eine Wettsegelmöglichkeit für die Berliner Seesegler mit ihren  
Fahrtenschiffen zu schaffen, hat der Potsdamer Yacht-Club die 60-  
Seemeilen-Regatta ins Leben gerufen. Diese Wettfahrt auf der Un-  
Kamerad Walter Klein bei der  
Schweizer Meisterschaft der  
O-Jollen 1974  
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terhavel hat der JSC regelmäßig besucht. 1965 errang der Kamerad  
Werner Richter in seiner Bootsklasse den ersten Platz – ein stolzer  
Erfolg.  
In den 60er Jahren häuften sich die Erfolge der Joersfelder Segler auf  
den Regattapisten. Vor allem in ihrer Paradedisziplin, der Olympia-  
Jolle, konnten sie etliche Erfolge einfahren. So erreichte Kamerad  
Gerhard Krüger bei der Deutschen Meisterschaft der O-Jollen 1966  
den 3. Platz. Kamerad Walter Klein wurde Schweizer Meister im Jahr  
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974. Kamerad Wolfgang Funcke wurde in der O-Jolle 1970 Deutscher  
Vizemeister, 1972 Vize-Europameister, 1973 Dritter bei der Europa-  
meisterschaft, kam 1976 bei der Europameisterschaft erneut auf den  
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. Platz und wurde 1980 noch einmal Vize-Europameister. Wolfgang  
Funcke, Gerhard Krüger und Walter Klein gewannen zahlreiche große  
Ranglisten-Regatten, natürlich auch die Joersfelder Goldplakette.  
Die Jugendarbeit wurde Anfang der siebziger Jahre wieder forciert.  
Wolfgang Funckes „Sancho Pansa“  
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Walter Klein auf seiner O-Jolle  
Der JSC schaffte 3 clubeigene 420er und einen 470er an. Eine ein-  
geschworene Trainingsgruppe machte den Tegeler See unsicher und  
schipperte von Training zu Training und Regatta zu Regatta. Der Trai-  
ningsÀeiß wurde doppelt belohnt mit der Berliner Jugendmeister-  
schaft durch die JSC-Mannschaft Bernd-Leopold Käther und Vorscho-  
ter Michael Fechner in den Jahren 1973 und 1974 sowie zahlreiche  
Siege in weiteren Regatten. Unvergessen bei allen Seglern dieser und  
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nachfolgender Generationen ist Hermann Jänicke, der seit dieser Zeit  
als Landestrainer des Berliner Segler-Verbandes mit seinem mobi-  
len Leistungszentrum –einem Mercedes-Kastenwagen- von Revier zu  
Revier zog, um Leistungssegeln zu vermitteln, und dies mit großem  
Spaß zu verbinden wusste. Bootstrailer gab es im JSC für die Jugend  
noch nicht, also musste immer auf eigenem Kiel angereist werden.  
Ein kleines Abenteuer waren hierbei immer die langwierigen Schlepps  
mit allen 420ern aus dem Bezirk Tegel durch die Spandauer Schleuse  
zu den Revieren Unterhavel und Wannsee. In besonderer Erinnerung  
ist ein Schlepp hinter dem Tegeler Startprahm mit ca. zehn 420ern  
Richtung VSaW. Kurz hinter dem Spandauer Gmünd blieb der Prahm  
mit kochendem Motor und dampfendem Kühler mitten auf der Unter-  
havel liegen. Nach etlichen vergeblichen Versuchen der Schiffsführer,  
das Schiff wieder in Gang zu bringen, stellten die Jugendlichen auf  
dem Wasser treibend den Mast, setzten Segel und kamen nach über  
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Stunden Schlepp, Schleusenwartezeit, Havarie, Treiben und Segeln  
im VSaW an. Hier wurden die Boote aus dem Wasser getragen und  
auf Autoreifen gelagert, dann zur S-Bahn marschiert und mit dieser  
dann zurück nach Tegel gefahren. Insgesamt rund 10 Stunden für  
Leistungspass von Wolfgang Funcke  
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